Welche Art von Psychotherapie soll ich wählen?

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4 Antworten

Dies hängt primär davon ab, wie tiefgreifend deine Beschwerden sind. Eine Verhaltenstherapie ist z.B. bei Angststörungen (die du nicht zu haben scheinst) sehr effektiv. Es geht darum zu lernen, wie man sich dosiert gewissen Reizen wieder aussetzt.

In einer Verhaltenstherapie werden vor allem die Symptome bekämpft. Der Patient soll lernen, sein kognitives Denken und sein Verhalten zu ändern. Dies geschiet meist mittel Übungen. So soll eine Verbesserung der Symptomatik erzielt werden.

Eine Psychoanalyse ist im gegensatz zu einer Verhaltenstherapie viel tiefgreifender. Das Unterbewusstsein spielt dabei eine zentrale Rolle. Es wird versucht das Unterbewusstsein zu erreichen und so grundlegende Probleme zu lösen.

Eine Psychoanalyse ist ein sehr effektiver doch langwieriger Prozess. Meist sind mehrere Jahre dafür notwendig bei einem Therapieinterval von mind. 2x die Woche. Im Gegensatz zu einer Verhaltenstherapie heilt eine Psychotherapie und bekämpft nicht nur die Symptome.

Was du schlussendlich willst ist also von dir abhängig. Symptombekämpfung (was schon mal ein erster Schritt ist) oder Heiliung. Kürzere oder längere Therapie.

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Kommentar von TRichter1956
23.11.2016, 18:52

Ach, da ist wieder das uralte Vorurteil der Psychoanalytiker am Werk! VT bekämpft Symptome, PA geht "tiefer". Nun ja, leider ist diese Meinung, auch wenn es ein "Experte" hier sagt, durch nichts belegt.

Ich behandle seit vielen Jahren depressive Menschen, das ist manchmal sehr "tiefgreifend" und oft ziemlich effektiv. Psychoanalyse dauert unglaublich lange und eine höhere Wirksamkeit gibt es nicht. Übrigens gibt es nur wenige Psychoanalytiker.

Wenn Lilly aber eher ihre Kindheit genauer anschauen möchte, dann wäre eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sinnvoll.

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Von der Forschung her, weiß man, dass nicht die Methode entscheidend ist, sondern die Beziehung zum Psychotherapeuten/in. Das heißt, dass du gut mit dem Therapeuten/in kannst, du ihm/ihr vertraust und auch glaubst, dass er/sie dir helfen kann.

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Hi, warum tendierst du in Richtung analytischer Psychotherapie? Meinst du,  dass das Aufarbeiten möglicher traumatischer Ereignisse in der Vergangenheit so hilfreich ist deine Verhaltensmuster zu verstehen und zu ändern? Ich würde mir da eher von einem Facharzt Rat holen an deiner Stelle und dir dann noch einmal überlegen welches Ziel die Therapie haben soll.

Mein Favorit wäre hier die Verhaltenstherapie (habe selbst vor Jahren eine hinter mich gebracht, mein Krankheitsbild ist das manisch-depressive. Unterstützend zu Medis und dadurch, dass die Chemie zwischen mir und meiner Therapeutin gestimmt hat, war diese Art der Therapie sehr erfolgreich. Hierbei wurden eben Verhaltensmuster ausgelotet und nach und nach verändert, so dass ich die negativen Aspekte der Krankheit sehr gut in den Griff bekommen habe. Zudem stärkt der oder die Therapeut/in das Selbstbewusstsein gerade in depressiven Phasen. 

Fazit: Ich empfehle dir die Verhaltenstherapie, schließlich sollte doch der Blick auf das Hier und Jetzt und die Zukunft gerichtet werden und so manche Sache aus der Vergangenheit sollte man ruhen lassen und nicht wieder unnützerweise hervorkramen.

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Kommentar von Lustigst
22.11.2016, 22:15

Ein Professor meinte mal, ohne Psychoanalyse wäre es eher eine Symptombehandlung und die Patienten würden (wenn auch nach Jahren) rückfällig werden. Aber er selbst war ein Analytiker. Von daher kann man natürlich die Objektivität der Aussage in Frage stellen :/

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Kommentar von schloh80
22.11.2016, 23:17

Meinst du,  dass das Aufarbeiten möglicher traumatischer Ereignisse in der Vergangenheit so hilfreich ist 

Das hat aber wenig mit analytischer Psychotherapie zu tun.

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Die Frage ist, was du möchtest. Geht es dir um rasche Entlastung und rasche Symptomreduktion und sollen die Symptome im Vordergrund stehen, dann eher Verhaltenstherapie. Oder siehst du die Symptome eher verwoben in leidvoll erlebten Beziehungskontexten mit ursächlichen Beziehungsstörungen (zB trotz anderer Wünsche immer wieder ratloses Scheitern in Beziehungen und die Symptomlage ist abhängig davon, wie es in der Bezeihung läuft bzw. rasante Abstürze nach Beziehungsende / Trennungen), die du dir nicht erklären kannst, dann eher eine psychodynamische Psychotherapie.

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