Welche 2 Gruppen kämpften um die Macht innerhalb der franz. Revolutionsbewegung?

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3 Antworten

Höchstwahrscheinlich sind die Girondisten und die Montagnards gemeint.

Eine Zeitangabe kann bei der Klärung helfen, da es innerhalb der Revolutionsbewegung insgesamt mehr als 2 Gruppen gegeben hat und die Gegensätze nicht die ganze Zeit über die gleichen waren.

Die Jakobiner waren ein politischer Klub, hervorgegangen als Neubegründung aus dem am 30. April 1789 gegründeten bretonischen Klub (Club breton). Er nannte sich Gesellschaft der Revolution (Société de la Révolution), dann Gesellschaft der Freunde der Verfassung Club (Société des amis de la Constitution). Nach seinem Tagungsort in einem aufgehobenen Jakobinerkloster in Paris an der Rue Saint-Honoré wurde dieser Klub als Jakobinerklub (Club des Jacobins) bezeichnet.

Bei den Jakobinern war zuerst eine große politische Bandbereite vertreten, die für eine Veränderung durch die Revolution eintrat. Nach und nach spalteten sich Teile ab bzw. wurden Leute ausgeschlossen. Manche Politiker der Girondisten waren zunächst auch Mitglieder in Jakobinerklub, erst später kam es zur deutlichen Trennung. Aber schon vorher waren andere Gruppierungen bei den Jakobinern ausgeschieden.

Die Montagnards (Anhänger/Mitglieder der Berg-Partei) waren überwiegend Mitglied im Jakobinerklub. Maximilien de Robespierre wurde 1790 zum Vorsitzenden gewählt, Aber auch Cordeliers [Mitglieder im Club des Cordeliers, der „Société des droits de l'homme et du citoyen“ – „Gesellschaft der Menschenrechte und der Bürger “] gehörten zu ihnen. Montagnards und Jakobiner waren in der Zeit 1793 – 1794 in einem großen Ausmaß dieselben Personen, aber nicht völlig deckungsgleich.

Die Sansculotten waren eine politisch mobilisierte revolutionäre Bewegung der städtischen Volksmenge.

Die Girondisten bestimmten ab dem Frühjahr 1792 am stärksten die politische Richtung, bis sie im Sommer 1793 von den Montagnards (Bergpartei) mit Unterstützung der Sansculotten gestürzt wurden. Eine Reihe von ihnen wurde verhaftet und später hingerichtet. Ursprünglich überwogen Gemeinsamkeiten zwischen Girondisten und Montagnards. Manche Politiker der Girondisten waren zunächst auch Mitglieder in Jakobinerklub, erst später kam es zur deutlichen Trennung. Politiker beider Richtungen stammten vor allem aus dem Bürgertum, es gab keine deutlichen sozialen Unterschiede zwischen den politischen Führungspersonen. Die Montagnards (Angehörige der „Bergpartei“ im Nationalkonvent) waren im Vergleich zu den Girondisten radikaler (weniger gemäßigt) bzw. energischer und konsequenter.

Ziele der Girondisten:

  • Errungenschaften der Revolution (Menschenrechte- und Bürgerrechte, Verfassung) hochhalten

  • Anhänger einer Republik (aber nicht scharf gegen eine konstitutionelle Monarchie mit einem in seiner Macht deutlich beschränkten König)

  • Neigung zu einem gewissen Föderalismus (gegen ein starkes Übergewicht der Zentrale Paris und für eine Einschränkung der Macht der Kommune von Paris mit ihren von den Sansculotten stark beeinflussten Sektionen)

  • Krieg gegen Österreich im Zeichen patriotischer Einigkeit

  • Hinauszögern des Prozesses gegen den König und Neigung zur Milde (keine Hinrichtung), aber keine einheitliche Haltung in dieser Frage

  • Erhaltung des Privateigentums, ohne grundsätzliche Ablehnung staatlicher Eingriffe, aber z. B. für Freiheit des Getreidehandels bei einer Abstimmung

  • keine weitere Verschärfung der Revolution, sondern Innehalten bei dem Erreichten, entschiedene Eindämmung der Pariser Massenbewegungen im Interesse eines würdigen und gut funktionierenden Staates angesichts einer Radikalisierung und Verrohung der Forderungen und Taten seit dem Herbst 1792

Ziele der Montagnards:

  • Errungenschaften der Revolution (Menschenrechte- und Bürgerrechte, Verfassung) hochhalten

  • Anhänger einer Republik

  • Zentralismus

  • Neigung zu Verurteilung und Hinrichtung des Königs

  • enger Zusammenschluss mit den Volksmassen, aber unter eigener Führung und Kontrolle Erhaltung des Privateigentums, aber Entgegenkommen mit staatlichen Eingriffen (Bereitschaft zu Höchstpreisen für Lebensmittel, Garantie von Mindestlöhnen, Beschlagnahmung und Zwangsverteilung gehorteter Vorräte), also eine etwas egalitärere Politik

  • energische Bekämpfung von Revolutionsfeinden

weitere Gruppierungen zu bestimmten Zeiten:

1791 traten die Feuillants (überwiegend Mitglieder im liberal-konservativen Feuillantsklub, für konstitutionelle Monarchie, aus der Gruppe der Patrioten ) für eine Vollendung der Revolution auf dem erreichten Stand und eine Festigung der Monarchie zu diesem Zweck ein (ein Kern war eine Gruppe, die sich um das „Triumvirat“ Antoine Barnave, Adrien Duport und Alexandre de Lameth gebildet hatte).

1793 spaltete sich eine gemäßigte Gruppe unter Führung von Georges Danton von den** Cordeliers** ab. Sie wurden Dantonisten (Dantonistes) oder Indulgenten (französisch indulgents = Nachsichtige) genannt.

Sie waren Republikaner, ebenso wie die Enragés ( „Wütende"; sozialrevolutionäre Gruppierung unter der Führung des Priesters Jacques Roux) und radikalrevolutionäre politische Vertreter der Sansculottenbewegung wie Jacques-René Hébert (Hébertisten).

Empfehlenswert ist das Lesen von Darstellungen der Französischen Revolution, z. B.:

Ernst Schulin, Die Französische Revolution. 4., überarbeitete Auflage. München : Beck, 2004 (Beck's historische Bibliothek), besonders S. 202 - 226

Hans-Ulrich Thamer, Die Französische Revolution. 3. Auflage, Original-Ausgabe. München : Beck, 2009 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2347), besonders S. 61 - 75

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hauptsächlich girondisten und jakobiner (die waren eher radikal)...gab auchnoch kleinere gruppen wie z.B. die sansculotten (bin mir nicht sicher ob die richtig geschrieben sind :D)

Jakobiner und Girondisten

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