Welche Art der Spiritualität (nicht Spiritismus) ist im Christentum erlaubt?

19 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

hi,

xxPhilosophinxx,

eine interessante Frage treibt dich da um :-))

Ja, Vieles, was heute zum Entspannen oder/und Heilen angeboten wird, scheint erst einmal recht ansprechend zu sein und den biblischen Grundsätzen kaum zu widersprechen.

Allerdings warnt die Bibel an mehreren Stellen: z.B.Gal.5:20 oder auch Offenb.22:15 vor Okkulten Praktiken. diese sind für den Allmächtigen Gott, Jehova, etwas Verabscheuungswürdiges.

Daher sollte ein Christ diese "Angebote" immer hinsichtlich ihrer Herkunft und auch ihrer möglichen Auswirkungen /Gefahren überprüfen.

Hypnose

Eine hypnotisierte Person kann ihr Verhalten kaum mehr kontrollieren. So können unterschwellige Suggestionen Eintritt in das Bewußtsein finden, die man eigentlich bei vollem Bewußtsein so nicht befürwortet hätte.

Meditation

Viele Arten der .Meditation haben ihren Ursprung in fernöstlichen Religionen.

Dabei geht es im Großen u. Ganzen darum, den Sinn zu entleeren.

Ziel: innere Erleuchtung, geistige Klarheit

In der Bibel wird hingegen von "Nachdenken" und "Nachsinnen" gesprochen, also eine zielgerichtete Handlung, die ebenfalls zu tiefem Frieden und Klarheit führen kann.

Dieses Nachdenken führt im Gegensatz zu der gesamten Sinnentleerung dazu, immer mehr Klarheit darüber zu erfahren, wer Gott ist und was er von uns erwartet.....

Wenn man über das "richtige" nachdenkt, gewinnt man an Tiefgründigkeit, gelassener Zurückhaltung und moralischer Stärke.

Und das Bewußtsein wächst, daß wir uns stets einem Größeren unterordnen, nämlich dem Allmächtigen Schöpfer, von dem letztlich unser Leben abhängt!

Joga

von "Joch": etwas verbinden, zusammenjochen

Für einen Hindu eine Disziplin, die zur Vereinigung mit einer großen übernatürlichen Kraft oder Geistperson führt

Bei dem in Jogastellung Sitzenden soll es sich um Bilder des Gottes Schiwa handeln.

Die Kräfte, die durch Joga freigesetzt werden, gelten teilweise als übermenschlich und sind daher mit gewisser Skepsis im Hinblick darauf zu betrachten, woher diese Kräfte kommen.

Stammen sie tatsächlich von Gott, dem Höchsten?

Welche Form der körperlichen Tätigkeit jemand wählt, ist Privatangelegenheit.

So sollte man sich stets gut informieren und dann das Gewissen entscheiden lassen

Allerdings wollen Christen in Gottes Gunst bleiben und möglichst nichts tun, was er mit Abscheu betrachtet (1.Ko.10:31)



Na endlich: dachte schon, ich hätte ne äußerst komplizierte Frage gestellt. Danke. ♡

2
@xxPHILOSOPHINxx

xxPhilosophinxx,

die Beantwortung hängt wohl auch immer damit zusammen, welchen Stellenwert man den Grundsätzen der Bibel und damit auch Gott gibt.:-))

3

Die christliche Religion hat ihre eigene meditative bzw. kontemplative Tradition. Spiritualität ist nichts, was "asiatischen" Religionen vorbehalten wäre.

So sind etwa für den Benediktiner-Orden "orare" (beten) und "laborare" (körperlich Arbeiten) wichtige Grundlagen - also Achtsamkeit in alltäglichen Handlungen.

Meditation

Die Verwendung heiliger Verse, ist in allen Religionen verbreitet - im Christentum etwa als katholisches Rosenkranzgebet, oder orthodoxes Jesusgebet.

Jesus ging in die Stille der Wüste, die christlichen "Wüstenväter" ebenso und so ist das schweigende "in-sich-gehen" auch Teil der christlichen Tradition.

Heutzutage entdecken Menschen diese christlichen Formen der Spiritualität für sich wieder und so sind "Kontemplationstage" in Klöstern durchaus gefragt.

Einige Formen der Meditation wurden übrigens sogar zu reinen "Anti-Stress-Methoden" reduziert (MBSR) und haben keinen religiösen Bezug.

Letztlich ist Meditation auch nichts was man aktiv macht, um irgendeine Leistung zu erbringen - man kann nur meditativ sein.

Meditation ist ein Zustand entspannter Achtsamkeit und Ausgeglichenheit und daher weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Daher kann man Meditation auch nicht verhindern - den Zustand der totalen Präsenz im Augenblick kennen nämlich beispielsweise auch Sportler.

Gleichermaßen geraten wir auch täglich in "Alltagstrance" - wir schauen aus dem Zug auf die vorbeiziehende Landschaft - und plötzlich sind wir schon am Ziel.

In diesem Zeitraum war der Geist im "Leerlauf", eine Art "Leerhypnose", so dass die Fahrtzeit von zwei Stunden wie zwei Sekunden erschien.

Ein meditativer Geisteszustand ist daher genau so natürlich wie Halbschlaf bzw. Trance und lässt sich auch nicht "verbieten". ;-)

Buddhistische Praktiken

Anders als manche hinduistischen Formen des Yoga, haben die meisten buddhistischen Meditationen keinen Bezug zu Göttern.

Tatsächlich gibt es sowohl evangelische, als auch katholische Geistliche, die buddhistische Meditation anbieten, oder sogar authorisierte Lehrer sind.

Einige, wie der Benediktinerpater Willigis Jäger kamen dadurch in Konflikt mit dem Vatikan, während der Jesuit Arul Maria Arokiasamy offenbar weiter lehren durfte.

In Berlin bietet beispielsweise Pfarrer Stefan Matthias von der evangelischen Tabor-Gemeinde in Berlin-Kreuzberg auch buddhistische Sitzmeditation an.

Fundamentalistische Hardliner fürchten dagegen, durch die "Geistesleere" könnten Dämonen einen Einfluss nehmen.

Yoga

"Yoga" ist ein Oberbegriff für viele verschiedene Praktiken, insbesondere des Hinduismus. Daher muss man differenzieren.

Hatha-Yoga als rein körperliche Gymnastik dürfte eigentlich keinem christlichen Gebot wiedersprechen - man hält den von Gott gegebenen Körper gesund.

Praktiken des Mantra-Yoga, bei dem die Namen hinduistischer Götter aufgesagt oder im geist still wiederholt werden, dürften auf Ablehnung stoßen.

Hypnose

Hypnose hat aus meiner Sicht nichts mit Spiritualität zu tun, sondern ist ein therapeutisches Mittel bei der Behandlung zB psychischer Probleme.

Ob sich nun jemand beim Zahnarzt hypnotisieren lässt, oder im Rahmen einer Traumatherapie der Hypnose unterzieht, ist keine religiöse Frage.

Auch hier mögen religiöse Hardliner vielleicht widersprechen - ich sehe jedenfalls nichts falsches darin, zB seine Phobien so zu bewältigen.

Fazit

Als Christ ist es naheliegend, sich mit den meditativ-kontemplativen Techniken der eigenen religiösen Tradition vertraut zu machen.

Ich persönlich sehe aber auch nichts verwerfliches darin, sich hinzusetzen, die Augen halb zu schließen und den Atem zu beobachten, so dass der Geist zur Ruhe kommt.

Ob man als Technik nun Vipassana, Zazen, MBSR oder sonst irgendetwas nutzt, hat aus meiner Sicht keine religiöse Relevanz


Der christliche Glaube will den ganzen Menschen heil machen, und sieht den Grund für sein Unheilsein in seiner Angst vor der Vernichtung (Tod), die durch seine Identifikation mit dem physischen Leib entstanden ist. Folglich besteht der christliche Weg, genauso wie bei Yoga und im Buddhismus, in der Loslösung von allen äußeren Anhaftungen, wozu auch der eigene Körper gehört. Nur so wird tiefer innerer Friede, Ruhe, ein Erfülltsein mit Liebe - und über diese seelischen Eigenschaften - auch größere Gesundheit und schließlich die Auferstehung (was eine Verwandlung des physischen Körpers durch den Geist bedeutet) möglich. 

Glaube im echt christlichen Sinne heißt nicht etwas für wahr, sondern für möglich halten. Also ist eine spirituelle Praxis von Nöten, die sich naturgemäß - da alle Menschen die gleiche geistig-seelische Konstitution haben und im selben Kosmos leben - sich nicht wesentlich von bisherigen Praktiken der Loslösung unterscheiden kann. Höchstens findet man noch effektivere Methoden. Alles das, was Du erwähnt hast, ist also nicht nur erlaubt, sondern eben auch erforderlich.

Natürlich wirst Du, wenn Du buchstabengläubige Christen fragst, eine völlig andere Ansicht hören, da sie unter Gnade nicht eine Ermöglichung sehen, sondern etwas, was ein anderer für sie macht. Aber das sind blinde Menschen.

meditativer Zustand? Bitte um Hilfe!

Liebe gutefrage.net-community,

was ich hier beschreibe, mag für den einen oder anderen etwas komisch klingen, doch ich meine es vollkommen ernst. Vor 2 Jahren habe ich eine Verhaltenstherapie gemacht, bei der es darum ging zu entspannen/meditieren. Ich meditierte über einen längeren Zeitraum (ungefähr 4 Monate) hinweg regelmäßig. Dabei habe ich mir unwissentlich etwas angeeignet, was mich verunsichert bzw. Angst gemacht hat (was ich längere Zeit verdrängte und was mich seit geraumer Zeit wirklich belastet :-( ). Es ist so, dass ich meine Gedanken/Gefühle aus einer Vogelperspektive beobachten kann, sprich ich kann mir beim Denken und Handeln zusehen. Was mir dabei so zu schaffen macht sind Gedanken, die mich diesbezüglich verunsichern. Ich will das mal an eins, zwei Beispielen deutlich machen: es ist so, dass ich dabei meine eigenen Gedanken in Frage stelle. Ich denke über etwas nach (ein x-beliebiges Thema) und dann schießen mir Gedanken in den Sinn wie: sollte ich die Gedanken, die gerade habe, haben? Sollte ich nicht andere Gedanken in diesem Moment haben? Sind das gerade die "richtigen" Gedanken, die ich habe oder ist meine Art zu denken falsch? Sollte ich im Moment gerade nicht mehr/weniger nachdenken? Wer garantiert mir, dass meine Gedanken im Moment richtig sind? Das Denken beobachtet sozusagen das eigene Denken, eine Endlosschleife quasi. Ähnlich ist es mit den Gefühlen: wenn ich z.B. alleine in meinem Zimmer sitze, kommen Fragen auf wie: ist das Gefühl, was ich gerade habe, so richtig? Sollte ich mich in diesem Moment nicht einsam fühlen? Das Denken beobachtet die eigenen Gefühle. Bei beiden ist es so, dass mein Verstand sozusagen aktiv in den Gedanken/Gefühlsstrom eingreifen will anstatt sie einfach gehen zu lassen (was ja auch eigentlich Zielsetzung der Meditation ist). Es fällt mir einfach in vielen Momenten schwer diese loszulassen, da ich Antworten finden will, worauf es (wahrscheinlich) keine gibt. Ich habe bereits schon einiges recherchiert darüber, doch ist es nicht so einfach bzw. bin ich mir nicht ganz sicher, ob man das einfach so wieder loswird. Ich habe einmal einen Beitrag gelesen, der erklärte, dass es sich um einen meditativen Zustand handelt, der sich durch das Training (Meditation, Gedankenbeobachtung) verselbstständigt hat und dass man sich diesen wieder abtrainieren bzw. sich ablenken müsse. Dies erscheint mir auch der einzige Weg zu sein, um davon loszukommen. Trotzdem bestehen oft noch Zweifel. Ich wäre Euch sehr dankbar für ein paar Antworten/Lösungsvorschläge bzw. Bestätigung der bereits gegebenen Lösungsvorschlages (falls ihr hiermit etwas anfangen könnt).

Mfg Philip

P.S.: ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich nach den damaligen Meditationen des Öfteren und heute manchmal Veränderungen bemerkte/bemerke, insofern, dass ich den Aussenbereich meines Gehirns intensiver spürte, so als ob man gegen eine äußere Begrenzung (Schädel) treffen (Verdickung der Großhirnrinde durch Meditation??)

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