Weiß jemand etwas zum Extremismus im Islam?

11 Antworten

Nimm dich als Beispiel. Unwissen will jemanden mit Unwissen etwas erklären, die verstehen es falsch/du erklärst es falsch und schon nimmt der Islam schaden.

Wieso willst du überhaupt etwas verteidigen, wenn du nicht einmal Zeit hast ein paar Artikel zu lesen? Dir ist schon klar, dass das eine Prüfung für dich ist?

Du musst dir überhaupt keine Artikel durchlesen, nur etwas nachdenken. Der Islam wäre in Deutschland verboten, wenn auch nur ein Punkt so stimmen würde, wie es einige User hier behaupten. Wenn du geboren wirst, kommt es auf dein Umfeld an. Wer jetzt in Syrien geboren wird, der wird keine normale Kindheit haben. Sogar "normal zur Schule gehen" wäre etwas besonderes. Wenn dann noch etwas schlimmes passiert, wie z.B. die Eltern werden getötet oder du siehst, wie jemand hingerichtet wird, dann verändert das viel in dir.

... und jetzt suchen wir mal die Frage, die zu deiner Antwort passt.

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Der Extremismus im Islam ist sehr einfach zu verstehen:

  1. Der Koran gebietet, Ungläubige zu töten:
    Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf! Wenn sie sich aber bekehren, das Gebet verrichten und die Almosensteuer geben, dann lasst sie ihres Weges ziehen! Allah ist barmherzig und bereit zu vergeben. (Sure 9:5)
  2. Wir (der IS, die Hisbollah ...) haben recht und sind deshalb der einzige richtige Islam
  3. Da du behauptest, wir haben nicht recht, müssen wir dir den Kopf abschlagen (oder dich erschießen ...).

Ist es wirklich so schwer mal ne halbwegs differenzierte Antwort zu geben, Freunde?

Was man bei diesem Thema auf jeden Fall unterscheiden muss: politischer Islam und der Islam als individuelle Religion.

Der politische Islam ist in meinen Augen schlechterdings nicht zu retten, wenn es um Extremismus geht. Ja, das ist in der Regel ein allgemeines Problem von Religion - darum sollte sie in der Politik, in der Wissenschaft o.ä. - auch nichts zu suchen haben. Allerdings zeigt die Geschichte des politischen Islam in aller Deutlichkeit, wie wahrscheinlich es ist, dass was im Koran steht, für gewalttätige und menschenverachtende Ideologie und Taten benutzt werden kann (ich schreibe hier bewusst nicht "missbraucht", weil ich der Ansicht bin, das z.B. Stellen im Koran, die zur Tötung von Ungläubigen aufrufen würden, auch tatsächlich so gemein sind). Die große Mehrheit der explizit islamischen Länder (z.B. der Iran, Saudi-Arabien etc.) sind Gesellschaften, die extrem regressiv und brutal sind - und zwar nicht nur gegenüber ihren "Feinden", sondern auch gegenüber der eigenen Bevölkerung (z.B. bei der barbarischen Durchsetzung der Sharia mit Körper- und Todesstrafen) - und das eben auch mit dem Koran legitimieren (können).

Auf der anderen Seite gibt es natürliche eine individuelle Religiösität, eine eigene Auseinandersetzung des*jeder Gläubigen mit der eigenen Religion. Und die Tatsache, dass es auch Muslime gibt (und zwar auch nicht wenige), die eben nicht in barbarischem Reflex gegen alles losschlagen wollen, was sie für "unislamisch" halten, zeigt ja, dass es offenbar auch die Möglichkeit gibt, sich mit dem Islam anders zu arrangieren. Allerdings habe ich das Gefühl, dass das vor allem die Leute sind, die eben nicht ihr Leben strikt nach dem Koran ausrichten, sondern die versuchen wesentliche Botschaften ihrer Religion auszumachen und sie mit anderen Werten (idealerweise vernünftigen) in EInklang zu bringen. In diese Menschen muss man bei der Bekämpfung des islamischen Extremismus ihre Hoffnung setzen - denn nur dann, wenn liberale Auslegungen des Islam erfolgreich sind, haben die "Hassprediger" keine Chance, sich als die wahren Gläubigen zu inszenieren.

Es hilft also schon mal garnicht, mit Entschuldigungen um sich zu werden ala "der Islam ist eine friedliche Religion und alle Islamisten sind keine richtigen Muslime" (oder gar: "Am Terrorismus ist nur der Westen Schuld", wie es Jürgen Todenhöfer macht - und damit auch den IS legitimieren hilft) und es hilft genausowenig, in jedem Muslim oder jeden Muslima potenzielle Terrorist*innen zu sehen.

In der Verwantwortung sind erst mal alle Muslime*Muslima der Welt, sich für eine vernünftige und liberale Auslegung und Ausgestaltung ihres Glaubens einzusetzen - und unsere (und damit meine ich die zivilisierten, vernünftigen Menschen, wobei - entgegen anderer Behauptungen hier - auch ein nicht zu unterschätzender Teil der Deutschen rausfällt) ist es, solche Menschen zu unterstützen.

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