weis jemand etwas zu catilina?

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In antiken Quellen stehen Darstellungen des Charakters.

Marcus Tullius Cicero schildert Lucius Sergius Catilina vor allem in seinen 4 Reden gegen Catilina (Orationes in Catilinam). Die Charakterisierungen sind nicht unparteiisch und zielen darauf, Catilina als verbrecherisch darzustellen, wobei seine Fähigkeiten ihn gefährlich machen. An Stellen wie Orationes in Catilinam 3, 17 kommen Eigenschaften wie Dreistigkeit, Bösartigkeit, Belastungsfähigkeit, Ausdauer, Leidenschaftlichkeit, Entschlossenheit, Schlauheit vor.

Der Geschichtsschreiber Gaius Sallustius Cispus charakterisisert Catlina in seinem Werk „De Coniuratione Catilinae“ („Über die Verschwörung des Catilina“). In Kapitel 5 steht eine allgemeine Beschreibung Catlinas. In dem Werk hat Catilina Eigenschaften wie starken Geltungsdrang, Herrschsucht, Grausamkeit, Maßlosigkeit, Verwegenheit, Mut. Auch Sallust hat eine Darstellungsabsicht, die Catilina als beispielhaftes Ergebnis der Verdorbenheit der Zustände im römischen Staat sieht.

Plutarch hat in seinen Biographien über Cicero und über Caesar etwas über die Verschwörung geschrieben.

In den Geschichtswerken von Appian und Cassius Dio stehen Abschnitte.

Diese Quellen und weitere aus der Antike werden behandelt bei:

Hans Drexler, Die Catilinarische Verschwörung : ein Quellenheft = Coniuratio Catilinae. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1976. 2., unveränderte Auflage 1989 (Texte zur Forschung ; 25). ISBN 3-534-04630-7

Zu Sallust gibt es Kommentare und Bücher über den römischen Geschichtsschreiber, ziemlich neu ist:

Stephan Schmal, Sallust. Hildesheim ; Zürich ; New York : Olms, 2001 (Studienbücher Antike ; Band 8). ISBN 3-487-11442-9

Biograhien über Cicero sind auch nützlich:

Manfred Fuhrmann: Cicero und die römische Republik : eine Biographie. Düsseldorf : Zürich : Artemis und Winkler, 4. Auflage, 1997. ISBN 3-7608-1919-2

Christian Habicht, Cicero der Politiker. München : Beck, 1990. ISBN 3-406-34355-4

Motive Catilinas für seine Verschwörung waren offenbar sein Streben nach Macht und Erfolg und sein zweimaliges Scheitern beim Versuch, durch Wahlen Konsul zu werden. Ziel der Verschwörung war, doch noch an die Macht/in das höchste Amt zu kommen und Konsul zu werden. Vermutlich gab es auch eine Absicht zu einer Schuldentilgung (Wahlbewerbungen waren mit Geldaufwand verbunden).

Seine Vorgehensweise war eine Verschwörung, die andere an einem Umsturz Interessierte, darunter verschuldete junge Adlige, zu gewinnen versuchte. Es soll Mordpläne gegen die Konsuln und wichtige Senatoren und Verbindungen zu Unzufriedenen in Italien (z. B. in Etrurien) gegeben haben. Vorwürfe von Verschwörungsplänen bestritt er und blieb zunächst in Rom, verließ aber nach einer Senatsrede Ciceros die Stadt. Aus bewaffneten Anhängern bildete er ein Heer, verlor aber eine Schlacht und starb dabei selbst nach hartnäckigem Kampf.

Ein ähnliches neuzeitliches Beispiel ist Kukoi Samba Sanyang, der bei Parlamentswahlen verlor und 1981 Anführer eines Putschversuches in Gambia war. Putschversuche und Staatsstreiche hat es z. B. auch in südamerikanischen Staaten oft gegeben (die Beispiele sollen ja nur ähnlich sein, nicht genau gleiche Entsprechungen).

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