Wegen Urlaubsablehnung kündigen?

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5 Antworten

Ist es rechtens zu kündigen, wenn einem der Urlaub gestrichen wird, solange man die Frist einhält?

Kündigen kannst Du wann immer Du möchtest solange Du die Kündigungsfrist einhältst.

-Gibt es eine Möglichkeit, die ALG2 Kürzung zu umgehen? (Könnte es ein "besonderer" Grund sein, da ich meist erst sehr kurzfristig erfahre, wann ich arbeiten muss?)

Nein!

Die kurzfristigen Einsatzpläne sind bestimmt kein Kündigungsgrund der eine Kürzung des ALG verhindert. Es gibt im § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz die Vorgabe dass ein AN mindestens vier Tage im Voraus wissen muss, wie er zu arbeiten hat. Danach richtet sich im Allgemeinen die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte. Wenn Dein AG sich nicht daran hält, musst Du ihn erst einmal abmahnen und dann Dein Recht einklagen. Jetzt mit diesem Grund eine Kürzung bei Eigenkündigung zu verhindern ist unmöglich, wenn Du nicht vorher schon etwas unternommen hast.

Wenn Dein AG Deinen Urlaubsantrag ablehnt, Du diesen aber unbedingt dort möchtest, hast Du die Möglichkeit beim Arbeitsgericht eine Leistungsklage auf Gewährung von Urlaub für diesen Zeitraum zu erheben. Der AG muss dann nachweisen, dass er Dir zu diesem Termin keinen Urlaub gewähren kann weil dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer AN die aus sozialen Gesichtspunkten den Vorrang haben dagegen sprechen ( § 7 Bundesurlaubsgesetz). Das Arbeitsgericht kann dann entscheiden.

Den "Vorschlag" von @Shosin mit einer vorgeschobenen Arbeitsunfähigkeit in den (nicht genehmigten) Urlaub zu gehen und dann noch zu behaupten dies würde ja der Genesung dienen halte ich für grob fahrlässig. Der AG ist ja nicht dumm und ich bezweifle, dass ein Arbeitsrichter an so viele Zufälle glaubt was den Zeitpunkt der plötzlichen Krankheit betrifft und dazu der Urlaub schon lange vorher gebucht wurde.

Jetzt fragst Du erst einmal nach Deinem Urlaub und lässt Dir, sollte er genehmigt sein, das schriftlich geben. Bekommst Du den Urlaub nicht, schau Dich nach einem anderen Job für die Zeit nach dem Urlaub um.

Dann kannst Du vorher fristgerecht kündigen und Deinen Urlaub zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses nehmen. Anschließend fängst Du beim neuen AG an. Die Möglichkeit der Klage habe ich schon geschrieben.

Es spielt auch keine Rolle, ob Du einen schriftlichen Arbeitsvertrag hast oder nicht. Im Gegensatz zu der Behauptung von @Shosin:

"Aber beim einem mündlichen Vertrag brauchst du dich auch nicht an irgendetwas zu halten, z.B. Fristen, da ja hier eine Urlaubsregelung nicht getroffen wurde."

Das ist blanker Unsinn. Selbstverständlich muss man sich auch bei einem mündlichen Vertrag an die Gesetzte und die Bestimmungen des Betriebs halten.

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Kommentar von Xenophy
24.03.2016, 00:10

Vielen Dank! :)

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Hallo,

zunächst gibt es ein Urlaubsgesetz. Aber bei einem mündlichen Vertrag, brauchst du dich auch nicht an irgendetwas zu halten, z.B. Fristen, da ja hier eine Urlaubsregelung nicht getroffen wurde. Wegen Urlaub einen Job sausen zu lassen geht gar nicht. Natürlich muss man sich vor Urlaubsbuchung absichern, dass beruflich der Urlaub auch genehmigt ist. So hättest du das Nachsehen, wenn der Urlaub des Kollegen schon genehmigt worden ist. Hat dieser aber keinen Urlaub gebucht, dürfte allerdings der Arbeitgeber so entscheiden, dass du dann deinen gebuchten Urlaub eher bekommst, als jemand, der nichts gebucht hat. Hier würde ich ein wenig betteln gehen und sagen, dass es dir sehr leid tut, aber....Hier hast du mehrere Möglichkeiten, denn einen Job aus diesen Gründen kündigen, erkennt das Jobcenter keineswegs an. Teilzeitjobs mit ALG II Aufstockung findest du doch überall. Bevor du also notfalls kündigst, würde ich mich für einen Job nach dem Urlaub umsehen, dann zum Jobcenter gehen und den neuen (bitte mit Arbeitsvertrag) vorlegen. Oder, wie erwähnt, sprichst du noch mal mit deinen Vorgesetzten "ich habe gute Arbeit geleistet, war immer Einsatzbereit, pünktlich, etc., ich bitte die missverständliche Kommunikation zu entschuldigen..." Ansonsten: Meine Güte, jeder hat doch einen sog. Tiefpunkt, gehe doch einfach schon mal zum Psychiater, und notfalls gehst du dann wieder hin, lässt dich krank schreiben, sagst aber ruhig "ups, dummerweise habe ich einen Urlaub gebucht, der aber zu meiner Heilung, beitragen kann, weil ich dann einfach Abstand habe." Das würde ich dem Jobcenter gegenüber auch so erwähnen. Krank sein heißt nicht, dass man zu Hause bleiben muss! Was kann dir schlimmstenfalls passieren? Dass dir dein Arbeitgeber kündigt, weil es z.B. ein Kleinbetrieb ist. Nun, besser, als ob du kündigst, zumindest vor dem Jobcenter. Hast du nicht gewusst, weil du ja nicht bettlägerig krank bist ;-)

Schönen Urlaub LG Shoshin

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Kommentar von Xenophy
22.03.2016, 18:41

Das ist doch mal ein netter Gedankenstoß, danke dafür :)

Das Betteln werde ich mal versuchen und bei den anderen Sachen.. Wenn es hart auf hart kommt schauen wir mal weiter.
Ich hoffe letztendlich, dass wir dieses Jahr zum Sommer noch einen Mitarbeiter bekommen, denn letztes Jahr hatten wir auch einen mehr, der jedoch zum Winter gekündigt wurde :)

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Kommentar von AalFred2
23.03.2016, 13:07

Aber bei einem mündlichen Vertrag, brauchst du dich auch nicht an irgendetwas zu halten, z.B. Fristen, da ja hier eine Urlaubsregelung nicht getroffen wurde.

Das ist aber mal völliger Unsinn.

Hat dieser aber keinen Urlaub gebucht, dürfte allerdings der Arbeitgeber so entscheiden, dass du dann deinen gebuchten Urlaub eher bekommst, als jemand, der nichts gebucht hat.

Wenn derjenige seinen Urlaub schon genehmigt bekommen hat? Meinst du das ernst?

Und dann noch der Tipp krankzufeiern. Respekt, ein Konglomerat von Unsinn und illegalen Handlungsweisen.

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Urlaub wird dann gebucht, nachdem dieser vom AG genehmigt wurde. Wenn der AG danach zurück zieht muss er nämlich die Storno-Kosten für die Reise übernehmen.

Urlaub muss man grundsätzlich vorher mit dem AG abstimmen, wenn es keinen angeordneten Betriebsurlaub gibt.

Bei Eigenkündigung gibt es immer eine Sperre.

Vielleicht hast Du Glück und der AG genehmigt Dir die Abwesenheit. Lerne für die Zukunft, welche Reihenfolge bei der Urlaubsplanung nötig ist.

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Kommentar von Xenophy
22.03.2016, 18:28

Die Reihenfolge war und ist mir immer bekannt, nur läuft das in meinem Unternehmen etwas anders mit der Urlaubsplanung.

Es ist mehr ein "Wer zuerst kommt...Ding".

Aber danke trotzdem.

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Man bucht keinen Urlaub, bevor der Urlaub beantragt und genehmigt worden ist. Das ist eigenes Risiko, das man selbst zu verantworten hat.

Man kann immer innerhalb der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen, auch ohne Angabe von Gründen.

Ein voreilig gebuchter Urlaub ohne Genehmigung und Zusage vom Arbeitgeber ist kein Grund, aus dem auf eine Kürzung des ALG 2 verzichtet werden wird.

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Kommentar von Xenophy
22.03.2016, 18:24

In meinem Unternehmen wird so gut wie alles mündlich abgesprochen, so war es auch mit dem Urlaub.

Man hat mit so gut wie allen Kollegen geredet um eben solche Engpässe zu vermeiden, jedoch kam dieser Kollege aus mehreren Krankheitswochen zurück, ebenfalls mit bereits gebuchtem Urlaub.

Er war im Grunde einfach nur einen Tick schneller.

Und der besondere Grund der Kündigung ist nicht der Urlaub, sondern die ständigen mündlichen Absprachen und die Vetternwirtschaft, mit der man einfach nichts planen kann.

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erstens, dein Urlaub ist nicht gestrichen, sondern nur nicht genehmigt, man sollte erst buchen, wenn der Urlaub genehmigt ist, erst dann hat man Ansprüche

wenn du wegen eines Urlaubes über Kündigung nachdenkst, bist du anscheinend in deinem jetzigem Job nicht so glücklich, 

Kündigung wegen eines nicht genehmigtem Urlaub bedeutet wohl eine Kürzug, wie du schon vermutet hast

auf den Urlaub willst du nicht verzichten, dann kannst du dir nur einen anderen Nebenjob suchen, der nach deinem Urlaub los geht und du hörst bei deinem jetzigem Arbeitgeber vor deinem Urlaub auf

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Kommentar von Xenophy
22.03.2016, 18:30

So in etwa hatte ich mir das auch schon gedacht.

Stellt sich dabei nur die Frage, ob ich auch eine Kürzung bekomme, wenn ich bereits einen Job für nach dem Urlaub habe, aber ich denke, dass muss ich dann noch mit meinem Sachbearbeiter besprechen.

Danke

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