welche altersvorsorge ist besser die Private oder gesetzliche?

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8 Antworten

Das ist ein Glaubensfrage. Die einen sagen so, die anderen so.

Für das Umlageverfahren spricht, dass es keine Ansparzeit braucht. Das war auch der Hauptgrund, warum diese Form der Finanzierung nach dem Krieg gewählt wurde. Bei einer demografischen Pyramide, wo wenige Alte von vielen Jungen finanziert werden, gibt es auch keine Probleme.

Schwierig wird es, wenn immer mehr und länger lebende Alte von immer weniger Jungen finanziert werden müssen. Diese Situation steht unmittelbar bevor, weil die geburtenstarken Jahrgänge langsam in das Rentenalter kommen. Die "gute Nachricht" ist aber auch, dass sich dieses Problem in 40 Jahren erledigt haben wird.

Eine kapitalgedeckte Altersvorsorge scheint da auf den ersten Blick eine Alternative. Das Problem ist hier aber, wo man eigentlich das viele Geld anlegen will, ohne die Anlagemärkte mit Geld zu fluten. Wir haben zur Zeit z. B. eine Situation, wo institutionelle Anleger so gar nicht richtig wissen, wo sie ihr Geld gewinnbringend anlegen sollen. Ein weiter Aspekt ergibt sich, wenn wir mal wenige Jahre bis Monate zurückschauen auf die Bankenkrise, wo viel Anleger ihr Geld verloren haben. Nicht auszudenken, wenn damit staatliche Renten hätten finanziert werden sollen.

Ich denke, an einer staatlich steuerfinanzierten Grundrente werden wir vernünftigerweise nicht herumkommen.

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Kommentar von LtLTSmash
02.07.2014, 23:23

Nur kurz zum Thema, das der demografische Wandel: Es ist ein Irrglaube anzunehmen, das dies ausschließlich ein Problem der Umlage finanzierten Rente wäre. Auch die Kapitalgedeckte kommt dann ins Trudeln, denn auch hier gilt:

  • Die Rendite der Anlage (sofern vorhanden) muß von den Jungen erarbeitet werden => entweder verzichten die Jungen auf Lohn oder die Alten auf Rendite => patt

  • Wenn mehr aus den Anlagen entnommen wird als eingenommen wird, ist der Versicherer gezwungen an die Substanz zu gehen und Kapital (z.B. Aktien, Immobilien) zu verkaufen. Wenn dies im großen Stil passiert, fallen im Sinne von Angebot und Nachfrage die Preise. Entweder zahlt der Versicherer die ersten bis zu Pleite aus (die nachfolgenden verlieren ihre gesamte Einlage) oder es kommt zu einer Verringerung der Rentenauszahlungen (unwahrscheinlich, da keiner freiwillig verzichtet) => privat in der Tendenz eher schwächer im demographischen Wandel

Dem Rest schließ ich mich aber an

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Die private ist in der Regel die sinnvollere

  • Anlagemodell statt Umlage
  • Kontrolle darüber wie viel Beitrag bezahlt wird
  • Kontrolle darüber wie dieser angelegt wird
  • Höhere Rendite (wenn man nicht gerade erst mit 50+ anfängt)

Allerdings stellt sich für Angestellte diese Frage gar nicht, da diese rentenversicherungspflichtig sind, bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

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Kommentar von LtLTSmash
02.07.2014, 23:09
Anlagemodell statt Umlage

Wo liegt der Vorteil?

Höhere Rendite (wenn man nicht gerade erst mit 50+ anfängt)

Da sollten wir mal Lehmann Anleger mal Fragen wie hoch deren Top Rendite so war.

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Es geht nicht um die Frage "Entweder-oder".

Der Großteil der Bevölkerung ist gesetzlich rentenversichert. Da diese aber im Alter nicht ausreicht, sollte man auf jedem Fall noch** zusätzlich** privat vorsorgen.

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Wenn Du privat versichert bist und nicht mehr die Beiträge zahlen kannst kannst Du nur hoffen dass aktuell die Politik den rechtlichen Rahmen zulässt dass Du in die gesetzliche unterkriechen kannst.

Von meiner Seite aus gibt es dazu nicht mehr zu schreiben.

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Das kann man so nicht sagen. Die beste Lösung ist ein Mix aus allen beiden Arten.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds
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hallo,

das was die gesetzliche leisten kann, kann die private rentenversicherung nicht schaffen.

dann müsste der beitrag wahnsinnig erhöht werden.

welche leistungen die gesetzliche rente bringt?

goggle mal SGB VI (Sozialgesetzbuch VI, da stehen alle Leistungen drin)

bei der privaten gibt es nur die geldleistung!

aber; die leistungen (rentenhöhe, zugang zu beruflichen, medizinischen Reha und Renten) werden geringer

beste grüße

dickie59

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Grundsätzlich (d.h. im Detail gibt es schon viele Mängel) halte ich die staatliche Umlage finanzierte Rente in fast allen Belangen der privaten überlegen, da sie u.a.:

  • flexibler auf Änderungen in der Gesellschaft reagieren (Beispiel:wenn es die nicht gäbe, wären wohl fast alle Ostdeutschen Rentner H4 Empfänger, da die älteren keine Zeit gehabt hätten Kapital aufzubauen)

  • durch das Umlageverfahren wird nicht unnötig Kapital gebunden

  • die staatlich RV muß keine Rendite erwirtschaften

  • ein Totalausfall ist so gut wie ausgeschlossen

Es gibt aber einen großen Nachteil und deswegen wird sie auch immer weiter geschwächt. Die Privatwirtschaft verdient nicht dran! Deswegen gibt es Riester etc. und leider kann man auch nicht drauf verzichten, da die zu erwartenden Rentenbezüge nicht mehr ausreichen werden um einen adäquaten Lebenstil im Alter weiter führen zu können.

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Kommentar von kevin1905
02.07.2014, 22:01

Die gesetzliche Rente war niemals dafür konzipiert einem Menschen den Lebensstandard zu erhalten.

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Kommentar von Wiedemar
30.12.2014, 19:24

Den Ausführungen stimme ich grundsätzlich zu.

Ein wichtiger Punkt muß aber hervorgehoben werden, nämlich daß bei der gesetzliche Rente die Politiker sprich die Bundesregierung das sagen haben. Und die machen dies an sich gute System leider regelrecht kaputt indem diese die Rentenkasse für ihre politischen Zwecke einsetzen.

Stichwort versicherungsfremde Leistungen.

So hätten die Westrentner heute eine super Altersvorsorge, wenn die Wiedervereinigung nicht gewesen wäre. Denn nun saugen auch die Ossies aus dem Topf, weshalb die Renten herabgesetzt werden mußten.

Leider hat man auch in guten Zeiten nie Rücklagen gebildet, sondern schnell das Geld für andere Zwecke quasi einfach aus dem Fenster geworfen.

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Das ist vollkommen unsinnig gefragt: Es geht nicht um "oder" sondern nur noch um die beste Kombination. Was soll diese bescheidene Frage - etwa so sinnig wie "welches Fahrrad soll ich mir kaufen: Citybike, Rennrad oder MTB? Woher sollen wir das wissen, "beauty"?

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