Weit entfernte Galaxien

6 Antworten

Das, was Hellstorm gesagt hat, ist schon sehr gut, ich möchte nur noch einen wichtigen Aspekt betonen, der meiner Meinung nach zum Verständnis des Problems sehr wichtig ist:

Die Vorstellung, dass unsere Milchstraße und diese entfernte Galaxie durch den Raum fliegen ist nicht korrekt und führt auf den scheinbaren Widerspruch zur SRT (speziellen Relativitätstheorie, bzw. Konstanz der Lichtgeschwindigkeit).

Richtig ist aber, dass sich der Raum zwischen diesen beiden Objekten ausbreitet. Dadurch wächst die Entfernung zwischen uns und entfernten Galaxien - und dieser Entfernungszuwachs kann eben sehr wohl mit halber Lichtgeschwindigkeit passieren - oder sogar noch erheblich mehr.

Warum das Licht trotzdem noch bei uns ankommt, erklärt Hellstorm sehr schön. Mir geht es hier wirklich um den Unterschied zur Eigenbewegung. Man kann es sich am gängigen Modell eines Ballons vorstellen: Man malt Punkte auf den Ballon, die sollen die Galaxien sein. Dann bläst man den Ballon auf - die Punkte entfernen sich voneinander ohne dass sich einer davon relativ zu seiner unmittelbaren Umgebung bewegt. Genauso ist es mit den Galaxien auch: Je weiter sie von uns weg sind, desto höher sind ihre Relativgeschwindigkeiten zu uns.

Eine sehr schöne Darstellung findest Du hier (das besprochene Objekt könnte sogar das von Dir gemeinte sein)

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/01/03/die-rotverschiebung-und-die-vielen-entfernungen-der-kosmologie/

Grüße

Dass wir diese Galaxien sehen liegt daran, dass das Universum schon immer expandierte, also sich ausdehnte.

Damals vor mehr als 13 Milliarden Jahren waren alle Galaxien noch viel dichter beieinander. Die Entfernung zu dieser jetzt so extrem weit entfernten Galaxie war bedeutend geringer. Allerdings dehnte sich der Raum in den letzten 13 Milliarden Jahren weiter aus. Da also das Licht auf dem Weg zu uns immer mehr Raum durchfliegen musste, benötigte es dennoch eine enorm lange Zeit zu uns.

Somit haben wir relativ zum Licht immer eine durch die Expansion bedingte (rechnerische, nicht reale) Geschwindigkeit, die unterhalb der Lichtgeschwindigkeit liegt. Somit muss uns das Licht auch irgendwann erreichen. Und das war eben nach ca. 13,1 Milliarden Jahren dann endlich der Fall. Das Lichtphoton prasselte auf die Kamera des HST. Seine Lange Reise hatte ein Ende.

Irgendwann jedoch werden Menschen diese Galaxie nicht mehr über Teleskope entdecken können, denn irgendwann hatte die Galaxie durch die Expansion des Raumes natürlich eine Geschwindigkeit, in der sich der Raum durch seine mittlerweile enorm angestiegene Größe schneller ausdehnt als das Licht ihn durchreisen kann. Aber bis das letzte Photon, das gerade noch im richtigen Moment ausgestrahlt werden konnte uns erreicht, wird noch viel Zeit vergehen.

Ich weiß nicht, ob halbe Lichtgeschwindigkeit überhaupt ein Problem darstellt, aber anfangs gab es ja noch keine Teilchen mit Ruhemasse, sondern eine Strahlungs-Ära.

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So was habe ich auch schon vermutet, aber nicht gewusst. Das würde bedeuten, die Materie ist erst kurz nach dem Urknall entstanden? Das erscheint mir fast wie eine Schöpfung. Wenn wir nach dem Sterben unseren Körper verlassen, dann sind wir auch ohne Teilchen und könnten problemlos Lichtgeschwindigkeit und mehr erreichen. Vielleicht ist dieses gleißende Licht, was bei Nahtoderlebnissen immer wieder beobachtet wird, sogar der Urknall. Denn ohne Materie gibt es auch keine Zeit. Im irdischen Tod liegen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen.

War der Urknall nur die erste Transformation von Strahlung in Teilchen? Wenn das so war, dann sind die Entfernungen tatsächlich kein Problem.

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@Kraeutergnom

Das würde bedeuten, die Materie ist erst kurz nach dem Urknall entstanden?

In unserem Universum ja. Mir ist aber kaum ein Model zur Erklärung des Urknalls bekannt, das mit nur einem Universum auskommt. Diverse Stringtheorien und Inflationstheorie sagen viele Universen voraus.

Das erscheint mir fast wie eine Schöpfung.

Erscheint dir eine chemische Reaktion auch fast, wie eine Schöpfung?

Wenn wir nach dem Sterben unseren Körper verlassen, dann sind wir auch ohne Teilchen und könnten problemlos Lichtgeschwindigkeit und mehr erreichen.

Nein! Ohne Materie und ohne Teilchen sind zwei gänzlich verschiedene Sachen. Photonen sind Teilchen, aber keine Materie und ohne Masse. Und daher bewegen sie sich konstant mit Lichtgeschwindigkeit. "Wir" stehen in einem noch nicht genau geklärten Zusammenhang mit Materie. Das bedeutet aber auch nicht, dass wenn wir keine Materie sind, nicht auf sie angewiesen sind. Semantische Information ist zum Beispiel auch keine Materie, aber sie braucht irgendeinen Träger, der in der Regel aus Materie besteht. Sie kann sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, wenn man Licht als Informationsträger verwendet. Aber ob Bewusstsein aus Licht bestehen kann, weiß ich nicht, und denke eher, dass es nicht geht.

Vielleicht ist dieses gleißende Licht, was bei Nahtoderlebnissen immer wieder beobachtet wird, sogar der Urknall.

Das ist verdammt weit hergeholt.

Denn ohne Materie gibt es auch keine Zeit.

Zeit ist eine Raumdimension. Die gibt es auch, wenn es nur Strahlung gibt.

Im irdischen Tod liegen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen.

Im Tod gibt es lediglich keine Wahrnehmung. Auf die Existenz der Zeit hat das keinen Einfluss.

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