wegen Epilepsie Fahrverbot?

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5 Antworten

Nochmal Hallo,

wie angekündigt, hier mein Erfahrungsbericht.Ich selbst bin seit vielen Jahren Epileptikerin und im Besitz des Führerscheins.2012 war ich auf der Autobahn,auf dem Weg zu meinem Freund.Dem Himmel sei Dank,dass ich ihn am Handy hatte (natürlich mit headset im Ohr). Ich,schön auf der linken Spur unterwegs,als ich plötzlich merkte,dass ich einen Anfall bekomme.Bevor ich anfange zu krampfen dreht sich mein Kopf prinzipiell nach links weg.Heißt im Klartext,ich sehe nicht mehr was Rechts von mir passiert.Schlecht,wenn man links unterwegs ist und auf den Seitenstreifen muss.Refelexartig hab ich das Lenkrad nach rechts gezogen ohne zu sehen ob sich auf der rechten Spur ein Auto befand oder eins anrauschte.Ich hatte Glück.Die Autobahn war an diesem Abend praktisch leer.Das ist alles an was ich mich erinnere.Mein Freund erzählt die Geschichte heute noch oft.Er hat,als ich auf dem Seitenstreifen stand,mir immer wieder "Gang raus,Gang raus!", in den Hörer gebrüllt und anscheinend hat mein Unterbewusstsein das noch mitbekommen und mein Körper irgendwie noch zustande gebracht,bevor das Krampfen los ging.Während des Anfalls hab ich wohl immer wieder aufs Gaspedal getreten.Krankenwagen und mein Freund haben mich suchen müssen,weil ich völlig orientierungslos war und felsenfest behauptet hab,ich stünde vorm Supermarkt.Die Tatsache alleine das ich überhaupt habe reden können,grenzt an ein kleines Wunder.Jetzt will ich dir mein Glück mal kurz zusammen fassen:

Glück Nr.1: Das ich meinen Freund am tel hatte (keine Animation zum tel am steuer-abgesehen davon hatte ich das headset im Ohr, was ebenfalls Glück war,denn das Handy hätte ich nicht halten und somit nichts hören können) Glück Nr.2: das die Autobahn an diesem Abend praktisch leer war.die Verletzungsgefahr für andere war somit nicht gegeben.Glück Nr.3.: das mein Unterbewusstsein noch etwas wichtiges mitbekommen hat und mein Körper (noch)reagieren konnte,bevor ich mit durchgetretenem Gaspedal über die Autobahn geknallt wäre. Glück Nr.4: das ich zwar orientierungslos aber schnell ansprechbar war- eigentlich untypisch-war halt Glück.

Hab ich noch irgendwas an Glück vergessen?Ach ja,ich lebe und am wichtigsten,ich hab keinen verletzt.du musst dir unbedingt in dein Gewissen rufen,dass so viel Glück auf einmal nicht realistisch und selbstverständlich ist.Polizei und Abschleppwagen haben mein Auto von der Autobahn geholt,mein Freund stand geschockt auf dem seitenstreifen,als der Notarzt mich aus dem Auto zog (Der RTW war als 1.bei mir).Stell dir die Angst deiner Angehörigen vor? Und ich sag dir eins; die Angst die ich hatte als ich merkte,dass ich einen Anfall bekomme,kann sich kein Mensch vorstellen! Ruf dir dringend in dein Gewissen,dass ein Anfall nicht zwangsläufig tagesformabhängig ist.Den bekommt man von jetzt auf gleich!

So,dass war's jetzt.Ich hoffe,du liest es dir aufmerksam durch.Das Glück das ich hatte,war und ist nicht die Regel.Im Gegenteil!

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Hallo Zusammen,

Ganz allgemein,rein rechtlich sieht das so aus: hat man als Epileptiker keinen Führerschein muss man eine 2-jährige Anfalssfreiheit nachweisen und darf sich erst dann in die Fahrschule begeben.Den Nachweis für die Anfalssfreiheit bekommt man vom Neurologen schriftlich und muss beim Straßenverkehrsamt vorgelegt werden.Hat man den Führerschein und wird beim krampfen "erwischt",muss man den Lappen abgeben.Bevor man diesen zurück bekommt,muss man eine 1-jährige Anfalssfreiheit nachweisen,muss man sich wieder vom Neurologen bescheinigen lassen und dann geht's damit zum Straßenverkehrsamt,wo man dann tief in die Tasche greifen muss,weil der Führerschein komplett neu ausgestellt wird.Neues Passfoto,neuer Sehtest und Gebühren.

Total ätzend,ABER ich schreib jetzt gleich noch ein Kommentar.Ein Erfahrungsbericht der hoffentlich für mehr Verständnis der so ätzenden,aber leider sehr sinnvolle Gesetzesgebung sorgt.

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Jetzt stell dir mal vor, du bekommst einen Anfall im Auto, eine Mutter mit drei kleinen Kindern ist vor dir.....oder irgendein anderer Mensch, dazu dann noch dein Leben. 

Klar ist alles einfacher wenn man ein Auto hat, aber du solltest für die Bequemlichkeit nicht dein Leben und das von anderen auf dem Spiel setzen, wenn der Arzt sagt du darfst nicht fahren, dann halte dich dran und gehe trotzdem zum Arzt

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Ich wünsche Dir - als möglich - gute Besserung!

Probleme bekämest Du mit mir, wenn Du wider besseren Wissens Dich an ein Autosteuer setzen würdest und einen Unfall verursachten würdest, in dem z.B. mein Kind zu Schaden käme.
Und ich denke nicht alleine so.

Handle verantwortungsbewusst und lass bitte das Auto stehen!
Die Krankheit ist doch schon beschissen genug. Mach Dich doch nicht noch unglücklicher.

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Vielen Dank für Eure Antworten. Es ist halt mit dem Einkaufen schwierig, weil meine Lebenspartnerin im letzten Jahr ein Bein amputiert werden musste und sie noch kein Auto fahren darf. Nachbarn kann ich nicht fragen, da die alle jünger sind als wir und den ganzen Tag arbeiten. Bekannte oder Verwandte haben wir nicht.

Aber ich werde sehr intensiv über Eure Antworten nachdenken.  

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