wegen sintflut, kleinkinder töten lassen, homosexuelle steinigen, - ist gott ein liebender gott?

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11 Antworten

Deine Frage ist angesichts der vielen brutal und unbarmherzig wirkenden Bibelstellen sehr berechtigt.

Da du darum bittest, schreib ich erstmal was zu den drei von dir genannten Stellen.

1.Sintflut: Die Sintflutsgeschichte ist eine ganz alte Geschichte, ein Mythos, und als solcher nicht wörtlich zu nehmen sondern bildet eben Glaubensaussagen ab.

2. Kanaaniter: Die Bibel ist nicht vom Himmel gefallen und auch nicht Wort für Wort von Gott diktiert worden, sondern Menschen haben das, was sie von Gott erlebt und erfahren haben, aufgeschrieben. Und da schlägt sich eben nebenher auch deren kulturelle Verwurzelung und also auch ihre Art, Krieg zu führen und sich durchzusetzen, nieder.

3. Steinigung/Homosexuelle: Was die Steinigung im Allgemeinen angeht, kann man dabei eigentlich das selbe schreiben wie bei 2. - die Menschen waren eben auch in den damaligen Justizvorstellungen verhaftet.

Und was explizit die Steinigung von homosexuellen angeht, so gehen manche Bibelforscher davon aus, dass die scharfe Verurteilung von Homosexuellen in den Gesetzbüchern des AT vor allem daher rührt, dass es in den polytheistischen Religionen homosexuelle Tempelprostitution gab und man sich durch die Verurteilung von Homosexualität von den polytheistischen Kulten abgrenzen wollte.

Aber da du vermutlich mit der Zeit noch mehr solcher Stellen entdecken wirst: Es gibt innerhalb der Bibel Widersprüche und Spannungen, auch im Gottesbild und es ist quasi nicht möglich, alles wörtlich zu nehmen, was in der Bibel steht.

Damit muss man irgendwie lernen klarzukommen. Zum einen ist das ja total logisch, die Bibel besteht aus 66 verschiedenen Büchern, also verschiedenste Verfasser oder Verfassergruppen zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen religiösen Strömungen.

Wenn wir glauben, dass Gott sich in der Bibel offenbart, dann sollten wir es zumindestens für möglich halten, dass Gott diese Spannungen gewollt hat. Weil es nicht einfach immer richtig oder falsch und schwarz oder weiß gibt. Ein Kirchenlehrer des Mittelalters hat mal gesagt, dass in Gott alle Gegensätze eins werden. Deswegen können teilweise auch sich scheinbar widersprechende Aussagen in der Bibel einfach verschiedene Aspekte Gottes beleuchten.

 Z.B. betont Paulus ja, dass es allein auf die Gnade Gottes ankommt und im Prinzip der Mensch diese Gnade nur glaubend annehmen muss und dann ist egal, was er sonst tut. Und Jakobus schreibt, dass der Glaube, der nicht mit den Werken übereinstimmt, wertlos ist. Das scheint sich total zu widersprechen.

Wenn man aber drüber nachdenkt, haben beide irgendwie recht: Man wird vor Gott nicht gerecht, wenn man so viel wie möglich leistet, sondern im Endeffekt sind wir alle davon abhängig, dass Gott uns gnädig ist und uns trotz all unsrer Fehler und Unvollkommenheiten annimmt.

Aber wer sich darauf einfach nur ausruht und deswegen überhaupt nicht danach fragt, was richtig ist, weil er meint, dass Gott am Ende ja eh alles vergibt, hat auch irgendwas falsch verstanden. man sollte natürlich trotzdem versuchen, so gut es geht, das gute zu tun.

Also: Erstens kann Gott auch liebend sein und trotzdem "das Böse hassen", auch wenn sich das erstmal zu widersprechen scheint. Aber gerade wenn Gott die Menschen liebt, muss er ja entschieden gegen das sein, was ihnen schadet.

Und zweitens kann man die Bibel nicht wörtlich nehmen. Gerade im ersten Buch Mose handelt es sich vielfach um Mythen, also Symbolgeschichten. Und auch die anderen Texte wurden immer von der jeweiligen Kultur geprägt und sind ein Ineinander von göttlicher Offenbarung und menschlicher Lebenswelt. Es ist halt bloß manchmal schwer, auseinanderzusortieren, was nun was ist.

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Ich kann mich LordPhantom nur anschließen, es gibt keinen Gott, worüber wir echt froh sein können.

Und was User wie Kuemmerlin anbelangt, über solche Naivität kann man nur lachen.

Auch wenn derartige Gläubige das Alte Testament gerne aus der Geschichte getilgt wüssten, handelt es sich in beiden Testamenten um denselben Gott, dieselbe fiktive Figur und nur weil es ein "neues" Testament gibt, bedeutet das nicht, dass das "alte" dadurch an Gültigkeit verlieren würde.

Aus dem einfachen Grund schon, weil das Neue Testament eindeutig und ohne Zweifel von Menschen geschrieben wurde und dies auch von sich behauptet, während das Alte Testament an mehrfacher Stelle von sich selbst behauptet das wortwörtliche Wort Gottes zu sein.

Man muss als Gläubiger wirklich schon sämtlichen Verstand über den Haufen werfen um das Menschenwort dem Gotteswort vorzuziehen.

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Es handelt sich bei den Geschichten der Bibel um Mythen. Diese bilden nicht die exakte Wahrheit ab, sondern sollen bildhaft die Wahrheit vermitteln. Kein Mensch kann doch heute noch ernsthaft glauben, dass die Menschheit von zwei aus Lehm erschaffenen Wesen abstammt. Und Geburtsschmerzen gab es sicher schon vor Adam und Eva.

Vielmehr geht es in dem Mythos darum, daß all unsere Taten Konsequenzen haben. Und eigennützige Taten ziehen immer Leid nach sich. Indem wir das Gute vom Bösen unterscheiden können, müssten wir nur noch das Gute tun. Dann wären wir auch wieder im Paradies. Da wir aber immer wieder Böses tun, erschaffen wir selbst unser Leid.

Und was den Mythos angeht: http://m.welt.de/geschichte/article128190416/Adam-und-Eva-sind-800-Jahre-aelter-als-die-Bibel.html

Nicht alles immer wortwörtlich nehmen, sondern nach dem Sinn dahinter suchen...

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Kommentar von ComteCagliostro
05.06.2016, 02:56

Hab noch was bezüglich der ursprünglichen Frage vergessen:

Die Sintflut gab es wirklich, allerdings stand da nicht die ganze Welt unter Wasser. Es waren vorzeitliche Flutkatastrophen die einige frühe Kulturen betrafen und die so Eingang gefunden haben ins kollektive mythische Gedächtnis der Menschheit. Die älteste Beschreibung findest Du im Gilgamesch-Epos, einfach mal googeln.

Die Sache mit der Landnahme und den Kanaanitern hat geschichtlich so niemals stattgefunden, wie es in der Bibel steht, zumindest sprechen alle archäologischen  Funde bisher dagegen .

Und zur Homosexualität macht die Bibel, zumindest der Tanach, nur zwei Aussagen  bezüglich Vergewaltigungen, die verboten sind und mit entsprechender Strafe belegt werden. Ansonsten ist homosexuelle Liebe. Außer im Hohen Lied der Liebe und dort positiv , nirgends erwähnt.

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Das Absolute hat die Rahmenbedingungen bereit gestellt, das andere haben wir verbrockt, durch unseren Egoismus und Selbstverliebheit und dem Drang zu Macht und Kontrolle. Oh ja, die Absolutheit liebt dich absolut und sie wird es dir zeigen, wie eine Mutter ihren Kindern, wenn du dich ihrer naeherst!

Nun, wenn die Dinge gut laufen, dann haben wir mal wieder alles im Griff gehabt. Wenn die Dinge schlecht laufen, dann war es der Herr Gott, das ist ziemlich bequem. Keiner sagt, wir haben die schlechten wie guten Taten vollbracht, aber keine Sorge, es ist nur ein Spiel, keiner wird wirklich geschaedigt oder verletzt.

Gott muss fuer alles herhalten, der Arme, aber er kann es aushalten.

Die wahren Zerstoerer sind wir selbst, genauso wie wir Erschaffer sind, beides ist gleichwertig, weil es nur ein Spiel ist, verstehst du, nichts ernstes, obwohl wir daran glauben wollen, das gibt uns Identitaet.

Gott ist ein liebender Gott fuer die, die erkennen, dass sie selbst ein Teil von Gott sind, dann hoert schlagartig alles Verrueckte auf und die Menschen wachen auf. Solange die Menschen nicht wissen, wer sie wwirklich sind, werden sie weiter an dem Spiel mitkreieren, ob Gut oder Boese, beides gehoert ja zu einem gutem Spiel dazu.

Nimm es also nicht zu ernst, denn du kannst weder die Welt retten, noch Gott dafuer verantwortlich machen, was du tun kannst, dich um dich selbst zu kuemmern und dann um andere, das steht in deiner Macht, solange du im Spiel gefangen bist.

Alles Gute!

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Das ist das absolute Grundproblem an der Gotteshypothese der monotheistischen Religionen, das immer wieder heruntergespielt wird, aber essenziell ist. 

Die einfachste und sinnvollste Lösung für dieses Problem ist, dass die Prämisse falsch ist. 

Nimmt man an, das Gott kein liebender Gott ist, ist dieses Problem gelöst. 

Am aller einfachsten und logischsten wird alles, wenn man davon ausgeht, dass er überhaupt nicht existiert.

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Du verwechselst - wie so viele - die Bibel mit Geschichtsschreibung. Die Urgeschichten (dazu gehört auch die Flut-Erzählung) wurden erst ein paar Jahrhunderte vor Christus verschriftlicht, nämlich im babylonischen Exil. Menschen haben ihre Mythen und tradierten Erzählungen aufgeschrieben und im Sinn IHRER Religion gedeutet. Die Fluterzählung kommt in vielen Religionen vor, Du könntest also genauso die Götter der anderen beschuldigen.

Das Gesetz des Mose ist ausdrücklich den JUDEN gegeben und niemandem sonst. Wenn Christen keine Juden sein wollen, müssen sie es nicht auf sich nehmen. In der Kultur des alten Israel wurden nicht nur Homosexuelle gesteinigt sondern auch Ehebrecherinnen und andere Personen. Heute gibt es die Steinigung nicht mal mehr in Israel.

Wenn Du einfach mal die Augen aufmachst und in die Welt schaust und so ganz nebenbei mal was über die Bibel und in ihr liest, statt einfach nur ein paar Vorwürfe herauszurupfen, wird Dir das ganz schnell alles selbst klar. Gruß, q.

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Meiner Meinung nach kommt so was wie homosexuelle steinigen und kinder ermorden nicht von Gott.sollte es einen gegen. Das tun Menschen und sagen es sei in seinem Namen was aber nicht stimmt,  Wenn es einen Gott gibt befielt er solche Dinge nicht. Die Menschen behaupten es wenn nur um ihre Grausamkeit zu rechtfertigen. Auch kann man die Bibel nicht immer wörtlich nehmen. Alles auf einen Gott zu schieben ist zu einfach.

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Es gibt warscheinlich keinen Gott da es für das leben des Menschen nur logische beweise gibt und keine mit Gotnzu tun haben.

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Wenn man die Gewaltphantasien von Menschen für bare Münze nimmt, hat man selbstverständlich ein Problem.

Die Bibel wurde nicht von Gott persönlich geschrieben, so was hat er nicht nötig. Es waren Menschen, die diese Texte verfassten und es waren Menschen, die diese nach Gutdünken zu einer Textsammlung zusammengestellt haben.

Der Wahrheitswert darf und sollte unbedingt angezweifelt werden.

An Gott glauben ist in Ordnung, an die Schrift muss niemand glauben.

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Das ist "Altes Testament"! Für Christen gilt jetzt das "Neue Testament", da gibt es solche Gewalttaten nicht mehr!

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Kommentar von Tobihogh
04.06.2016, 00:02

und warum hat Gott so plötzlich seine Meinung geändert. Es heißt doch immer er ist perfekt, somit müsste er mit zwei widersprüchlichen Meinungen richtig liegen. ???

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Es gibt keinen Gott.

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