Welche Arten eines effektiveren landwirtschaftlichem Anbau gibt es?

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5 Antworten

Effektiv, also mit einer möglichst großen Wirkung der eingesetzten Arbeit ist die Landwirtschaft in D ja schon. Wenn ich mir die historische Entwicklung der letzten 100 Jahre anschaue, ist ja der Anteil der Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, immer geringer geworden. Die Mechanisierung ermöglicht es, dass ein Mensch immer größere Einheiten bewältigt. Ein Mähdrescher mit 6m Arbeitsbreite ist effektiver als ein Mähdrescher mit 2 m Arbeitsbreite. Kopfsalat kannst du alleine per Hand ernten oder eine Maschine einsetzen, das ist weniger arbeitsintensiv, also sehr effektiv. Unkraut hat man früher mechanisch bekämpft, sprich eine Hacke in die Hand genommen, der Einsatz von Herbiziden ist da wesentlich effektiver. 

Vielleicht wird dir bei diesen Beispielen klar, dass die Frage nach einer zukünftigen Landwirtschaft nicht nur unter dem Gesichtspunkt Effektivität betrachtet werden kann. Die Produktion von Kopfsalat unter Glas hat z. B. eine negative CO2-Bilanz, d. h. es wird für den Anbau mehr CO2 freigesetzt, als die Pflanzen durch Photosynthese fixieren. Ob wir uns eine derartige Produktionsweise weiterhin leisten können ist von den Preisen für Energie abhängig, aber auch davon, was wir der Umwelt zumuten wollen. Der Boden ist nicht nur ein Produktionsfaktor, sondern ein lebendes System. Ein Landwirt muss darauf achten, dass dieses Ökosystem langfristig erhalten bleibt. Das geht nicht, wenn man nur den kurzfristen Gewinn betrachtet. Grund- und Oberflächengewässer müssen vor Einträgen von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln (besonders N), geschützt werden. Dafür sind Einschränkungen der Nutzung, bzw. Benutzung, von Ackerflächen notwendig.

Wenn die Preise für landwirtschaftliche Produkte weiterhin so niedrig bleiben, wird der Konzentrationsprozess (große Betriebe mit 1000 ha)  in der Landwirtschaft weiterhin voranschreiten, kleinere Einheiten können einfach kein ausreichendes Einkommen erwirtschaften.

Naja, da gibt es die Möglichkeit so weiter zu machen wie bisher, mit einer industriellen Landwirtschaft, mit Hightech, Chemie und hohem Energieeinsatz und dadurch Boden, Klima, Wasser und Luft zu degradieren, was dazu führen würde, dass man noch mehr Technologie und Energie einsetzen müsste und z.B. alles unter Glas klimaunabhängig, im Substrat oder hydroponisch am Fließband produziert oder die natürliche Anbauweise (Bioanbau) weiterentwickelt und damit noch in tausenden von Jahren produzieren kann, ohne die Umwelt und die Artenvielfalt zu gefährden.

Dazu müßte man einen großen Roman schreiben. Du solltest besser differenzieren: Ob es um Anbau "an der Kältegrenze" geht oder an der "Trockengrenze". Und ob es um ein Armutsland oder ein Industrieland geht. Und ob es Flüsse / Tiefbrunnen gibt, ob Mineraldünger/Spritzmittel finanzierbar sind, ob es um (Welt)-marktware oder Selbstversorgung geht usw.

helphannah 21.09.2015, 15:49

ich meinte in europa, deutschland

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Mit gentechnisch verbesserten Pflanzen. In Deutschland wahrscheinlich nicht möglich wegen der ablehnenden Haltung der Bevölkerung.

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