Kann ich unter 18 Webseiten verkaufen?

5 Antworten

Ihr könntet das Gewerbe auf einen volljährigen Geschäftsführer laufen lassen bis ihr selbst volljährig und damit voll geschäftsfähig wäret.

Ich würde heute von der puren Erstellung von Webseiten als Geschäftsfeld absehen. Man muss eigentlich auch potentiell Apps anbieten können.

Naja für ein Taschengeld nebenbei reicht es allemal.

Ansonsten würde ich die Zeit und Energie lieber in ein eigenes Projekt stecken, mit dem man innovativ Geld machen kann.

Beherrscht ihr denn auch Serverseitige Scriptsprachen wie PHP?

Neben den ganzen hier genannten rechtlichen Problemen wäre ich jedoch etwas vorsichtig mit sicher guten Absicht, Webseiten zu verkaufen. Dafür gibt es genügend Anbieter und die haben sicher auch schon einen guten Ruf. 

Ich will Eure Fähigkeiten nicht in Frage stellen, aber ich habe ähnliches über lange Zeit probiert. Ich habe über 50 eigene Webseiten und habe meine Leistungen für andere kostenlos angeboten. Die Nachfrage dafür über mehrere Jahre war mehr als ernüchternd.

Diesen Hinweis gebe ich nämlich, weil es gut überlegt werden sollte, bevor man die Behördenwelle in Gang setzt. Das ist nämlich alles mit Aufwand und Kosten verbunden....Alles Gute

Als Minderjährige könnt ihr solche (gewerblichen) Verträge nur schließen, wenn euch zuvor das Familiengericht für dieses Gewerbe "voll geschäftsfähig" erklärt hat. Die Zustimmung der Eltern reicht nicht.

Wenn Ihr die Zustimmung des Gerichtes habt, könnt ihr ganz normal ein Gewerbe anmelden. Einen Mindestumsatz gibt es nicht. Es ist auch nicht vorgeschrieben, ob du Gewinne oder Verluste machst ;-)

Als Geschäftsleute müsst ihr natürlich euren Kunden und den Behörden gegenüber für die Produkte und die betrieblichen Verbindlichkeiten haften.

Kleingewerbe ist übrigens keine Rechtsform. Das ist auch keine Unterart von Gewerbe, sondern nur ein Steuererleichterungsverfahren. Und auch das nur bezüglich der MwSt.

Es ist auch nicht vorgeschrieben, ob du Gewinne oder Verluste machst

was zu gewinnerzielungsabsicht steht dick und fett im steuerrecht drin § 15 Abs. 2  EStG


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@mrhashpipeotto

1. Nicht jede Gewinnerzielungsabsicht führt auch zu einem Gewinn...

2. Was im EStG steht ist gewerberechtlich völlig unbedeutend. Da zählt nur die GewO !

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@Geochelone

ja du experte, dann sag mir mal warum die meinem kumpel das gewerbe entzogen haben. der hat nämlich ein startup für selbstentwickelte hochqualitative lautsprecherboxen gegründet. nach dem ersten jahr stand auf der gewerbesteuererklärung 0 € umsatz da er noch mit der entwicklung der lautsprecher beschäftigt war und die vertriebstrukturen aufbauen musste, hat dem realitätsfernen finanzbeamten sowas von nicht interessiert, der hat nur gesehen 0 Euro umsatz = liebhaberei und gewerbe wurde direkt entzogen... und nu??

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@mrhashpipeotto

Wie dein "du experte" schon sagte, muss man das Steuerrecht vom Gewerberecht unterscheiden.

Für das Finanzamt ist entscheidend, wie viele Steuern jemand zu zahlen hat; ein Gewerbe im Sinne des Steuerrechts ist dabei mindernd zu berücksichtigen. Im Fall der Liebhaberei gibt es für diesen "Bonus" aus Sicht des Finanzamtes jedoch keinen Grund mehr.

Das Gewerberecht hat einen völlig anderen Grund, Tätigkeiten als Gewerbe oder nicht als Gewerbe zu beurteilen: Es geht letztlich um die Erlaubnis. Darf ich Türstehen; darf ich Gaststätten betreiben - um nicht jeden Hanswurst da ranzulassen, braucht man eine formelle Erlaubnis, um ein solches "Gewerbe" auszuführen; zum Schutz also der Gäste. Und genauso in der Frage hier, ob der Minderjährige ein Gewerbe führen darf - hier freilich verstärkt noch zum Schutz des (minderjährigen) Gewerbetreibenden selbst.

Aus den unterschiedlichen Interessen von Steuerrecht und Gewerberecht daran, ob man eine Tätigkeit als gewerblich betrachtet, ergeben sich eben die unterschiedlichen Kriterien.

Dein Freund übt aus Sicht des Finanzamtes kein Gewerbe mehr aus, so dass die Ausgaben daraus nicht mehr steuernmindernd berücksichtigt werden können. Die Tätigkeit mag aber immer noch einer Erlaubnispflicht gemäß dem Gewerberecht unterliegen, stellt in dieser Hinsicht also sehr wohl ein "Gewerbe" dar.

Andernfalls könnte man ja auf die Idee kommen, das Finanzamt könnte einem eine Tätigkeit verbieten - aber welchem Interesse sollte das dienen?

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@mrhashpipeotto

Vllt noch mal kurz auf den Punkt gebracht:

Dass in den Augen des Finanzamtes kein Gewerbe mehr vorliegt, dient dem Interesse daran, die Ausgaben nicht mehr mindernd berücksichtigen zu müssen.

In den Augen der Gewerbeordnung ist dagegen (grob gesagt) nur wichtig, ob eine Tätigkeit vorliegt, vor der irgendjemand aus welchen Gründen auch immer geschützt werden muss, so dass man sie einer Erlaubnispflicht unterwirft = sie "Gewerbe" nennt.

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