Weihnachtsgeld gestrichen bei Insolvenz?

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9 Antworten

Darf der Arbeitgeber das einfach machen?

Ganz so einfach ist es nicht.

Ist das Weihnachtsgeld arbeitsvertraglich geregelt? Wie? Gibt es einen anwendbaren Tarifvertrag? Wenn ja, was steht da bezügl. der Zahlung von Weihnachtsgeld? Gibt es eine entsprechende Betriebsvereinbarung? Wurde in der Vergangenheit das Weihnachtsgeld ohne den Vorbehalt der Freiwilligkeit gezahlt?

Es kann also sein, dass der Anspruch arbeits- oder tarifvertraglich geregelt ist (das kannst Du herausfinden). Bei einer entsprechenden Betriebsvereinbarung über die Zahlung von Weihnachtsgeld kann der AG auch nicht auf eigene Faust kürzen oder streichen. Dasselbe gilt bei der vorbehaltlosen Zahlung über einen längeren Zeitraum. Das nennt man dann betriebliche Übung. Auch diese kann nicht einfach ignoriert werden.

Du siehst, Deine Frage wirft weitere Fragen auf und viele Antwortmöglichkeiten. Meine persönliche Meinung dazu ist: Ich würde mir eher um meinen Arbeitsplatz und damit um mein geregeltes Einkommen Sorgen machen als um die Einmalzahlung.

In unserem Betrieb hat in der Krisenzeit 2008/2009 die GL zusammen mit dem BR die Streichung des Weihnachtsgelds beschlossen um keine MA kündigen zu müssen. Das ist damals bei den Kollegen auch auf Zustimmung gestoßen.Als es der Firma wieder besser ging, bekamen wir das nachgezahlt.

Es gibt aber auch Firmen, die es einfach streichen und nicht nachzahlen und ihnen geht es nicht wirklich schlecht. Sie haben halt alles buchmäßig so hin gebogen, dass sie sich immer an der Teppichkante bewegen - den Geschäftsführer geht es mehr als gut - so gut, dass sie permanent in ihren Anwesen im Ausland sind.

Grauzone auf dem Rücken der Arbeitnehmer?

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@Spassbremse1

@Spassbremse: Meine Antwort bezieht sich auf die Frage ob der AG einfach kürzen darf oder nicht und dazu haben wir zu wenig Infos. Wenn aber die Firma evtl. Insolvenz anmelden muss, wäre die Sorge um das Weihnachtsgeld meine geringste. Da würde ich mir eher Sorgen um meine berufliche Zukunft und das Familieneinkommen machen.

Es gibt aber auch Firmen, die es einfach streichen und nicht nachzahlen und ihnen geht es nicht wirklich schlecht

Da gebe ich Dir recht, leider gibt es diese. Wenn man aber keine rechtliche Handhabe (z,B. geltender Tarifvertrag) hat, kann der AG dies, da es keine gesetzlich festgelegte Zahlung ist, auch tun.

Ich will am Beispiel in unserer Firma nur zeigen, dass sich meine Kollegen über die Streichung des Weihnachtsgelds nicht sehr aufgeregt sondern Verständnis gezeigt haben. Die Erhaltung aller Arbeitsplätze hatte Priorität. Die Nachzahlung war nicht versprochen, wir hatten dieses Geld schon abgehakt. Der AG bezahlte aus freien Stücken und hat (sehr clever) damit die MA motiviert und für ihren Einsatz belohnt.

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Was nutzt denn ein Anspruch auf eine Zahlung, wenn der Arbeitgeber insolvent also Zahlungsunfähig ist ? Falls das Weihnachtsgeld nicht tariflich oder vertraglich geregelt ist, handelt es sich üblicherweise um eine rein freiwilige Sozialleistung ohne Rechtsanspruch.

Das kommt auf deinen Arbeitsvertrag an. Wenn da drin genau geregelt ist das du 14 Gehälter (Urlaubs und weihnachtsgeld ) bekommst ist es verboten!

Verträge können geändert werden.

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Es gibt überhaupt keinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Das ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Und wenn kein Geld da ist, dann wirds halt gestrichen oder gekürzt. Du kannst einem nackten Mann nicht in die Tasche packen. Sei doch froh, dass du bisher noch Weihnachtsgeld erhalten hast...........bei den meisten wurde das schon vor Jahren gestrichen!!!

Darf er, den laut Arbeitsrecht ist das eine KANN Bestimmung.

Nur wenn im Arbeitsvertrag, die Sonderzahlung explizit festgehalten ist, darf er es nicht tun.

Wenn einem Unternehmen die Insolvenz droht, sollten dann nich alle Beteiligten an einem Strang ziehen und so viel wie möglich dazu beisteuern, daß die Insolvenz nich doch noch abgewendet werden kann?

Gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibts nicht. Wenn du mit den neuen Bedingungen nich einverstanden bist, kannste auch gehen.

Weihnachtsgratifikation ist, wenn nicht im Arbeitsvertrag vereinbart, eine freiwillige Leistung und kann auch gestrichen werden.

Eigentlich, wenn vereinbart, muß es auch gezahlt werden. Eigentlich......

Du hast da wohl eher ein persönliches Problem und das sieht so aus, dass Du Dir mal über grundlegende, eigentümliche, wenn auch fiese und sozialideologisch fragwürdige, sicherlich arbeitnehmerfeindliche Eigenheiten der Mathematik im Klaren werden solltest.

Insolvenz bedeutet Pleite und das bedeutet nix mehr da, mathematisch definiert 0.

Zahl mal von 0 Weihnachtsgeld, wieviel kommt dabei wohl rum (egal ob zulässig oder nicht)? Eben. 0

Pass zudem mal auf, auch Dein Gehalt kann dabei hinfällig werden, wenn icht mehr genug da ist, um das zu bezahlen, woher nehmen? Soll Dein Chef ne Bank ausrauben?

Aus 0 kommt 0. so einfach ist das faktisch, Gesetze interessieren da nicht mehr. Lang mal einem nackten Mann in die Tasche.

Ich rate daher, weniger um Dein Weihnachtsgeld, als um Deinen Job zu bangen, der kommt nur kurz darauf, dass der weg sein könnte.

Ich frage mich, wie bei den hohen Summen, die die Heime einnehmen Insolvenz drohen kann? Die sollen euch mal Belege zeigen, dass es ihnen so schlecht geht.

Gerade die Branche ist doch am boomen!

Gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld hat man nicht. Daher kann der Arbeitgeber das ohne Probleme machen.

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