Wegeunfall - Von BG ablehnt

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3 Antworten

Hoi.

Da die BG annimmt, der Unfall sei aus innerer Ursache geschehen, muß sie dass auch beweisen. Dieser Beweis muß als sogn. "Vollbeweis" vorliegen. Schaut euch mal dieses Urteil an, da findet ihr einiges, das euerem Fall ähnelt: http://rechtsprechung.hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml?showdoccase=1&doc.id=JURE120000770&st=ent

Aufgrund der schweren Verletzungsfolgen halte ich den Gang zu einem Anwalt für notwendig.

Ciao Loki

klettverschluss 24.03.2012, 09:01

Danke für den Link. Was mich an dem Urteil wundert ist, dass von Arbeitsunfall geschrieben wird und nicht von Wegeunfall. Wird da in der 'Gerichtssprache' nicht unterschieden oder gibt es diese Unterscheidung in dem Sinne gar nicht?

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Lokicorax 24.03.2012, 11:10
@klettverschluss

Der Arbeitsunfall ist der Oberbegriff, nach § 8 Abs.2 SGB VII:

"(1) Arbeitsunfälle sind Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach § 2, 3 oder 6 begründenden Tätigkeit (versicherte Tätigkeit). Unfälle sind zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führen. (2) Versicherte Tätigkeiten sind auch

1. das Zurücklegen des mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der Tätigkeit,......"

Früher gab es für den Wegeunfall einen eigenen Paragraphen, jetzt gehören die zusammen.

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Du schreibst wodurch der Sturz ausgelöst wurde ist unklar. Ist die Person gestürzt weil dem Sturz eine mechanische Ursache vorausging, kann das ein Wegeunfall sein. Ist die Person ohne jede mechanische Ursache einfach so gestürzt, ist das offensichtlich kein Wegeunfall weil bei einer Vorerkrankung die BG nicht zuständig ist. In der Regel sind Stürze mit so gravierenden gesundheitlichen Schäden darauf zurück zu führen, dass die stürzendende Person, im Gegensatz zu einer gesunden Person, keinen Widerstand mehr gegen das Fallen leisten konnte. Ursache dafür können Herzinfackt oder Kreislaufversagen sein und somit eine Krankheit als Ursache für den Sturz zu Recht angenommen wird. Wenn Sie glaubhaft darstellen können und wissen das sich die Person gegen den Sturz gewehrt hat und sich beim fallen unglücklich so schwerwiegend verletzt hat, legen Sie Widerspruch gegen die Entscheidung der BG ein. Ein Fachanwalt kann Sie weiter beraten. Es wird sehr schwierig keine Erkrankung als Ursache für den Sturz zu beweisen.

klettverschluss 23.03.2012, 23:02

Dazu wäre es sicher gut zu wissen, wo genau der Sturz war. Das wissen wir leider ebenfalls nicht. Es war morgens um 5 Uhr im Herbst. Widerspruch werden wir auf jeden Fall einlegen, doch dazu sollten wir scheinbar erst einmal herausfinden, wo genau es passiert ist, wenn sich das überhaupt noch heraus finden lässt...

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Es ist in diesem Fall unwichtig ob die Krankheit bekannt war. Es ist nur wichtig ob die Krankheit vor dem Unfall da war und ob sie die Ursache des Unfalls war. Das ist übrigens nicht nur bei Wegeunfällen sondern auch bei Arbeitsunfällen so. Du kannst natürlich Widerspruch einlegen und im Weiteren zum Sozialgericht gehen aber das ändert Nichts am Sachverhalt. Weil die FRage nicht heißt : war die Vorerkrankung bekannt? Sondern die Frage heißt: War die Vorerkrankung die Ursache für den Unfall?

klettverschluss 23.03.2012, 22:54

Ob die Krankheit Ursache für den Unfall war, steht ja nicht fest. Er könnte genauso gut gestolpert und unglücklich gestürzt sein. Wir wissen es nicht. Mal abgesehen davon wissen wir ebenfalls nicht, ob die Herzrhythmusstörungen schon vor dem Unfall vorhanden waren. Leider weiß ich nicht, wann das letzte EKG vor dem Unfall gemacht wurde, jedoch wurden diese regelmäßig durchgeführt und sie waren, bis auf den hohen Blutdruck, nie auffällig.

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