Weiß jemand etwas über dieses Thema?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Wahrscheinlich wirst Du zum Begriff "Zwischenwelt" sogar recht viel finden, aber nichts Solides, wissenschaftlich irgendwie Umrissenes. Der Begriff "Zwischenwelt" gehört grob gesprochen in den Bereich zwischen Tod und XY, wobei XY irgendeine Nachtodes-Endvorstellung kennzeichnet. Z.B. bei den Christen Himmel/Hölle - als Zwischenwelt gibt es da das Fegefeuer. Bereits in den alten Mythen zu Vorstellungen über Wiedergeburt oder Unterwelt gibt es Vorstellungen von Zwischenwelt. Darum gab man oft eine Münze mit, damit die körperlose Seele den Fährmann über den Fluss in eine Unterwelt bezahlen konnte und nicht als heimatloser Geist in der Welt herumstolpert. Untote sind Bewohner einer Zwischenwelt. Doch die Vorstellungen dazu sind nicht nur vielfältig und phantasiereich, sie sind, was Dein Problem ist, sehr unpräzise. Drakula ist ein Untoter! Susie ist im Film "In meinem Himmel" offenbar eine solche Untote, die von ihrem verlorenen Leben und Lieben nicht lassen kann. Bei uns war es Tradition, das man bei einem Sterbenden (da starben die Leute noch daheim), wenn der Tod gekommen war, das Fenster aufmachte, damit die Seele raus kann. Was hat das mit Ethik zu tun. Nun, solche Vorstellungen über Leben und Tod und das danach prägen auch unser Verhalten im Leben. Darum ist es nicht unwichtig, diese Vorstellungen zu kennen, um das ethische Handeln von Menschen zu verstehen.

Ich habe gesehen, dass Du auch EPIKUR angegeben hast. Wieso, ist nicht ersichtlich. Nur soviel: EPIKUR lehnt alle Vorstellungen von einem Weiterleben nach dem Tod ab. Also auch Zwischenwelten. Die sind nicht sein Ding. Für Epikur sind Vorstellungen von Zwischenwelten und Unterwelt und Himmel und Hölle und was nicht alles Vorstellungen, die den Menschen Angst machen sollen. Mit dem, was Schreckliches nach dem Tod kommen kann, werden die Leute bereits im Leben meschugge gemacht, können ihr Leben nicht angstfrei leben, weil irgendwelche Geschichten ihnen Furcht einjagen. Meist werden diese Geschichten von Religionen und ihren Funktionären (Priester, Kleriker) verbreitet, um über eine undefinierbare Angst Macht über das Leben der Menschen zu bekommen. Epikur ist Atomist. Nach dem Tod zerfallen die Atome, auch die feinen Atome der Seele und gehen neue Verbindungen ein. Wir vergehen daher nicht, doch unsere Atome mischen sich wieder ins Meer des Lebens. Eigentlich eine schöne Vorstellung _ und angstfrei!

1
@berkersheim

Epikur verwendet den Begriff "Zwischenwelten" in seiner Ethik explizit als Bezeichnung für die Wohnstatt der Götter. Deshalb habe ich Epikur angegeben. Zwischenwelten sind bei ihm die unendlichen und leeren Räume zwischen den Atomen.

0
@holodeck

Danke an holodeck. Der erste Hinweis ist richtig und falsch, weil Epikur mit dem als "Zwischenwelt" übersetzten Begriff nicht das meint, was hier angesprochen ist. Der Letzte Satz ist falsch. Epikur und die Atomisten verwenden je nach Perspektive das Wort "leerer Raum" als logische Bedinungen für Bewegung. Wichtig ist, dass Epikur zu den Naturphilosophen (oft als Vorsokratiker bezeichnet, was sachlich falsch ist), für die es keine Trennung zwischen Materie und Geist gibt. Der Dualismus, bei Platon wie Aristoteles zu finden, ist nicht ihr Ding. Für sie ist alles eine Natur (Parmenides) in unterschiedlicher Gestalt. Auch Götter sind Teil dieser einen Welt und dabei ist offen, ob es sich dabei um "real existierende Gestalten" oder um Phänomene der Vorstellung handelt. Diese Feinheiten der epikureischen Philosophie sind ja leider gekappt worden. Da aber Diogenes Laertius ein oft übersehenes Postulat Epikurs überliefert, wonach alles, was wirkt, eine reale Gründung hat (wird teils im Pragmatismus wieder aufgegriffen ohne Hinweis auf den Ursprung), ist die Vorstellung Epikurs von "real wirkenden Göttern" sehr differenziert zu betrachten. Hier spricht Epikur von Wirkkräften, die wir nicht so recht erklären können, auch wenn die Hirnforschung meint, durch physikalischen Reduktionismus diesen Phänomenen beizukommen.

1
@berkersheim

Ah, sehr interessant. Ich kenne mich da nicht so aus mit dem Epikur. Was ich schrieb ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Habe das zusammengefasst aus dem Buch "Geschichte der Ethik" von Jan Rohls.

"Epikur muss daher eine Physik als Basis seiner Ethik wählen, die kein schicksalhaftes teleologisches Weltprinzip annimmt, und greift deshalb zurück auf den Atomismus Demokrits. Danach ist die Welt mechanistisch-kausal durch die Beziehung der Atome im leeren Raum bestimmt, und da die Zahl der Atome wie auch der leere Raum unendlich sind, gibt es unendlich viele Welten, die voneinander durch leere Räume getrennt sind. In diesen Zwischenwelten leben die Götter, unbekümmert um das Geschick der Welten, und dieser die Gottesfurcht aufhebende rechte Logos über die Götter ist für Epikur die wahre Frömmigkeit. "

0
@holodeck

Man kann einen Prozess der Entwicklung der Theorie des Atomismus verfolgen der über Demokrit zu Epikur geht. Im Gegensatz zu Demokrit lehnt Epikur vehement dessen Determinsmus ab und für die zufällige Abweichung ein, als Grundlage für Innovation und eine Art "gebundene Freiheit". Die Grundprämissen, die auch Epikur widerholt, finden sich bereits bei Parmenides und Heraklit. Parmenides betont die Einheit des Weltgeschehens und Heraklit die Prozesshaftigkeit. Der leere Raum ist eine logische Prämisse, damit sich auch kleinste Unteilbare bewegen können. Sie gilt für kleinste Moleküle wie für die ganze Welt. In seinem Bestreben, die Menschen von falschen Ängsten zu befreien, zeigt Epikur, dass wenn die Götter der Annahme des Glücklichseins folgen, sie sich nicht in Menschenangelegenheiten einmischen, weil das ein Grund für Sorge, Erfolg und Misserfolg wäre und das sich mit absolutem Glücklichsein nicht verträgt. Mit diesem Argument stößt Epikur die mehrheitlich sehr götter- und schicksalsgläubigen Menschen seiner Zeit (hohes Maß an Aberglaube) nicht vor den Kopf, bricht aber der Angsterzeugung der Priesterschaft zur Lenkung der Massen die Spitze ab. Er ermuntert die Menschen, den Spieß umzudrehen: Die Götter nicht als angstmachende Gewalten sondern als lebenspositive Vorbilder für eine optimale eigene Lebensgestaltung. Grundsatz der epikurschen Ethik ist die Feststellung, dass alles Leben, auch Menschen, bestrebt sind, die Probleme, die das Leben stellt, positiv zu bewältigen. Das bedeutet nicht Lust um jeden Preis. Eine weitere Grundeinstellung ist: Niemand kann in einer ungerechten Gesellschaft für sich allein glücklich werden. Ein gelingendes Leben kann man nur gestalten, wenn man auch fair und gerecht handelt. Epkur vertritt eine evolutionäre kulturelle Entwicklung alles Gesellschaftlichen und niemand erfindet alles neu sondern steht auf den Schultern von Vorgesellschaften. Auffallend ist, dass er dabei wie Karl Popper einen "negativen Utilitarismus" vertritt, sprich sein Augenmerk liegt auf dem Ausmerzen von Fehlern und stückweiser Verbesserung.

1

Danke deine Antwort hat mir sehr geholfen. Bei uns an der Schule ist der Ethikunterricht komplett anders aufgebaut. Wir machen mehr solche Dinge zum Beispiel auch über Depressionen, Magerwahn, Zwischenwelt usw. Eigentlich nur interessante Themen. Und den Begriff "Epikur" hab ich nicht angeben jemand anderes hat diesen hinzugefügt. Ich weiß nicht mal was es bedeutet :D

0

Nach dem Smiley kommt noch dazu: Aber jetzt weiß ich ja was es bedeutet. :)

0

Ich selber kann mit Esotherik gar nichts anfangen und halte solche Denkvorstellungen für Humbug, aber vielleicht hilft dir das weiter:

http://www.questico.de/Magazin/esoterik-forum/Aktuelle+Fragen/was-bedeutet-die-sogenannte-zwischenwelt

Du kannst das Thema ja sicher auch kontrovers diskutieren.

Mit Esoterik à la Questico hat die Zwischenwelt im Fach Ethik auch nichts zu tun.

1

Ich kann dir jetzt nicht mit Sicherheit sagen was das ist, aber ich denken es ist der Zustand zwischen Leben und Tod. Leute, die z.B. einen schweren Unfall hatten, haben sich schon einmal in der "Zwischenwelt" befunden und eine Art Vision gehabt. Du kannst ja mal auf YouTube nachschauen, da gibt es bestimmt Berichte über solche "Zwischenwelt-Erfahrungen". Viel Erfolg weiterhin! :)

Hast du "Esoterik" als Tag vergeben?
Wieso?

Die richtige Google Suchanfrage muss lauten "+Zwischenwelt +Ethik". Dann wirst du fündig. Epikur wäre hier ein möglicher Hinweis. In den Zwischenwelten, das sind die schier unendlichen leeren Räume zwischen den Atomen, wohnen die Götter. Unbekümmert von allem, was in der Welt passiert.

https://books.google.de/books?id=YmiRAVYKmV4C&pg=PA81&lpg=PA81&dq=zwischenwelt+ethik&source=bl&ots=1j6bXIjGfx&sig=Jv3j2Cxh8-XNQc_hjHDuZ8Rcno8&hl=de&sa=X&ei=rZzPVPGiPIXyUq_PgbAE&ved=0CEYQ6AEwBDgK#v=onepage&q=zwischenwelt%20ethik&f=false

zwischen den atomen besteht die welt des bösen, die sich in großen zerstörerischen energienen ausdrückt (atombombe, wasserstoffbombe, neutronenbombe)

Mir würde dazu nurn die Geisterwelt einfallen. Spiegel sollen ja bekanntermaßen auch Portale zur Geisterwelt sein. Jedenfalls wird immer vor der Benutzung des Hexenbrettes geraten die Spiegel abzuhängen.

Eine halbe Std ist nicht viel. Such weiter. Dass die Bücherei heute und morgen geschlossen hat, ist kein Grund, dass wir für dich recherchieren sollen. Du würdest dabei nichts lernen.

Ich wollte ja nicht das ihr für mich recherchiert. Ich wollte nur wissen ob es jemand gibt der etwas über dieses Thema weiß und sorry ich hab es kompliziert geschrieben. Ich meinte eine halbe Stunde im Internet recherchiert. Davor saß ich auch schon seit 13:30 Uhr dran.

0

Was möchtest Du wissen?