Wegen Schwangerschaft zusammenziehen? Wer hat Erfahrung?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eigentlich hatten mein Freund und ich damals sowie so vor zusammenzuziehen. Als ich ein Jahr früher als geplant schwanger wurde, haben sich unsere Pläne halt nur etwas schneller umgesetzt.

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Er lebte und arbeitete in Bayern, während ich mich in Nordrhein-Westfalen befand. Bis dahin führten wir eine Wochenendbeziehung, was sich aber wie gesagt, sowie so ändern sollte.

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Die Nachricht der Schwangerschaft war für uns erstmal ein Schock. Wir waren knapp ein Jahr zusammen und fragten uns, ob wir das alles auch richtig meistern könnten. Schnell wurden unsere Ängste und Bedenken jedoch von Glücksgefühlen und Vorfreude auf das neue Leben übertrumpft!

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Da mein Freund Berufssoldat ist, konnte er sich aufgrund meiner Schwangerschaft schnell versetzen lassen. Eine Wohnung war auch schnell gefunden.

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Unser Sohn wird nächsten Monat ein Jahr und Mitte November werden mein Freund und ich heiraten. Sogar ein zweites Kind ist bereits in Planung.

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Weder mein Freund, noch ich haben je etwas bereut - Im Gegenteil! Unser Leben hat sich sehr positiv entwickelt und auch der Stress einer Wochenendbeziehung ist kein Thema mehr. Das wir zusammengezogen sind, war die richtige Entscheidung!

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Vielleicht mag meine Einstellung in der heutigen Zeit etwas altmodisch sein?! Aber ich finde, dass eine Familie, sprich Eltern und Kind, unter ein Dach gehören. Natürlich lassen berufliche Gründe, wie in Eurem Fall, dass nicht immer zu. Ihr solltet für Euch persönlich also die Vor- und Nachteile abwiegen.

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Es gibt einige Familien, die wegen dem Beruf nur am Wochenende zusammen sein können. Natürlich ist auch das eine Angelegenheit, die man gerade wegen des kommenden Kindes finanziell nachrechnen muss: Man hat die doppelte Mietbelastung und hohe Benzinkosten. Hinzu kommt die stressige Hin- und Herfahrerei und das Du unter Woche mit dem Kind völlig auf Dich allein gestellt bist.

Zusammenziehen haben wir ja auch schon des Öfteren besprochen und war auch geplant. Kommt nun etwas schneller. Er denkt eben, dass er kein guter Vater wäre, weil er sich bisher dagegen streubt und denkt, dass sich an seiner Ansicht nichts ändern wird. "Schlechter" Vater aber nur in dem Sinne, dass er nicht mit ganzem Herzen dabei ist. Wahrscheinlich muss er den krümel nächste Woche erst einmal auf dem Ultraschal sehen. Aber es ist gut zu hören, dass es bei euch geklappt hat. ;O)

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@raKaethe

Seine Einstellung wird sich noch ändern, wenn das Kind erstmal da ist :) Alles Gute für Eure kleine Familie!

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@BRINCHEN82

Im Übrigen - einige Zeit ist vergangen und mein Bauch wächst. Wir haben uns gemeinsam für den Wurm entschieden und ziehen im April auch zusammen und wir freuen uns riesig auf die gemeinsame Zukunft. Alles hat sich Stück für Stück geklärt und mein Freund ist zur Feindiagnostik rumgesprungen wie ein Flummi weil er sich so gefreut hat. Wir sind jetzt ganz stolze werdende Eltern. :-)

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Hmm, ich war zum schluß der Schwangerschaft sehr froh jm. um mich zu haben auch nachts, weil es doch alleine in der Wohnung sehr mühsam ist. Ich war aber auch sehr sehr "hüstel" korpulent. Auch danach wenn die hormonschwankungen kommen, bist Du oft mit dir selbst beschäftigt und bist froh wenn jm. um Dich und dein Kind ist. ABER nur wegen des Kindes zusammenzuziehen, nein, würde ich nicht tun. Entweder nur für diesen Zeitraum einzeihen, oder dort bleiben wo freunde, Eltern dir helfen können. Versuche dort zu sein WO DU dich wohlfühlst. Eine glückliche Mama macht ein glückliches Kind.

Für das Kind ist es allemal besser, wenn die Eltern zusammenwohnen. Und allein darum sollte es Euch gehen.

Wenn es nur darum geht, dann braucht das Kind in erster Linie zufriedene Eltern, oder nicht? Nur zusammenzuziehen ist nicht die Lösung, da man zusammen leben können muss.

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@Miesflunsch

Ein Kind braucht beide Elternteile. Und die Eltern sollten endlich mal erwachsen werden und sich ihrer Verantwortung bewußt werden. Und ihr eigenes Wohlergehen über das des Kindes zu stellen, ist echt armselig - das Kind hat es sich nicht ausgesucht, gezeugt und geboren zu werden.

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@ErsterSchnee

Dauerhaft frustrierte und mit ihrem Lebensentwurf überforderte Eltern sind ein Alptraum für jedes Kind - das war es, was ich meinte.

Im Übrigen erweckt Deine Aussage den Verdacht, das jedes Kind, welches nur mit einem Elternteil aufgewachsen ist (und das sind verdammt viele!) automatisch einen schweren, irreparablen Defekt hätte.

Manchmal ist es besser, wenn ein Elternteil fehlt - sofern dieser (z.B. aufgrund persönlicher Defizite)dem Kind tatsächlich Schaden zufügen kann. Natürlich ist ein intaktes Elternhaus perfekt und somit wünschenswert, aber man sollte es nicht um jeden Preis erzwingen wollen, nur weil man meint, dies gehöre sich so.

Daraus ist schon verdammt viel Übel erwachsen.

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@Miesflunsch

Wo liest Du von dem schweren irreparablen Defekt?

Und "normale" Erwachsene und Eltern sollten durchaus in der Lage sein, sich so zu arrangieren und entsprechende Kompromisse zu schließen, daß sowohl Kind als auch Eltern zufrieden sind.

Elternteile mit persönlichen Defiziten, die den Kindern schaden, sind hier doch mal völlig außen vor.

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@ErsterSchnee

Habe ich geschrieben, daß ich dies las?! Ich schrieb: "...erweckt Deine Aussage den Verdacht, das...". Was auch immer Du unter "normal" verstehst, so exsistieren, per Deiner Definition, genug "anormale" Erwachsene, welche auch Kinder haben. Ich widerspreche nicht Deiner gesunden Vorstellung von Familie, sondern beziehe mich auf die leider oftmals ungesunden Auswüchse unserer Gesellschaft, welche nicht von der Hand zu weisen sind. Verlangen kann man viel von Menschen, welche sich stets reproduzieren, aber nur partiell (und selbst dies zu selten) werden sie gezwungen, ihre Handlungsweisen zu überdenken, geschweige denn zu ändern. Und noch einmal konkret - wen die Fragestellerin feststellt, das ein Zusammenleben mit ihrem Partner für sie und somit auch für das Kind mehr als ungünstig ist, warum sollte sie es übers Knie brechen, wenn letztlich alle darunter leiden - einschließlich dem Kind? Nur weil es als konform gilt (das war ihre berechtigte Frage!), weil es der Öffentlichkeit angenehmer ist, zu wissen: Mama, Papa & Kind leben unter einem Dach - egel ob sie sich dort das Leben zur Hölle machen? Im Übrigen haben genug Menschen ein erfülltes Familienleben, obwohl Mutter und Vater nicht permanent den selben Wohnraum teilen. Ich hacke übrigens deshalb darauf herum weil die Frage sich auch konkret auf diese Problematik bezog und die Fragestellerin bereits diesbezügliche Probleme geäußert hat.

ZITATE:

"Gerade mein Freund macht sich wahnsinnige Gedanken, ob das alles so gut ist usw. Ist ja schließlich nicht der "normale" Weg einer Beziehung. Hat jemand damit Erfahrung? Ging es gut oder ging alles in die Hose?" "...aber warum muss man den normalten Weg gehen wie er in vielen Köpfen sitzt? Alles das was ich schreibe, haben wir besprochen aber für ihn ist alles scheiße. Er meint, wir sind ein Team und schaffen das zusammen - auf der anderen Seite, fühl ich mich trotzdem allein gelassen."

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Wenn ihr jeweils der richtige Partner für euch seid und ihr euch wirklich liebt, dann schafft ihr das auch! Es gibt nichts Schöneres als sich gemeinsam um ein Kind zu kümmern. Dein Partner würde durch die Entfernung gar nicht mitbekommen, was es mit einem Kind auf sich hat. Er verpasst die Möglichkeit von Anfang an richtig Vater zu sein. Abgesehen davon kann ich mir gut vorstellen, daß ihr euch unterschieldich entwickeln werdet. Sein Leben würde bleiben wie gehabt und du wächst in deine Mutterrolle. Denn wer kann schon auf Entfernung so in eine Vaterrolle hineinwachsen, wie vor Ort?! Gönnt euch die gemeinsame Erfahrung.. es ist schön!

Abgesehen davon, wer gibt vor, was der richtige Weg ist! Ich kenne jemanden, der vor dem ersten Zusammenziehen geheiratet hat, dann kam das Kind und dann erst sind sie zusammengezogen.. gehts noch chaotischer? Und das hat geklappt.. Wo Liebe ist, ist auch ein Weg ;-) Viel Glück

Danke für die tolle Antwort. Für mich wäre es ein Weg - für ihn ist es kein Weg. Er will vorher checken ob das Zusammenleben klappt. Kann ich auch verstehen aber warum muss man den normalten Weg gehen wie er in vielen Köpfen sitzt? Alles das was ich schreibe, haben wir besprochen aber für ihn ist alles scheiße. Er meint, wir sind ein Team und schaffen das zusammen - auf der anderen Seite, fühl ich mich trotzdem allein gelassen.

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@raKaethe

Kann dich gut verstehen! Ich denke der gute Mann hat Angst und mag das nicht zugeben. Vielleicht stellt er sich das Familienleben mit der Verantwortung zu wuchtig vor! Man wird nicht als perfekte Mutter oder perfekter Vater geboren, man wächst hinein. Ich war 21 Jahre alt, als ich mein erstes Kind bekam und weiß wovon ich spreche. Mein Partner war im gleichen Alter! Ein Team handelt auch als Team, sonst ist es keines! Sag ihm doch mal deine Ängste, und mach ihn doch mal darauf aufmerksam, daß es für ihn nicht nur Verpflichtung sondern auch Bereicherung ist! Er kann sein Kind täglich erleben.. das ist schön. Mein Partner hat es immer genossen, trotz des jungen Alters! Er wird ja nicht seiner Freiheit beraubt. Schenk ihm doch mal ein Buch über das "Vater-werden" von GU gibt es da schöne im Buchhandel. Vielleicht führt ihn das näher heran an die Vorstellung, alles gemeinsam zu durchleben. Drücke Daumen! Alles wird sich finden.. bloß keinen Kopf machen! Männer brauchen manchmal eben etwas länger ;-)

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@raKaethe

Du musst nicht leben, wie man es von einer Klischeemutter erwartet, dass ist natürlich idiotisch, wie Du selbst schon kritisiert hast. Tatsächlich wird Dir das Kind (nach der Geburt) soviel Zeit und Aufmerksamkeit abverlangen, dass Du selbst andere Notwendigkeiten kaum oder gar nicht erledigen kannst - ich sehe dies gerade bei zwei meiner Bekannten. In der Hinsicht wäre es natürlich wünschenswert, wenn einem ein hilfreicher Partner zur Seite steht, erzwingen kann man das nicht. Für Deinen Freund ist es wohl eher eine Kampfaufgabe - wer nachgibt, zeigt Schwäche und hat verloren - das wird sich möglicherweise erst nach der Geburt legen. Kann dann aber auch ins wirklich Negative gleiten (Unlust, Genervt sein etc.).

Sofern es Dir möglich ist, mache ihm klar, dass DU momentan die Hauptperson bist, Deine Interessen den seinen gleichwertig gegenüber stehen und das Ungeborene euch später noch genug zu tun geben wird.

Zumindest habe ich es so nach einer (langen) Weile begriffen (meine Schwester ist seit ca. einem Vierteljahr Mutter).

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Es ist auf jeden Fall leichter, sich um ein Baby zu kümmern, wenn man zusammen wohnt, Auch für das Baby ist es besser, wenn es (zumindest anfangs) jeden Tag Kontakt mit beiden Eltern hat.

Ob es gut geht oder nicht, kann Dir natürlich keiner sagen - aber daran ändert sich auch in 10 Jahren nichts.

Wenn Ihr gut miteinander zurecht kommt und Euch nicht gerade trennen wolltet, als Du schwanger geworden bist, würde ich einen Versuch wagen. :-)

Alles Gute!

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