Weiß jemand was das Feudalsystem von 1789-1791 war, auf Wikipedia verstehe ich nicht was es denn genau sein soll (in der Französischen Revolution)...?

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3 Antworten

In einem Feudalsystem verleiht der König (ihm gehört gewissermaßen das gesamte Reich) Land an seine wichtigsten Gefolgsleute und erhebt diese damit in den Adelsstand. Deshalb nennt man ein solches verliehenes Land "Lehen", der Adlige ist dann ein "Lehnsherr". So sind z.B. im frühen Mittelalter die Adelsfamilien entstanden, die zum Teil bis heute existieren. Denn das Lehen ging in der Regel nach dem Tod des Lehnsherrn auf dessen Nachfahren über und nicht zurück an den Herrscher.

Der Adlige soll das Land für den König bewirtschaften und vor allem natürlich gegen Feinde verteidigen. Vielleicht hast du schon einmal den Begriff "Markgraf" gehört. Das ist ein Adliger im Rang eines Grafen, dessen Lehen an der Mark des Reiches liegt. ("Mark" ist das deutsche Wort für "Grenze"; der Begriff "Grenze" ist im Mittelalter als Fremdwort aus dem polnischen "granica" entstanden).

Die Bauern, die auf dem Lehen lebten, waren persönliches Eigentum des Lehnsherrn. Also Leibeigene. Der Lehnsherr schuldete ihnen Schutz, dafür mussten die Bauern ihm einen Teil ihrer Ernte und ihres Viehs abtreten, gewissermaßen als Steuern. Traditionell wurde ein Zehntel der Ernte abgetreten, der sogenannte "Zehnte", und diese dann in der "Zehntscheuer" gelagert (deshalb sind das immer ziemlich große Fachwerkhäuser).

Ein solches Feudalsystem gab es in Deutschland bis 1848 (in Mecklenburg bis 1918). In Russland wurde es mit der Revolution 1917 abgeschafft.

In Frankreich endete das Feudalsystem im Prinzip mit der Revolution 1789, die ja die Freiheit von der Herrschaft des Adels (und des Klerus) propagierte. Aber: Gemeint war mit dieser Freiheit zunächst nur die Freiheit der Bürger (Bourgeoisie), nicht die der einfachen Landbevölkerung, die nach dem 14. Juli wegen einer Versorgungskrise (verursacht durch eine schlechte Ernte von 1788) aufbegehrte und sich bei der Nationalversammlung tatsächlich Gehör verschaffte.

In der Nacht vom 4. auf den 5. August 1789 gab der Adel entsprechende
Verzichtserklärungen ab. Es wurden zwar Ausgleichszahlungen versprochen, denn der Adel musste ja von etwas leben. Aber dazu kam es nicht mehr. Weil sich die Ereignisse überschlugen, ging der
Adel weitgehend leer aus. Vor allem Vertreter des niederen Adels verarmten und konnten sich nur mit Mühe über Wasser halten.

Lies mal hier:

http://geschichtsverein-koengen.de/FranzRevolution.htm

Feudalherrschaft hieß dass adlige große äcker und ländereien besaßen und die bauern knechteten. Die bauern brauchten saatgut und sowas für ihre eigenen felder und um diese zu kaufen mussten sie beim landesherren ihre arbeitskraft anbieten, weil nicht genug geld oä vorhanden war.

Das heißt, dass das die Leibeigenschaft ist?

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Nein, nicht direkt, sie mussten nur quasi mit ihrer arbeitskraft bezahlen, und wurden somit abhängig, denn wenn sie für den herren bsp ernten mussten, konnten sie ja nicht gleichzeitig selbst die ernte einholen und mussten somit noch zusätzlich was zu essen vom lehnsherren kaufen und nächstes jahr mehr für ihn arbeiten

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Vermutlich ein Schreibfehler Lies "vor" statt "von"...

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