Weibliche japanische Namen mit Bedeutungen?

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7 Antworten

Japaner legen in der Regel keinen besonderen Wert auf die wörtliche Bedeutung von Namen und haben auch nichts für die Poesie der Namen übrig.

Familiennamen

Wenn da jemand mit Nachnamen "Glyzinienfeld" heißt, finden die Westler das absolut traumhaft, romantisch und exotisch. In Japan ist "Fujiwara" aber ein völlig normaler Nachname.

Zudem ist die Bedeutung von Nachnamen oft eher prosaisch. Da haben wir Herrn "Feldmitte" (Tanaka) und Frau "Großberg" (Oyama), außerdem noch die Nachbarn "Glücksinsel" (Fukushima) und "Schwarzfluß" (Kurokawa).

Vornamen

Bei Vornamen sieht es ähnlich aus. Die Namen werden nicht primär nach Bedeutung ausgewählt, sondern weil sie schön klingen. Da gibt es dann eben Aiko (Liebekind) oder Hana (Blume), ohne dass es Begeisterungsstürme auslösen würde.

Der einzige wirkliche Aberglaube der mit Namen verbunden ist, ist die Vorstellung von einer glückbringenden Anzahl von Strichen, mit denen die Schriftzeichen des Namens geschrieben werden.

Manga-Namen

Die Namen von Charakteren sind oft gar keine real gebräuchlichen Namen, sondern sind entweder Wortspiele, oder verdeutlichen den Charakter der Person.

Da heißt die herumhüpfende Superheldin im Hasenkostüm eben  einfach "Tobi Usagi" - doch kein echter Japaner heißt "Hüpfhase". Die Namen kommen Ausländern also nur so toll vor, weil sie nicht verstanden werden.

Wir lachen, wenn in Disneys Lustigem Taschenbuch der Schurke "Bruno Bitterböse" heißt und finden den Namen doof.

Das japanische Manga-Namen teilweise genau so doof sind, kriegt ja keiner mit. Manchmal ist Unwissen halt doch ganz angenehm. ;-)

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Kommentar von Limsomania
26.06.2015, 09:59

Danke für diese ausführliche Erklärung. :) Ist ziemlich hilfreich für das generelle Wissen. :D Laut deinen Beschreibungen bin ich demnach auf der Suche nach Manganamen (was ja eigentlich auch so ist) bzw Namen für einen MMORPG & RPG Charakter. :D

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Warum meint eigentlich jeder, dass alle japanischen Namen eine uebersetzbare Bedeutung haben? Nein, japanische Namen lassen sich nicht in 'Ritter der Kokosnuss' oder 'blutiger Engel' oder 'der Unsterbliche' uebersetzen, denn Namen sind nur Namen, waren immer welche und werden auch immer welche bleiben. Das ist im Deutschen uebrigens auch so, oder hast du dich schonmal als 'Ich heisse Stella, aber bitte nennt mich der Stern.' vorgestellt?

Ja, man kann sich die Schriftzeichen des Vornamens der eigenen Kinder aussuchen, und diese dann in ihrer Bedeutung analysieren. Aber im Zusammenspiel mit den anderen Namenszeichen, dem Kontext und der vielleicht untypischen Lesung, ist eben nicht mehr die Rede von einem Blumenkind, sondern von Hanako, mit der Bedeutung 'weiblicher Vorname mit der Aussprache Hanako'.

(In diesem Fall ist das KO sogar nur eine ganz gewoehnliche Endung fuer Frauennamen und hat mit dem KO fuer 'Kind' nur noch die Form gemeinsam.)

Im Alltag sagt man hoechstens (und das fast nur unter Frauen) 'Wow, du hast aber ein schoenes Zeichen in deinem Namen!' oder 'Wow, ich habe das gleiche Zeichen in meinem Namen!'. Und beim Erklaeren der Zeichen (z.B. am Telefon) wuerde Hanako dann natuerlich 'Das schreibt man mit Blume und Kind.' sagen, sollte es bei der Schreibweise MIssverstaendnisse geben.

Viele Namen haben einfach nur Tradition oder wurden deshalb gewaehlt, weil der Schreinpriester (dem man viel Geld gegeben hat) diesen ausgewaehlt hat, man einfach nur in einem Buch nachgeschlagen hat, das Zeichen schoen findet, das Zeichen zu der Aussprache passt, die man sich erdacht hat oder weil es einfach zu den anderen Kindern passt (Beispiel: durchnummerierte Maennernamen oder das selbe geschlechtsanzeigende Zeichen im Namen).

Ein Arbeitskollege hat seine Tochter AIKA genannt, weil mein Nachname mit dem Laut AIKA anfaengt (wir sind gut befreundet) und das zufaellig auch ein japanischer Frauenname sein kann. 'Uebersetzt' wuerde sie 'gruene Frucht' heissen, tut sie aber natuerlich nicht, denn bloss die Einzelzeichen haben diese Bedeutungen.

Viele, vor allem Frauennamen haben auch gar keine Bedeutung, weil man sie in den bedeutungslosen Hiragana schreibt oder man die Zeichen nur nach Lautung gewaehlt hat (Google: Ateji). Dann gibt es beispielsweise den Namen Hifumi (maennl.), der mit den Zeichen 123 geschrieben wird. Da mag es sicherlich eine Herkunft zu geben, aber am Ende ist es eben doch nur ein Name.

Familiennamen haben sogar noch weniger Bedeutung, denn die wurden in der Regel von den ansaessigen Schreinen bestimmt und beschreiben oft lediglich den Wohnort der Familie. So koennten die ersten Tanakas in Mitten eines Reisfelds gewohnt haben.

Es gibt in Japan sogar ein Dorf, wo die Leute, nach Hobbys und Auffaelligkeiten benannt wurden. Da gibt es dann einen Herrn Koshi (geschrieben mit dem Zeichen fuer 'Huefte'), dessen Familie deshalb so heisst, weil ein Vorfahre mal was mit der Huefte hatte und ihn jeder deswegen kannte. Genauso wie der Herr Ushi (geschrieben mit dem Zeichen fuer 'Kuh'), dessen Vorfahren eine Kuh hatten.


Ist man kreativ, dann kann man in der Literatur vor allem mit den Nachnamen spielen und so genannte Telling Names erschaffen. So koennte man mit der Wahl bestimmter Schriftzeichen sofort Rueckschluesse auf bestimmte Aspekte der Figur zulassen. In der Weltliteratur waeren beispielsweise Klaas Klever aus Entenhausen, die Schluempfe, viele Asterixfiguren oder auch Figuren aus Harry Potter zu nennen. Diese Namen sind aber Fantasie und in der Realitaet so nicht zu finden, vor allem dann nicht, wenn sie Zeichen mit negativer Bedeutung enthalten.

Moechte man so einen Namen erfinden, dann sollte man sich ein Namenskanji-Zeichennachschlagewerk kaufen und sich ein bisschen in die Namenserschaffung im Japanischen einlesen, denn soll etwas zumindest ansatzweise wie ein echter Name klingen, dann kann man nicht einfach das Woerterbuch aufschlagen und sich das naechstbeste Wort aussuchen.


Man tut also ganz gut daran, wenn man Namen einfach Namen sein laesst und hoechstens in etwas realitaetsferner Literatur mal ein bisschen genauer guckt.

Japaner machen da im echten Leben viel weniger Stress drum, als so mancher nicht-japanischer Animefan. Beispielsweise wissen viele Leute gar nicht wirklich bewusst, wie ihr langjaehriger Bekannter mit Vornamen heisst, weil man sich schon immer nur mit Familiennamen angesprochen hat.


Hat man ein bestimmtes Zeichen, das man gerne in einem japanischen Namen haette, oder eine bestimmte Lautung zu der man Zeichenkombinationen wissen will, ist diese Seite zu empfehlen:

http://name.m3q.jp/

Hier muss man aber des Japanischen maechtig sein.

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Kommentar von Limsomania
26.06.2015, 10:06

Danke dir für diese wirklich sehr ausführliche Erklärung. :)

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hallo,

mir hat mal eine gute bekannte, die japanerin ist, gesagt, dass japanische namen im normalfall keine bedeutungen haben. wie gesagt - im normalfall...

sonoi - quelle im garten

sirinet - blume

takajutah - delphin

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Kommentar von Limsomania
25.06.2015, 23:05

Danke ;)

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Kommentar von Nekyosha
25.06.2015, 23:14

Ja, total Japanisch...

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Kommentar von gypsywarrior
25.06.2015, 23:15

Niemand nennt in Japan sein Kind so wtf

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Kommentar von bianchaneunzehn
25.06.2015, 23:29

Im Übrigen bestehen japanische Namen aus Kanji und jedes Kanji hat eine Bedeutung. Daher gibt es eigentlich keine Möglichkeit, dass ein Name nichts bedeutet.Viel wahrscheinlicher ist es, dass ein Name 100te Bedeutungen haben kann, je nachdem wie man ihn schreibt.

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Sakura -> Kirschblüte

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Hei :D

http://www.docoja.com:8080/kanji/quicks?dbname=kokud&sword=umi&stype=0

Gib da einfach ein Wort ein. Da kommen dann sehr viele Vorschläge auf japanisch und dann kannst du dir aussuchen, was du am Besten findest. So bist du sogar in der Lage, die Bedeutung des Wortes zu wählen ^^

Mein Favo ist und bleibt aber "Kakashi", mein Lieblings-Anime-Charakter - das heißt nämlich Vogelscheuche und sieht ihm etwas ähnlich und passt etwas zu seinem Charakter, weil er so lustig drauf ist ^-^

Ich hoffe, dass ich behilflich sein konnte,

LG Lilli

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