Wegeunfall: Als Autofahrer Radfahrer übersehen und nun von dessen Arbeitgeber eine Rechnung über Lohnausfall erhalten - Rechtens?

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3 Antworten

Du musst gar nichts bezahlen. Als Halter eines PKW in Deutschland hast Du eine Haftpflichtversicherung und genau dahin schickst Du die Rechnung. Alternativ setzt Du dich mit dem Arbeitgeber in Verbindung und teilst ihm deine Versicherungsnummer und die Versicherung mit. 

Deine Fragen:

a) Ansprüche aus dem Jahre 2016 verjähren am 31.12.2019. Ja der darf drei Monate später abrechnen.
b) nein, der Arbeitgeber hat nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz im Krankheitsfall für 42 Tage das Gehalt weiterzuzahlen. 
c) Die BG wird Dir keine Sozialdaten herausgehen. Kannst Du aber gerne mal versuchen. Falls es klappt, verkaufe die Story an die Bild ;)
d) Falls du den Fall nicht an die Versicherung gibst, kannst Du die Gegenseite selbstverständlich auffordern, den Anspruch zu beweisen. Falls die Versicherung den Fall übernimmt, macht die Versicherung das sowieso und die haben Erfahrung damit. 
e) Der Radfahrer hatte Vorfahrt. Allein der sich trotzdem unerwartet nährende PKW und der dazugehörige Schreck könnte ausreichend sein, deine Beteiligung zu begründen. Dazu kommt die Gefährdungshaftung, die Du als PKW Fahrer ohnehin hast. 
f) Nein musst Du nicht... Allerdings musst du wissen, dass verschiedene Parteien Schadenersatzansprüche aus dem Vorfall haben könnten. Die dürfen sich, auch direkt an deine Versicherung wenden. Da wäre die Berufsgenossenschaft für das komplette Heilverfahren, ggf. für Geldleistungen, der Arbeitgeber (kam schon) und der Verletzte selbst (Schmerzensgeld, Sachschadensersatz). Unwahrscheinlich aber möglich sind auch noch die Krankenkasse (U1 Umlage - trifft nur bei bestimmten Arbeitgebern zu) und die Deutsche Rentenversicherung (wenn es Beitragsforderungen gibt). 

g) Hier geht es nur um die Frage selbst zahlen oder der Versicherung melden und in der Haftpflicht ggf. höher gestuft zu werden.

Die BG wird auf jeden Fall noch kommen. Ich rechne hier nur damit, dass es um die Erstbehandlung beim Durchgangsarzt und evtl. Medikamente geht. Dann liegt die Forderung bei 145,25 € (2016). Sollten noch Fahrtkosten / Heilmittel dazukommen, wird es natürlich teurer, wobei ich bei der kurzen AU damit nicht rechne. 

Ob der Gegner noch mit einer Forderung kommt ist fraglich. Viele Leute scheuen den Weg zum Anwalt. Der hat aber auch lange dafür Zeit. 

Den Arbeitgeber kennst Du. 

Der Vollständigkeit halber: die DRV kommt definitiv nicht, die Krankenkasse kommt nur, wenn der Arbeitgeber nicht 100 % des Gehalts haben wollte sondern nur so etwa 30 % 

Dies ist keine Rechtsberatung, sondern nur meine persönliche Meinung. 

Viele Grüße aus NRW

Lumbago

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Sie haften, wenn Sie den Schaden (mit-) verursacht haben. Dazu gehört beim Auto allein schon die Betriebsgefahr. Ein persönliches verschulden muss gar nicht vorliegen. Also ein Fall für Ihre KFZ-Haftpflichtversicherung. Diese wird sich des Falles annehmen und prüfen, ob sie die Forderung ganz oder nur teilweise begleicht. Die prüft dann auch, ob und welcher Schaden genau auf das Ereignis zurückzuführen ist. Generell aber haben Sie einen Anspruch darauf, dass derjenige, der von Ihnen etwas fordert, diese Forderung auch belegt. Es ist vollkommen o.k., dass der Arbeitgeber erst jetzt die Forderung geltend macht. Sie ist jedenfalls nicht verjährt.

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Trägst du überhaupt schuld?  Wenn der Fahrradfahrer kein Licht hatte (bzw ein nicht zugelassenes Licht aus China hatte)  und dunkle Kleidung getragen hatte dann kannst du die Schuld komplett auf ihn abwälzen. Einfach so der Arbeitgeber hat glaube ich nicht das Recht dir die Kosten für den Ausfall aufzutragen. Das müsste doch wenn dann über versicherungen laufen. 

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