Wechselschichtzulage auch bei Krankheit?

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1 Antwort

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 4 "Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts" hast Du im Falle von Erkrankung dasjenige an Entgelt zu erhalten, das Du bekommen hättest, wenn du nicht erkrankt wärst (Entgeltausfallprinzip); das jedenfalls meint die etwas komplizierte Formulierung des Gesetzes:

Für den in § 3 Abs. 1 oder in § 3a Absatz 1 bezeichneten Zeitraum [Anmerk.: gemeint sind Zeiträume unverschuldeter Erkrankung und von Organspende] ist dem Arbeitnehmer das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen.

Das heißt also, wenn du für die Zeit der Erkrankung zu Wechselschichten mit Zulagen eingeteilt warst, dann hast Du genau dieses Geld einschließlich der Zulagen zu erhalten.

Aber:

Von dieser Bestimmung, die die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Entgeltfortzahlung betrifft, darf durch einen Tarifvertrag abgewichen werden (§ 4 Abs. 4); ein Tarifvertrag dürfte also bestimmen, dass Zulagen bei der Entgeltfortzahlung nicht berücksichtigt werden.

Zwar ist auf das DRK ein Tarifvertrag anzuwenden (Du findest in hier:  http://extranet.itc.drk.de/fileadmin/downloads/IntraNet/DRK-RTV_idF_36_%C3%84TV_10.10.2011.pdf  ), ich kann in den entsprechenden Tarifvertrags-Paragraphen (§ 25 "Entgeltfortzahlung und Nachweispflichten im Krankheitsfall" Abs. 1 mit Verweis auf § 24 "Bemessungsgrundlage für die Entgeltfortzahlung") jedoch nicht erkennen, dass im Falle von Erkrankung die Wechselschichtzulage - die ohne Erkrankung zu zahlen wäre - nicht zu berücksichtigen sei. Dagegen spricht auch Deine Aussage, dass sie beim Urlaubsentgelt enthalten sei.

Unter diesen Voraussetzungen hast Du einen Anspruch auf die Wechselschichtzulage.

Möglicherweise liegt hier ein Irrtum vor, und Du solltest Die Personalverwaltung deswegen ansprechen.

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