wekche ionen entstehen, wenn ein Salz in Wasser gelöst wird?

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Liebe/r Menoria,

Du bist ja noch nicht lange dabei, daher möchten wir Dich auf etwas aufmerksam machen:

gutefrage.net ist eine Ratgeber-Plattform und kein Hausaufgabendienst. Hausaufgabenfragen sind nur dann erlaubt, wenn sie über eine einfache Wiedergabe derAufgabe hinausgehen. Wenn Du einen Rat suchst, bist Du hier an der richtigen Stelle. Deine Hausaufgaben solltest Du aber schon selber machen.

Bei erfahrenden Nutzern gehen wir eher davon aus, dass ihm die Richtlinien bekannt sind, und würden daher eine solche Frage entfernen.

Herzliche Grüße,

Klaus vom gutefrage.net-Support

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Moin, Menoria,

also, das ist so: Es gibt Salze, die lösen sich in Wasser und verändern dabei den pH-Wert nicht. Ein Beispiel dafür ist Natriumchlorid (NaCl). Da der pH-Wert von reinem Wasser 7 ist (neutral), bleibt er auch 7, wenn du in dem Wasser Natriumchlorid löst.

Dann gibt es aber auch Salze, die beim Lösen in Wasser den pH-Wert verändern. Wenn der pH-Wert durch den Lösevorgang kleiner als 7 wird, reagiert die Lösung sauer. Daher nennt man solche Salze sinnigerweise "saure Salze". Ein Beispiel für ein saures Salz ist Natriumhydrogensulfat (NaHSO4).

Umgekehrt gibt es Salze, die beim Lösen den pH-Wert zu größeren Werten als 7 hin verschieben. Solche Salze führen dazu, dass die Lösung basisch (alkalisch) wird. Darum bezeichnet man sie als "basische Salze". Ein Beispiel dafür ist Natriumcarbonat (Na2CO3)

Aber warum ist das so? - Nun, vereinfacht gesagt hängt das damit zusammen, ob der anionische Teil deines Salzes nach der Dissoziation (also dem Zerfall in die Ionen des Salzes) noch mit dem Wasser weiter reagiert oder nicht. Und die Frage, ob er noch weiter reagiert hängt von zwei Dingen ab:

1) Enthält das Salzanion noch Wasserstoffteilchen, die es als H+ (Proton) abspalten kann, so dass es wie eine Säure reagieren kann?

2) Sind die eventuell vorhandenen sauren bzw. die auf jeden Fall vorhandenen basischen Eigenschaften des Anions stärker als die vom Wassermolekül?

Betrachten wir konkrete Beispiele: Wenn Natriumhydrogensulfat in Wasser gelöst wird, zerfällt es zunächst einmal in seine Ionen:

NaHSO4 (s) + H2O (l) ---> Na+ (aq) + HSO4- (aq)

(s, l und aq sind Abkürzungen englischer Begriffe; sie stehen für s: solid = fest, l: liquid = flüssig bzw. aq: aquaeous = wässrig, in Wasser gelöst.)

Das Hydrogensulfatanion (HSO4-) enthält nun noch ein Wasserstoffatom, dass es als Proton (H+) abgeben könnte. Dann würde es wie eine Säure reagieren (Säure: Protonenspender, Protonendonator). Gleichzeitig trägt es aber auch eine negative Ladung und könnte daher theoretisch ein Proton anlagern. Dann würde es wie eine Base reagieren (Base: Protonenakzeptor).

Nun ist HSO4- aber eine seeehr schwache Base. Das heißt, das Bestreben des Anions ein Proton aufzunehmen, ist ausgesprochen klein.

Andererseits ist HSO4- eine mäßig starke Säure. Das heißt, dass sein Bestreben ein Proton abzugeben einigermaßen stark ist. Stärker jedenfalls als die Weigerung eines Wassermoleküls, ein Proton aufzunehmen. Darum reagiert das Hydrogensulfatanion in Wasser als Säure:

HSO4- + H2O ---> SO4^2- + H3O+

An dieser Gleichung siehst du, dass dabei also Oxoniumionen (Hydroniumionen, H3O+) entstehen. Und die machen die Lösung sauer! Darum sind Hydrogensulfate saure Salze.

Wenn du aber statt dessen Natriumcarbonat in Wasser löst, so zerfällt auch dieses Salz zunächst einmal in seine Ionen:

Na2CO3 (s) + H2O (l) ---> 2 Na (aq) + CO3^2- (aq)

Das Carbonatanion (CO3^2-) hat kein weiteres Wasserstoffatom, das es als Proton abgeben könnte. Folglich kann es schon mal nicht als Säure reagieren.

Andererseits ist es zweifach negativ geladen und könnte also ein bis zwei Protonen aufnehmen...

Tatsächlich ist das Bestreben des Carbonatrestes ein Proton aufzunehmen größer als die Weigerung von Wasser, eines abzugeben. Daher reagiert auch dieses Anion mit den Wassermolekülen weiter:

CO3^2- + H2O ---> HCO3- + OH-

Wie du an dieser Reaktionsgleichung sehen kannst, entstehen bei der Reaktion diesmal Hydroxidionen (OH-). Die machen die Lösung basisch, und deshalb gehören Carbonate zu den basischen Salzen.

Und wie ist das bei Neutralsalzen wie Natriumchlorid? - Nun, Natriumchlorid dissoziiert (zerfällt) in Wasser ebenfalls in seine Ionen:

NaCl (s) + H2O (l) ---> Na+ (aq) + Cl- (aq)

Das Chloridanion enthält kein Wasserstoffatom mehr, so dass es schon mal nicht sauer weiter reagieren kann.

Umgekehrt trägt es eine negative Ladung und könnte also theoretisch ein Proton aufnehmen. Aber das Bestreben der Chloridanionen ein Proton aufzunehmen ist sehr schwach ausgeprägt. Viel schwächer jedenfalls als die Weigerung von Wasser, ein Proton herzugeben. Darum findet auch hier keine Reaktion mehr statt. Es entstehen also keine Oxoniumionen (H3O+) und auch keine Hydroxidionen (OH-), so dass sich der pH-Wert nicht verändert.

Sehr nett lässt sich die schrittweise Veränderung der Bereitschaft zur Abgabe bzw. Aufnahme von Protonen bei den Phosphaten verfolgen:

Phosphorsäure (H3PO4): macht die Lösung sauer (logisch, ist ja ne Säure...)

Natriumdihydrogenphosphat (NaH2PO4): macht die Lösung sauer (saures Salz; also ist die Säurestärke von H2PO4- größer als Weigerung von Wasser, ein Proton aufzunehmen.)

Dinatriumhydrogenphosphat (Na2HPO4): ergibt einen neutralen pH-Wert in Wasser (Neutralsalz; das Bestreben des Hydrogenphosphats, HPO4^2-, das letzte Wasserstoffatom als Proton abzugeben ist nicht größer als die Weigerung von Wasser ein Proton aufzunehmen; umgekehrt ist das Bestreben des Anions ein Proton aufzunehmen ebenfalls nicht größer als die Weigerung von Wasser, eines abzugeben.)

Natriumphosphat (Na3PO4): macht die Lösung basisch (basisches Salz; das Bestreben des Phosphatrestes, PO4^3-, ein Proton aufzunehmen, ist größer als die Weigerung von Wasser eines abzugeben.)

Als letztes bleibt dann nur noch die Frage, woran man erkennt, ob die Säure- oder die Basenstärke des einen oder anderen Teilchens größer ist?! Nun, das erkennt man leider gar nicht! Das sind Erfahrungswerte. Aber es gibt auch Messungen dieser Werte, die man nachschlagen kann. Das Stichwort ist dann Säurestärke (pKs-Werte) bzw. Basenstärke (pKB-Werte).

So, ich glaube, nun ist das alles erschöpfend erklärt. Ich hoffe, dich hat der lange Text weder abgeschreckt noch gelangweilt. LG von der Waterkant.

hat mich nicht abgeschreckt. ich danke dir. ich glaube, ich habs jetzt verstanden....

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Na+ und Cl-

Es entstehen keine Basen und keine Säuren.

und was ist mit dem Wasser? H3O+ und OH-? reagieren die überhaupt nicht mit den Ionen?

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@Menoria

Sehr kurzzeitig ja, aber diese "Verbindungen" dissoziieren sofort wieder.

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