Wecken mit Wasser Behindertenheim

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Hallo Dobraz1993,

das Verhalten Deiner Kollegen ist ein Skandal! Du hast es richtig erkannt. Diese Weckmethode ist nicht nur unmenschlich, sie ist auch als Gewalt gegen Schutzbefohlene ein zu stufen. Da Du schon mit Deinen Kollegen geredet hast und sie dieses Kaltwasserschockwecken für richtig halten, wäre der nächste Schritt ein Gespräch mit dem Betriebsrat oder der Pflegedienstleitung.

Ich glaube nicht das Deine Kollegen diese brutale Weckmethode anwendet weil sie bösartig sind. Ich glaube auch nicht das Deinen Kollegen klar ist, das diese geistig behinderte Frau nicht vorsetzlich so früh schlafen geht so tief schläft, daß sie schwer zu wecken ist, sondern das sie gar nicht anders kann. Dieses erhöhte Schlafbedürfnis st entweder eine Folge ihrer geistigen Behinderung oder ihre Epilepsiemedikamente sind falsch eingestellt. Meistens ist die Epilepsiemedikamenteneinstellung daran schuld, ändern kann man das aber nur, wenn damit die Anfallshäufigkeit nicht zunimmt. Eine Medikamentenumstellung kann aber nur dann geschehen, wenn das Betreuungspersonal dieses erhöhte Schlafbedürfnis nicht für vorsätzlich hält, sondern als Auswirkung der Epilepsiemedikamente erkennt und es dem behandelnden Neurologen mitteilt. Doch selbst wenn dieses erhörte Schlafbedürfnis nicht geändert werden kann, brauchen Deine Kollegen eine Schulung in Sonderpädagogik. Sie müssen lernen das geistig behinderte Menschen nichts vorsätzlich tun und nur mit ganz viel Sensibilität, Geduld und Überzeugungskraft dahin gelenkt werden können, wo wir sie haben wollen. Verweigern sie sich, war man entweder zu ungeduldig oder sie haben nicht verstanden was man von ihnen wollte und verweigern sich dann aus Angst.

Wenn Du mit dem Betriebsrat oder der Pflegedienstleitung über diese Vorfalle redest und das Gespräch so gestaltest, daß Deine Absicht nicht darin besteht diese Kollegen an zu zeigen oder vor zu führen sondern ihnen zu helfen mit dem Verhalten dieser Bewohnerin besser klar zu kommen, werden Deine Vorgetzten und auch der Betriebsrat hinter Dir stehen.

Der Rollitrekker

Danke für die Antwort. Damit triffst du den Nagel auf dem Kopf. Ich sehe es genauso wie du, dass die Kollegin überfordert ist und deshalb falsch handeln. Deshalb habe ich ihr auch noch andere Lösungswege (wie ich es mache) aufgezeigt, doch sie scheint felsenfest von ihrer Wassermethode überzeugt zu sein. Ich werde mich morgen noch einmal mit der Chefin und der betroffenen Betreuerin zusammensitzen und das ganze nochmal besprechen. Außerdem habe ich mir überlegt, diese Situation (das Nadin nicht aufstehen möchte) in einem Fallbeispiel bei der nächsten Teamrunde zu besprechen (ohne Anschuldigungen), damit die anderen Betreuer/innen sagen können, wie sie auf diese Situation reagieren. Mit der Schulung für Sonderpädagogik für die betroffene Betreuerin hast du auch nicht unrecht, sie hat "nur" eine Ausbildung als Pflegehelferin und das merkt man. Des öfteren hat sie Probleme mit Bewohnern, die ansonsten kein anderer Betreuer aus dem Team hat, welche alle spezifische Ausbildungen für Behindertenbetreuung haben...

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@Dobraz1993

Hallo Dobraz1993,

ich freue mich über Deine Antwort sehr und drücke Dir ganz fest die Daumen, daß Deine Kommunikationsversuche etwas in Bewegung setzten, daß Veränderungen schafft. Das diese Kollegin unangemessen handelt und nicht einsichtig ist,sollte eine sonderpädagogische Fortbildung nach sie ziehen. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, daß Deine Zivilcourage positiv ankommt und ein Umdenken bewirkt.

Der Rollitrekker

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Ich arbeite im selben Bereich und ich bin der Meinung das das nun wirklich nicht geht. Wie es aussieht ist sie ja auch anders weckbar... bitte bleib dran. Es ist einfach nicht verantwortbar das Menschen, nur weil sie eingeschränkter sind als andere so behandelt werden...

Man sollte den betroffenen Betreuern vielleicht mal klar machen das so etwas ganz schnell als Straftat gewertet werden kann.

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