welche alttestamentliche Erwartung(en) haben die Jünger an Jesus in seiner Funktion als (ihr)König?

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2 Antworten

Zunächst verstanden Jesu Jünger nicht alles, was die hebr. Schriften (AT) über ihn sagten.

Als er seinen Jüngern nämlich erklärte, er würde nach Jerusalem gehen, dort viel durchstehen und schließlich umgebracht werden, konnte Petrus das gar nicht mit anhören und sagte spontan zu ihm: „Sei gütig mit dir selbst, Herr; dieses Geschick wird dir bestimmt nicht widerfahren.“ (Mat. 16:21-23)

Die Jünger wussten es eigentlich, denn sie kannten die Prophezeiungen, die das voraussagten (Ps. 16:10; Jes. 53:12; ...). Aber sie hatten keine Erklärungen dazu. Deswegen konnten sie es nicht richtig einordnen.

Erst als Jesus Texte aus dem AT ERKLÄRTE, konnten es seine Jünger verstehen:

„Sie sagten zueinander: ,Brannte nicht unser Herz, als er auf dem Weg zu uns redete, als er uns die Schriften völlig erschloss?‘ “ (Lukas 24:32).

Jetzt erkannten sie z. B. die vielen Parallelen zwischen König David (AT) und Jesus:

"Hat nicht die Schrift [AT] gesagt, daß der Christus aus der Nachkommenschaft Davids und aus Bẹthlehem, dem Dorf, komme, wo David zu sein pflegte?“ (Joh. 7:42)

Auch, dass Jesus als messianischer König eingesetzt wird:

"Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben“ (Luk. 1:32; Mat. 1:1).

Die Jünger wussten dann also — auch dank AT —, dass Jesus mal himmlischer  König der ganzen Erde sein wird.

Schau, was die Jünger auf dem Weg nach Emmaus über den kurz zuvor hingerichteten Jesus sagen:  "Wir aber hofften, er solle Israel erlösen." (Lukas 24,21)

Nachdem Jesus auferstanden ist fragen die Jünger ihn, ob er nun das Königreich Israel wieder aufrichten werde. (Apostelgeschichte 1,6)

Und Jesu erklärte ihnen, das sie Zeugen sein sollten. Dass sie auf der ganzen Erde predigen würden und das er König im Himmel sein würde.

Er sprach zu ihnen: „Es ist nicht eure Sache, über die Zeiten oder Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen, die der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt hat; 8 aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judạ̈a und Samạria und bis zum entferntesten Teil der Erde.“ 9 Und nachdem er diese Dinge gesagt hatte, wurde er, während sie zuschauten, emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, von ihren Augen hinweg. 10 Und als sie unverwandt zum Himmel schauten, während er hinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Kleidern neben ihnen, 11 und sie sprachen: „Männer von Galilạ̈a, warum steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird so kommen, in derselben Weise, wie ihr ihn in den Himmel habt gehen sehen.“ (Apostelgeschichte 1:7-11)

Beachte OhNobodys Anwort und die von Stefanbluemchen!

Die Apostel Jesu und seine Jünger wussten, dass der Messias aus Juda kommen würde. Siehe 1.Mose 49:10.

Sie wussten dass die Juden ihre Chance auf ein Königreich Israel in 2. Mose 19:6 verwirkt hatte. Und das Gott ein Himmlisches Königreich aufbauen würde. Deshalb stritten sich die Jünger mehrmals um einen Platz zur Rechten Jesus!

Aus Daniel 9:24-27 wussten sie, wann der Messias kommen würde und wann sein himmlisches Königreich aufgerichtet würde.

Jesaja 11:1-10 berichtete über das Leiden Jesu. All diese Texte waren den Juden bekannt. Denn in der Synagoge wurde aus diesen Schriftrollen vorgelesen! Und Väter hatten als Haupt die Aufgabe ihre Familie und die Kinder darüber zu belehren!

Das ist mit heute natürlich nicht zu vergleichen. Den jüdische Kinder kannten die Schriften damals besser als jeder Christ heute, der den Religionsunterricht völlig besucht hat und vielleicht noch Theologie studiert.

In diesem Video siehst du die komplette Jesaja Schriftrolle, so wie sie am Toten Meer gefunden wurde und aus der Jesus in der Synagoge in Nazareth vorgelesen hat:   https://youtu.be/S-dmbnpAhRw

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