Wasserleitfähigkeit!

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Wenn der Chemiker von Wasser spricht, dann meint er chemisch reines Wasser. Dieses leitet den Strom nicht, wie man auch z.B. bei Silberchlorid sagt, es sei unlöslich.

Wenn man aber ganz genau sein will, dann leitet chemisch reines Wasser doch. Der sogenannte Leitwert beträgt 0,0001 ms/cm. Im Vergleich dazu leitet eine Kochsalzlösung der Konzentration c = 1 mol/L sehr gut den elektrischen Strom (90,0 mS/cm). Man darf also ohne allzu großen Fehler sagen, dass chemisch reines Wasser den Strom nicht leitet. Auch das oben angesprochene Silberchlorid löst sich sehr sehr wenig in Wasser und man sagt, es sei unlöslich.

Das Badewasser ist ein ganz anderer Fall. Es wurde schon darauf hingewiesen, dass dieses Wasser Stoffe gelöst enthält, die zu einer guten Leitfähigkeit beitragen.

Nun zu euerem Versuch in der Schule: Ihr habt wahrscheinlich "normales" destilliertes Wasser genommen. Der Elektrodenabstand und die Elektrodenoberfläche spielen bei einer solchen Messung, ebenso wie die angelegte Wechselspannung (!) eine große Rolle. Mit einem Leitfähigkeitsmessgerät (hat aber nicht jede Schule) hättet ihr auf alle Fälle eine kleine Leitfähigkeit festgestellt, denn das destillierte Wasser der Schule ist längst kein chemisch reines Wasser.

"Normaler" Strom wie z.B Niederspannung zur Elektrolyse, da stimmt die Aussage; ganz genau wäre, dass reines Wasser ein sehr schlechter Leiter ist. Aber: schon Netzspannung 230V Wechselstrom ist lebensgefährlich, wenn man mit feuchten Händen einen stromführenden Gegenstand anfasst. Nicht umsonst müssen alle metallisch umhüllten Geräte mit Erdanschluss versehen sein und die Vorschriften verlangen sog. FI-Schutzeinrichtungen! Bei Blitzen wird die Sache richtig dramatisch, es handelt sich um Entladungen im höheren Kilovolt-Bereich! Auch hier ist Feuchtigkeit ein entscheidender Faktor, darum auch der Rat, bei Gewittern im Freien keinesfalls unter Bäumen Schutz zu suchen, die Höhe der Krone und die innere Feuchtigkeit des Holzes sind wirksame Blitzableiter, wenn sonst nichts in der Nähe ist.

sobald man wasser an den händen hat, ist es leitend, das es spätestens dann kein reines wasser mehr ist.

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Ich würde mich auf jeden Fall daran halten, was im Unterricht vermittelt wurde, denn es stimmt: Wasser an sich leitet kaum. Natürlich ist es falsch zu sagen, dass Wasser nicht leitet, aber die Leitfähigkeit von destilliertem Wasser ist sehr gering. Was im Wasser leitend ist, sind die darin gelösten Stoffe, also zum Beispiel Natrium, Eisen und andere Metallionen. Ich würde also auf keinen Fall meine Zensur dafür riskieren ;) Bei Gewitter leitet das Wasser den Strom zwar viel besser als die Luft, aber dennoch hat der Chemie-Lehrer recht.

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