Weiß man Dinge intuitiv?

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4 Antworten

Du solltest auf gar keinen Fall jetzt in diesen Traum hineininterpretieren, dass es irgendeine göttliche oder sonstige übernatürliche Erscheinung oder Vision wäre.

Das alte Testament und damit auch die Geschichte Abrahams ist in unserer christlich geprägten Kultur nun einmal weit verbreitet. Du könntest es zum Beispiel mal als Kind in einem Film gesehen oder irgendwo von dieser Geschichte gehört haben, und da dir deine Familie so wichtig ist, hatte es eine starke Wirkung auf dich und ist bis heute (zumindest unbewusst) hängengeblieben.

Dass in Träumen alte Erinnerungen verarbeitet bzw. mit neu erlangten Erfahrungen verknüpft und zusammen verwertet werden, ist nicht ungewöhnlich. Träume sind ein Spiegel der Funktionsweise unseres Gehirns, das neue Wissen, Gefühl oder die neue Erfahrung (z.B. familiäre Verlustangst) wird im Gehirn mit demjenigen Wissen und Erfahrungen verknüpft, dass bereits vorhanden ist (frühere Erfahrung dieser oder einer ähnlichen Emotion, z.B. wenn du diese Geschichte mal gehört oder gesehen hast).

Und im Übrigen, du interpretierst diese Bibelstelle schon sehr negativ, denn diese Bibelstelle ist eigentlich eine positive Botschaft. Es handelt sich um eine theologisch fundamental wichtige Stelle des Verständnisses über den Gott des alten Testaments. Dieses Gleichnis setzt der Verehrung Gottes eine Grenze, nämlich sagt sie ein für alle mal, dass Gott keine Menschenopfer verlangt und das auch niemals wird. Du musst bedenken, dass diese Geschichte Jahrtausende alt ist und viele Kulturen damals noch extrem rückständig und religiös-spirtuell fanatisch waren und häufig extrem grausame religiöse Rituale durchführten, wie z.B. Menschenopfer. "Der eine Gott" des alten Testaments testet zwar bei seinem treuesten Diener (Abraham), ob dieser bereit wäre, seinen Sohn zu opfern, unterbricht dies aber, bevor es wirklich passiert. Denn dieser Gott würde niemals von einem Menschen verlangen, sein Kind für ihn zu opfern. Unter anderem deswegen ist es im Neuen Testament so wichtig, dass Jesus Gottes eigener Sohn ist, denn nur seinen eigenen Sohn lässt Gott unschuldig opfern, als "das letzte, einmalige Menschenopfer" zur Beschwichtigung Gottes gegenüber den Sünden der Menschen für alle Zeit. Danach ist Gott ein anderer (vergleiche Gott des alten Testaments und des neuen Testaments), kein zwar gerechter, aber rachsüchtiger und zorniger Gott mehr, sondern einer, der Sünden vergibt und Menschen trotz ihrer Sünden akzeptiert, sofern sie nur an ihn glauben.

Deshalb solltest du diese Bibelstelle lieber als Beruhigung deiner Ängste als als Bedrohung sehen, denn sie sagt für alle Zeiten, dass Gott ein gütiger Gott ist, der Eltern nicht ihre Kinder wegnimmt.

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Kommentar von Deborahelisabet
13.11.2016, 15:21

Super, ich danke Dir für die wirklich sehr informative Antwort und die Interpretation der Bibelstelle. Das ändert natürlich meine Sicht der Dinge :)  lg  

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Diese Bibelstelle ist sehr bekannt. Du kannst davon auf jeden Fall gehört haben, sei es bei einem Gespräch zwischen Anwesenden, auf der Straße, im Radio, im Fernsehen... die Szene kommt auch in älteren Filmen vor.

Man nimmt viel mehr auf, als man im Bewusstsein wahrnimmt. Das Unterbewusstsein ist in Träumen sehr aktiv und dort kann man das unterbewusste Wissen erleben, wenn man sich nachher bewusst an den Traum erinnern kann.

Ich kannte eine irische Frau, die konnte ein paar Worte Gälisch. Sie hat nie Gälisch bewusst gehört oder gelernt. Aber ihre Großmutter, die Gälisch sprach, hat auf sie aufgepasst, als sie ein Baby oder etwas älter war.

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Kommentar von Deborahelisabet
13.11.2016, 14:52

Danke, das hilft mir wirklich durchaus weiter ! lg 

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Du bist nicht gläubig, sondern abergläubisch. Nur so nebenbei.

Diese Bibelstelle wirst du irgendwann einmal gehört oder gelesen haben ohne dich bewusst daran zu erinnern. Dein Gehirn hat sie jedoch gespeichert und so kam es zu diesem Traum.

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Kommentar von Deborahelisabet
14.11.2016, 20:55

Ich hab erst jetzt den oberen Teil deines Kommentars gelesen. Ich glaube nicht, dass du in der richtigen Position bist, um beurteilen zu können, dass ich "abergläubig" sei. Vllt. ist eine gewisse Tendenz zur Paranoia vorhanden, das gebe ich gerne zu. Dazu trägt vielleicht auch meine momentane emotionale Verfassung bei. Doch wenn ich abergläubig wäre, so würde ich mich nicht an diese Kommune wenden, um eine rationale Antwort zu erlangen und hätte nicht nach einer Interpretation der Bibelstelle gefragt. Ich kenne mich selbst nicht sehr gut mit dem Glauben aus und versuche deswegen durch erfahrene Menschen meine Lücken zu füllen. Dennoch bedanke ich mich für deinen Kommentar, der zweite Teil erscheint mir recht sinnvoll und plausibel. lg 

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Ich würde dir raten mit einem kirchlichen Seelsorger in deiner Gemeinde darüber zu reden.

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