Wegen Schwerbehinderung nicht eingestellt

5 Antworten

wenn Du Zeugen hast, könntest du vor dem AG klagen,wurde bei der Ausschreibung der Stelle angegeben, dass bei gleicher Eignung Schwerbehinderte bevorzugt eingestellt werden? Das kann man sowieso nicht nachvollziehen, du hättest doch bestimmt eine Probezeit gehabt, nur für den Fall, dass er dich wieder loswerden würde, schreibe ich das. Für mich ist sowas eine Diskriminierung. Im Freundeskreis hatte ich unlängst einen ähnlichen fall, ihr wurde das nur nicht so krass gesagt, da hieß es nur, eine andere wäre besser geeignet, die waren wenigstens clever. Tut mir sehr leid für dich.

Das war leider nicht ausgeschrieben und Zeugen, außer uns beide, gab es nicht. C'est la vie.

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@Lola1861982

Schade, ich hätte Dir gern geholfen, aber so ist das nun mal in unserem Land

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Hallo Lola18611982,

ich habe mir gerade Deinen alten Thread durchgelesen. Auch wenn dieser Arbeitgeber sehr diskriminierend war, so könnte seine Ablehnung evtl. daran gelegen haben, das er wußte das Dein Vater Dir eine Niere spenden möchte oder das sich bei Dir eine Dialysepflichtigkeit einstellen könnte. Kein Arbeitgeber stellt einen neuen Mitarbeiter ein, von dem er weiß, das er ziemlich bald nach der Einarbeitungszeit sehr lange ausfallen wird oder bald sehr viel Zeit an der Dialyse verbringen muß. Das Du die Dialyse auch nachts machen kannst, beruhigt einen Arbeitgeber nicht. Als chronisch Kranke fällt Deine Behinderung im Gegensatz zu Rollifahrern kaum auf. Um einen Arbeitgeber nicht unnötig zu verunsichern und um Vorurteilen zu entgehen, solltest Du bei Bewerbungsgesprächen nur so viel über Deine Behinderung erzählen, wie für den Arbeitsalltag nötig ist. Zu sagen das Du zur Zeit nicht dialysepflichtig bist, reicht vollkommen aus. Alles andere, die gepante Implantation einer Spenderniere oder das Du später dialysepflichtig werden könntest, geht den neuen Arbeitgeber erst dann was an, wenn es so weit ist.

Das ist ein klarer Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot - Verstoß gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG).

Du könntest zumindest versuchen eine Entschädigung einzuklagen.

Da der Arbeitnehmer selten sicher weiß und schon gar nicht beweisen kann, was tatsächlich hinter einer Personalentscheidung steckt, muss er laut Gesetz Indizien sammeln, die seine Benachteiligung nahe legen (er wird Dir das Gesagte wohl kaum schriftlich geben - oder gibt es Zeugen?). Der Arbeitgeber muss sodann im Prozess diese Indizien widerlegen, indem er nachweist, dass seine Entscheidung sachlich gerechtfertigt war, seine Entscheidung also rein sachliche und keine diskriminierenden Gründe hatte.

Es ist allerdings eine Frist von 2 Monaten nach Ablehnung zu beachten; daher solltest Du einen Anwalt konsultieren.

Von Seiten der Rechtsprechung des BAG wird aufgrund mehrerer Urteile deutlich, daß nun mehr Schärfe in die Durchsetzung des Gesetzeszweckes, den Schutz der Arbeitnehmer vor Benachteiligung, gelegt wird.

Der Hinweis des AG auf die Ausgleichsabgabe ist übrigens ein hervorragendes Indiz; das hat er Dir frei Haus geliefert...also wird er die wahrscheinlich auch schon bezahlen...

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@DerSchopenhauer

Er wird ihr das ganz sicher nicht schriftlich gegeben haben. So blöd kann ja wohl keiner sein

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@DerHans

Liegt aber nicht Beweispflicht auch an mir? Sonst könnte das ja jeder Behaupten.

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@Lola1861982

Das habe ich doch geschrieben; Du brauchst nichts beweisen, sondern Du mußt Indizien sammeln, die darauf hindeuten könnten, daß Du wegen der Schwerbehinderung nicht eingestellt wurdest; wenn die Fa. Ausgleichsabgabe zahlt, was auf Grund der Aussage zu vermuten ist, dann deutet das darauf hin, daß man generell keine oder zu wenig Schwerbehinderte einstellt; also nicht nur nach objektiven Gründen einstellt; die Ausgleichsabgabe ist ja durch das Gericht überprüfbar; wenn Deine fachlichen Qualifikationen besser sind als die des Eingestellten, dann dürfte es eben an der Schwerbehinderung liegen, daß Du nicht eingestellt wirst. Das Unternehmen muß die Objektivität der Auswahl beweisen; dazu müsste es, rein theoretisch, die Gründe für jede einzelne Absage dokumentieren. Das machen allerdings leichtsinnigerweise viele Unternehmen nicht. Natürlich sind solche Klagen nicht leicht durchzubekommen, aber wenn man es nicht versucht, dann muß man eben mit der Diskriminierung leben, und sich nicht beschweren, daß man keine Arbeitsstelle erhält; solche Klagen sind auch eine Warnung an alle AG, diese elendige Diskriminierung endlich aufzugeben (das betrifft auch die Diskriminierung von Frauen, älteren Bewerbern und Ausländern/Migranten). Die Gerichte reagieren auf solche Diskriminierungen inzwischen recht empfindlich.

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