Welche Abfindungshöhe (Monatsgehälter je Jahr der Beschäftigung) ist üblich?

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6 Antworten

Es stimmt, in den vergangenen Jahren hat sich die ungefähre Marke von ca. 0,5 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr bei den Arbeitsgerichten durchgesetzt. Wobei man aber auch merkt, dass mancher Richter durchaus auf die Marktstellung und soweit es ihm möglich ist auf die Liquidität der Unternehmen schaut. So werden bei besonders gut verdienenden Unternehmen auch schonmal höhere Quoten von 0,75 bis zu einem Monatsgehalt genommen.

http://www.abfindungsforum.de/hoehe-der-abfindung/ Weil es Barbele aber nicht nur um das Arbeitsgericht sondern wohl auch generell um die Verfahrensweisen ging, könnte man bei der Verhandlung mit dem Arbeitgeber auch noch weitere Punkte ins Feld führen, die jedoch eher mit dem Beschäftigten selber bzw. dessen Arbeitsplatz zu tun haben.

Ich war drei Jahre bei einer Firma. Die wollten mich dann in einer Niederlassung in einer anderen Stadt haben wegen Zentralisierung verschiedener Tätigkeitsfelder der Firma.
In meinem Arbeitsvertrag stand aber der Dienstsitz drin (die Stadt, in der ich die drei Jahre gearbeitet habe). Ich war nicht bereit wegen des Jobs umzuziehen bzw. eine Wochenendehe zu führen. Die haben wohl bis zum Schluss gehofft, dass ich doch noch weich werde. Naja, dann habe ich Mitte Dezember erfahren, dass sie mich bis Ende Dezember los sein wollten (ich hatte 6 Monate Kündigungsfrist).
Damit ich tatsächlich Ende Dezember ging, haben sie mir etwas mehr als ein halbes Jahresgehalt an Abfindung gezahlt.
Unter anderen Umständen wäre wohl ein halbes Monatsgehalt pro Mitarbeiterjahr in der Firma üblich gewesen.
Die Frage ist wohl immer, wieso man sich von der Firma trennt. Teilweise kann man auch verhandeln.
Gruß wiele

Klar sollte man verhandeln!!! oder hast du zu viel Geld? :-)

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@Lola60

Naja, manchmal geht's vielleicht nicht oder nicht gut, weil dann so wie so vom Richter abhängig ist.
Ich hatte jedenfalls verhandelt und war mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Da war aber auch kein Gericht im Spiel. Wäre das der Fall gewesen, hätten die mich wohl nicht so schnell los werden können, aber das Arbeitsverhältnis wäre zerrüttet gewesen und sie hätten Mittel und Wege gefunden, mir Steine in den Weg zu legen, bis ich "freiwillig" gegangen wäre - vielleicht sogar ohne aber jedenfalls mit weniger Abfindung.
Zu der Frage "oder hast du zu viel Geld?": Nein habe ich nicht. Das heißt aber nicht gleich, dass man auch verhandelt. Verhandeln könnte man jetzt bei jedem Einkauf - ich habe aber den Eindruck, dass dieses Mittel sehr wenig eingesetzt wird. Würde man die Leute fragen, die die Preise einfach so bezahlen, würden die meisten wohl auch sagen, sie hätten nicht zuviel Geld.
Gruß wiele

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Es gibt grunsätzlich zunächst keinen Rechtsanpruch auf Abfindungen bei regulären Kündigungen.
Zu Abfindungszahlungen kann es aber kommen,
1.) wenn entweder der Arbeitgeber es vorschlägt, z.B. bei Aufhebungsverträgen,
2.) wenn man aus betrieblichen Gründen entlassen wird (§1a KSchG), und man innehalb der Frist keine Feststellugnsklage erhebt oder man
3.) bei Nichteinigung eben vor Gericht landet.
Dann entscheidet der Richter, wobei die Höhe i. d. R. nach § 10 KSchG mit etwa 1/2 Gehalt pro Zugehörigkeitsjahr (gerechnet ab dem 25. Lebensjahr) und auf max. 12 Gehälter festgesetzt wird.

Generell sagrt man ein halbes Monatsbrutto pro Beschäftigungsjahr, wenn der Lästigkeitsfaktor stimmt, wäre ich aber an einer vorherigen aussergerichtlichen Einigung interessiert. Arbeitgeber gehen da allgemein gerne drauf ein, weil auch sie das Prozessrisiko scheuen

Hatte vor 4 Jahren einen Rechtsstreit mit meinem Arbeitgeber. Angeboten hat er mir ca. 1/5 Monatslohn/Jahr..... beim Gütetermin hat der Richter 4 Monatsgehälter/Jahr als Vergleich vorgeschlagen, geeinigt haben wir uns dann in der nächsten Verhandlung auf knapp unter 7 Monatsgehälter/Jahr. Ich war insgesamt 8 Jahre dort beschäftigt.

Mein Anwalt sagte aber damals das es regionale Unterschiede gibt welche Höhe üblich ist.

sorry ....die summen stimmen nicht....1/5 ist richtig, dann 1/2 anstatt 4 Monatslöhne. Geeinigt haben wir uns auf knapp 1 Monatslohn proJahr

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Gängige Praxis der Arbeitsgerichte sind wohl ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Das war auch in meinem Arbeitsgerichtsprozess vor ca. 6 Jahren so.

Das ist üblich

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