Weinstock schneiden - wie?

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6 Antworten

Weinreben muss man im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen nicht direkt über einer Knospe zurückschneiden, sondern in der Mitte zwischen zwei Knospen. Um dickere Trauben zu erhalten, kann man außerdem im Sommer die Fruchtstände ausdünnen, wie auch sonst beim Obst, z.B. Pfirsichbaum, Pfirsich (Prunus persica). So dicke Weintrauben wie im Supermarkt bekommt man damit in der Regel zwar nicht, meist schmecken sie dafür aber besonders lecker.

Schnell-Info zum Weinschnitt

Hier finden Sie eine Kurz-Anleitung für den Schnitt eines Weinstockes, der in den Vorjahren fachgerecht erzogen wurde. Die Schnittanleitung hilft auch dann, wenn die Pflanze keine fachgerechte Erziehung durchlaufen hat, aber noch relativ jung ist (ca. 2 - 5 Jahre). So können Sie eine Rebe zunächst grob in Form bringen. Stark verwahrloste Stücke hingegen brauchen einen Auslichtungsschnitt.

Winterschnitt im Februar/März

  1. "Vorjahresholz" erkennen: Das sind alle im Vorjahr gewachsene Triebe. Sie sind meist gelbbraun, ocker oder rotbraun und haben im Abstand von 5 - 15 cm Knospen, die, wenn sie angekratzt werden, innen grün sind.

  2. Erster Grobschnitt: Kürzen Sie ALLE diese dünnen, langen Vorjahres-Triebe bis auf ca. 4 - 6 Augen (Knospen).

  3. Knospen zählen: Früchte für das nächste Jahr wachsen nur aus den Knospen dieses Vorjahresholzes. Wieviele solcher Knospen auf einem Quadratmeter Wandfläche haben Sie jetzt noch? Es sollten deutlich mehr als 20 / qm sein.

  4. Knospen auswählen: "Gute" Vorjahrestriebe sind mindestens so dick wie ein Bleistift und befinden sich nicht am Ende meterlanger, dünner Verzweigungen, sondern möglichst nahe an einem dickeren Stamm, falls bei Ihrer Rebe eine Art Stammgerüst erkennbar ist. Wählen Sie jetzt ca. 5 - 7 eingekürzte "gute" Vorjahres-Triebe pro Quadratmeter, die stehen bleiben dürfen, und markieren Sie diese, z. B. mit farbigem Band.

  5. Zweiter Grobschnitt. Schneiden Sie alle nicht markierten Triebe bündig an einem dickeren Trieb ab oder den dickeren Trieb gleich mit bis zum Hauptstamm weg. Nach dieser Tortour sind ca. 90 % des Geästes entfernt.

  6. Feinschnitt: Schneiden Sie die verbleibenen und markierten Triebe so, dass im unteren Bereich Stummel mit nur 2 - 3 Knospen ("Zapfen"), im oberen solche mit 4 - 6 Knospen ("Strecker") verbleiben und dass Sie ungefähr die Zahl von 15 - 20 Augen pro Quadratmeter Wandfläche erreichen.

Winterschnitt: Das karge Stammgerüst und die vielen Neutriebe des letzten Jahres sind sichtbar. Der rechte Bereich ist bereits beschnitten.

Nach dem Weinschnitt, Rebe in freier Fächerform.

http://www.fassadengruen.de/uw/weinreben/uw/rebschnitt/uw/weinschnitt/weinschnitt.htm

Wahrscheinlich geht es dir nicht um die Ernte von besonders viel Wein. Dann kannst du den Weinstock jetzt großzügig so zurückschneiden, wie du ihn gerne hättest. Sieh vor allem zu, dass er oben nicht überhängt, sonst verkahlt er nämlich unten, weil er dort kein Licht bekommt. Wo du ernten willst, musst du natürlich einige (5?) Augen vom diesjährigen Trieb stehenlassen. Verholzte Hauptzweige würde ich nur abschneiden, wenn sie nicht vernünftig unterzubringen sind.

Die beste Zeit ist im Herbst nach der Ernte.

Du kannst ihn ziemlich radikal zurückschneiden, er wird im nächsten Frühjahr wieder prächtig austreiben.

Ich würde den Haupttrieb und einige Seitentriebe stehenlassen.

im Herbst auf fünf Augen zurückschneiden

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