Wasser+Allgemeinstromkosten pro Kopf abrechnen erlaubt?

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14 Antworten

Grds ist beides zulässig. Gesetzl. ist zwar die Wohnfläche der vorgesehene Verteilerschlüssel (§ 556a BGB).

Nun haben aber beide Schlüssel ihre Nachteile.

Die kinderreiche Familie ärgert es, wenn eine Mutter mit zwei Kindern das Haus verlässt und dabei gegenüber dem Witwer nebenan dreifaches Treppenhauslicht pro Kopf bezahlt; der wiederum fühlt sich übervorteilt, weil er allein in einer Wohnung lebt und nur Energie für eine Waschladung in der Woche verbraucht, aber die Familie jeden Tag ihre Waschmaschine und Trockner im Keller laufen lässt.

IMHO sollte - gerade bei anstehender Sanierung - sofort weitestgehend wo immer möglich und wirtschaftlich sinnvoll mit verbrauchsabhängigen Zählern auch im Waschkeller Voraussetzungen einer fairen, transparenten Abrechnung geschaffen werden.

Dies ist ein gutes Argument bei Vermietungen, wenn die BK bei jedem einzelnen nicht vorgegeben werden, sondern niedrig gehalten werden können.

Wenn die nur die unvermeidbaren Allgemeinstromkosten für die Bereitstellung von Treppenhauslicht, SAT-Anlage, Heizkessel usw. nach vermieteten Wohneinheiten gem. § 556a BGB umgelegt werden, ist das m. E. n. von jedermann nachvollziehbar und wird als "gerecht" empfunden.

Das nutze ich auch, das zahle ich auch. Was ich nicht verbrauche, will ich aber nicht für andere mittragen oder mit eigener Sparsamkeit für fremde Verschwendung bestraft werden - so sieht das wohl jeder Mieter, wenn er an die "zweite Miete" denkt.

G imager761

Hast Du die Antworten Deiner anderen Frage dazu nicht gelesen?

http://www.gutefrage.net/frage/muss-man-als-vermieter-fuer-die-heizkostenablesung-unbedingt-eine-firma-beauftragen

Du mußt so abrechnen wie es im Mietvertrag vereinbart und in entsprechenden Bestimmungen, z. B. der Heizkostenverordnung, vorgeschrieben ist.

Sollten schon Mietverträge bestehen kannst Du die nicht ohne Zustimmung der Mieter ändern bzw. müssen sie keine neuen unterschreiben.

Bei Neuvermietung kannst Du natürlich andere Umlageschlüssel vereinbaren.

Ich persönlich und aus Sicht eines Vermieters würde soweit wie möglich nach Wohnfläche abrechnen.

Nach Personenzahl wäre mir mit zu viel Aufwand verbunden. Schon allein die Ständige Überprüfung wer wann wie lange im Haus gewohnt hat nimmt eine Menge Zeit in Anspruch. Und wer sagt denn das die Mieter ehrlich sind immer korrekt angeben wie viele Personen zum Haushalt gehören.

Nach meinen neuesten inrformationen darf man das so abrechnen, wobei Heizkosten am besten immer nach Bedarf (jede Wohnung bzw. Heizung eigener Zähler, wie auch beim Strom) abgerechnet werden.

Also alles perfekt so (hast Du nciht ne Wohnung für uns? ;-) )

Wenn das Haus noch in Sanierung ist, dann ist es ein Leichtes dort für Wasser Zwischenzähler einzubauen - eine verbrauchsabhängige Abrechnung ist immer noch das Fairste, was abrechnungstechnisch möglich ist. Diese Abrechnung ( Wasser ) kann dann zusammen mit der Heizkostenabrechnung von einem Abrechnungsdienst erledigt werden, die dann auch gleich die Ablesung der Zwischenzähler mit erledigen. Eine Abrechnung nach Personen führt in aller Regel zu Streit im Haus, besonders dann, wenn einzelne Mietparteien öfter Besuch erhalten - dieser Streit liegt dann auf dem Tisch des Vermieters und ist leider regelmäßig nicht klärbar. Die Position Allgemeinstrom würde ich dann auch über die Wohnfläche abrechnen.

Wie was abgerechnet werden soll, ist in den jeweiligen Mietverträgen genau zu bezeichnen - eine nachträgliche Änderung der Abrechnungsmodalitäten ist immer schwierig.

Sie tun sich selbst einen Riesengefallen, wenn Sie stur nach m² Wohnfläche abrechnen! Das erspart ihnen die Bespitzelung der Mietsache im Hinblick auf die dort gemeldeten oder nicht gemeldeten Wohnungsnutzer, bzw. "zufällig" anwesender Personen!

Wende dich doch mal an Haus&Grund, da kann man als Vermieter lernen, wie man eine Abrechnung macht und mehr.

Dieser Empfehlung möchte ich mich anschließen und diese Dir dringend anraten.

Die örtliche Verein Haus&Grund kennt sich mit den regionalen Gegebenheiten normalerweise gut aus und mit den Beratern dort kannst Du alle rechtlichen Fragen auf die Gegebenheiten Deines Hauses hin besprechen. Man wird Dir rechtssichere Mietverträge geben, die dann ggf. noch auf Deine speziellen Gegebenheiten hin angepasst werden. Und schließlich wird man Dir mit sach- und fachkundigen Rechtsanwälten beistehen, falls es doch einmal zu Problemen mit Mietern kommt. Vorteil: Da die Mietverträge dann aus dem Umfeld von Haus&Grund und der von diesen empfohlenen Rechtsanwälten stammen, kannst Du Dich auf beste Unterstützung verlassen.

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Eine Umlegung des Allgemeinstroms auf die Anzahl der Bewohner halte ich für rechtlich bedenklich.

Warum willst Du nicht auch den Müll nach der Anzahl der Bewohner umlegen - das ist üblicher.

Allerdings rate ich ebenfalls davon ab, zuviel nach Anzahl der Personen umzulegen. Wenn ein Single eine 90 qm alleine bewohnt und das gleiche zahlen muss, wie eine 4 köpfige Familie, dann mag der Single das als ungerecht empfinden. Ich sage aber, ein Single braucht für sich keine 90 qm. Dies ist insbesondere in Ballungsgebieten ASOZIAL. Wohnraum "sinnlos" zu belegen. Dann soll er auch ruhig "erhöhte" Nebenkosten bezahlen.

Und wenn schon nach Personen, dann nach Personentage! Wenn dann andere Mieter keine Meldunga den Vermieter machen, wenn in eine Wohnung weitere Personen eingezogen sind, dann sind diese selber schuld.

Eine Umlegung des Allgemeinstroms auf die Anzahl der Bewohner halte ich für rechtlich bedenklich.

Viele Personen einer Nutzergruppe werden ziemlich sicher mehr an Allgemeinstrom verbrauchen als eine alleinstehende Person. Bedenklich wäre dann eher nach m² . Man stelle sich vor ein Alleinstehender wohnt in einer 100 ² Wohnung und 5 Personen auf 80 ² Wäre das Verhältnis 1:16 und vermutlich hätte der alleinstehende Mieter gute Chancen sich dagegen juristisch zu wehren. Hier muss der Vermieter schon sehr aufpassen das Er nicht Gefahr läuft anzuecken.

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@werbon

und wie wird der Besuch erfasst - berechnet??? Der alleinstehende kann viel Besuch erhalten. Aber das ist immer die gleiche Diskussion und führt zu nix. Strom ist auch so teuer.

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Wasser ist über eine Wasseruhr abzurechnen. Du bekommst einen Heidenärger, wenn du das nicht machst. Der eine Mieter badet jeden tag und der andere duscht alle 2 Tage. Und beide zahlen das gleiche? das geht gar nicht. Allgemeinstrom nach Personenanzahl ist annehmbar.

Vorausgesetzt, jede Wohnung hat eine Wasseruhr.

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Wasserleitungen in Mehfamilienhäusern sind oft nicht getrennt und Verbrauch einzeln ablesbar, dann ist Berechnung nach Bewohnerzahl jedenfalls gerechter als die nach Wohnungsgröße.

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@Blindi56

Aber auch schwieriger nachhaltig zu kontrollieren! - Da ist mal die Freundin zu Besuch etc. - und schon gibt es Ärger mit den anderen Mietparteien. - Gerechtigkeit hin - Gerechtigkeit her!?!

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Es gibt es keine zwingenden Verteilungsschlüssel. Insbesondere die Verteilung der verbrauchsabhängigen Nebenkosten (Wasser, Entwässerung, Abfallentsorgung) durch den Vermieter nach qm-Wohnfläche ist grundsätzlich zulässig

OLG Hamm, DWW 1983/278

Im Einzelfall kann sich allerdings ergeben, daß die Abrechnung nach Wohnfläche unbillig und damit unzulässig ist. Das wird bei den verbrauchsabhängigen Kosten bejaht, wenn der Mieter bei einer Abrechnung nach qm das Doppelte

so das LG Düsseldorf, WuM 1994/30

oder sogar erst das Dreifache

so das LG Aachen, WuM 1991/503

zahlen muß, als wenn nach Personen abgerechnet würde. Auch die Abrechnung nach Personen enthält nach den genannten Grundsätzen eine gewissen Pauschalierung. Das bedeutet insbesondere, daß auch Kleinkinder ab dem Einzug als volle Person gelten.

Gemäß § 556a BGB ist dann, wenn kein Abrechnungsmaßstab vereinbart wurde, nach Wohnfläche abzurechnen. Sofern tatsächlich eine Verbrauchserfassung in einigen Bereichen erfolgt (etwa beim Wasser), muss der Vermieter auch nach Verbrauch abrechnen.

Das ist durchaus korrekt, auch Müll und Niederschlagswasser darf nach Personen abgerechnet werden.

Das ist durchaus korrekt,

Aber ist es auch klug? Wer prüft verläßlich die Anzahl der in einer Wohnung befindlichen Personen? - Die Quadratmeter stehen einmal fest!!

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@schelm1

Und als Single zahlst Du gerne den Wasserverbrauch der 3 Personen in der (gleichen) Wohnung über Dir mit...

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du denkst aber ein bischen unlogisch. Müll sind keine Fixkosten sondern von den Personen abhängig. Diese werden oft nach Personen abgerechnet, wohin gehend der Allgemeinstrom meist nach m² abgerechnet wird.

Mir ist es immer am liebsten beide Positionen nach m² abzurechnen, denn die Nachhaltung wer wann wo wohnt, wer zu Besuch ist - gilt bis 6 Wochen - ist anstrengend. Und die Mieter teilen die Personenzahl eher nicht mit.

du denkst aber ein bischen unlogisch. Müll sind keine Fixkosten sondern von den Personen abhängig.

Betriebswirtschaftlich sind die Kosten der Müllabfuhr Fixkosten, sofern der Müll nicht bei jeder Abholung gewogen und entsprechend des Gewichts abgerechnet wird...

Von der Zahl der Personen sind diese Kosten definitiv NICHT abhängig, denn 2 Babys produzieren mehr Müll, als 6 Erwachsene bei entsprechender Mülltrennung...

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@MosqitoKiller

ach - und wieso rechnet dann jeder Müllabtransporteur mit ca. lieterverbrauch pro Person und Monat und schreibt einem dann die Tonnengröße vor???

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@Tabaluga1961

Weil er die Kosten irgendwie kalkulieren muss...

Das ändert aber nichts daran, dass die Kosten NACH dieser Kalkulation fix bleiben, auch wenn sich die Personenzahl ändert, bzw. die Kosten auf Antrag sich ändern können, obwohl sich die Personenzahl nicht ändert, sondern nur die regelmäßige Abfallmenge...

Der Entsorger rechnet im Normalfall nicht nach Personen und schon gar nicht nach Gewicht ab, sondern er kalkuliert nur danach, die Kosten variieren nicht und gehören damit betriebswirtschaftlich zu den Fixkosten...

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Ich fände Wasserverbrauch zu teilen nicht gerecht. Ich würde das ebenso wie die Heizkosten je nach Wohnung berechnen lassen. Dies ist möglich!

Ich bin mit der rechtlichen Lage nicht vertraut, glaube jedoch das dagegen Einspruch gelegt werden kann.

Moin, das ist ehrlich und auch erlaubt. Es ist nur wichtig das es im Miietvertrag geregelt ist wie abgerechnet wird. bei den Heizkosten bist du auch richtig, hier muss es eine Verbrauchsabhängige Abrechnung geben (Personen oder Quadratmeter nicht zulässig!) bitte bei den Heizkosten die Warmwasserbereitung mit abrechnen, verteilen wenn dies über die Heizungsanlage geht.

MfG

das ist ehrlich und auch erlaubt

Aber ist es auch klug? Wer prüft verläßlich die Anzahl der in einer Wohnung befindlichen Personen? - Die Quadratmeter stehen einmal fest!!

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Im Mietvertrag kannst Du all das vereinbaren, all das ist zulässig...

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