Wasser und Heizungskosten werden geschätzt. Warum nicht gemessen?

6 Antworten

Ich gehe mal davon aus, dass es sich um ein Mehrfamilienhaus mit mehr als 2 Wohneinheiten in Deutschland handelt.

Dafür ist dann zwingend die Heizkostenverordnung anzuwenden, zu der es auch Ausnahmeregeln gibt. Die Ausnahme ist immer dann anzuwenden, wenn es aus technischen Gründen nicht möglich ist, den Heizenergieverbrauch zu vertretbaren Kosten je Wohnung zu erfassen. In einem Altbau kann es sein, dass die Heizungsrohre in mehreren Strängen von unten nach oben verlaufen und dabei eine Wohnung von mehreren Strängen versorgt wird. Zudem in solchen Fällen, in denen keine Messgeräte an den Heizkörpern angebracht werden können. Es kann solche Situationen geben, aber es wäre wirklich die krasse Ausnahme.

Wenn es also z. B. denkbar wäre, dass an jeden Heizkörper ein Messgerät einer Abrechnungsfirma angebracht wird, wäre das, was Du beschreibst ein Verstoß gegen die Heizkostenverordnung. Wie Du es beschreibst, wird der Heizenergieverbrauch in Euro einfach nach Wohnfläche auf alle Mietparteien umgelegt.

Falls damit wirklich ein Verstoß gegen die HKV vorliegt, könntest Du Dir von den Heizkosten 15 % abziehen.

Beim Wasser ist es so, dass keine Zähler je Wohnung vorgeschrieben sind. Wird der Verbrauch jeder Mietpartei nicht auf diese Weise erfasst, kann der Verbrauch nach Wohnfläche oder Anzahl Bewohner umgelegt werden. Aber bei der Umlage darf nicht geschätzt werden. Es müssen schon Belege für den Gesamtwasserverbrauch vorliegen, der als Grundlage für die Weiterberechnung genommen wird.

Es ist ein großes Reihenhaus mit ca. 50 Parteien.Es sind gewöhnliche Heizkörper ohne Display. Der Techem Mann geht 1x im Jahr in den Keller zum Ablesen. Bei Einzug hieß es, dass der Kaltwasserzähler würde bald eingebaut werden und Warmwasser wird irgendwie separat abgerechnet. Auf der Nebenkostenabrechnung gab es aber bezüglich Wasserversorgung nur einen € Preis.

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@Koala760

Das mit den Wasserzählern wird wohl nichts mehr. Da würde ich mich aber mal erkundigen, welche Wasser-/Abwasserkosten tatsächlich entstanden sind und wie diese aufgeteilt wurden.

Heizkörper ohne Display heißt also auch, dass an den Heizkörpern nichts ist, was den Verbrauch wiedergibt? Aufgeklebte elektronische Messgeräte müssen nicht unbedingt ein Display haben und früher gab es immer die Messröhrchen, wo die Verdunstung abgelesen wurde. Das habt Ihr vermutlich auch nicht.

Was macht dann der Techem-Mann überhaupt bei Euch im Keller?

Wenn Du schreibst, ein großes Reihenhaus mit 50 Parteien, kann man sich das dann so vorstellen, dass 50 Häuser aneinander gepappt sind und Ihr bewohnt eines davon, das auch eine eigene Heizungsanlage hat?

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Ich rate dazu, gegen diese sog. "Abrechnung" deiner Vorauszahlungen für Betriebskosten Einspruch einzulegen. Die gesetzliche Frist dafür beträgt taggenau 12 Monate. Mache das schriftlich als Einwurfeinschreiben und begründe den Einspruch wegen Nichtnachvollziehbarkeit und fordere Einsichtnahme in sämtliche Originalbelege die für die Abrechnung relevant sind. Solange diese nnicht ermöglicht wird, ist eine evtl. Nachzahlung nicht fällig.

Die geschilderte Verfahrensweise ist insgesamt höchst fragwürdig. Bei umfangreichen Modernisierungen ist in der Regel der Vermieter verpflichtet, die Voraussetzungen für eine verbrauchskonforme  Erfassung der Verbräuche zu schaffen.

Wenn jetzt der Zustand der ist, dass das nicht so erfolgte und es ist mietvertraglich kein Umlageschlüssel explizit vereinbart, gilt das BGB: Umlage nach Wohnfläche.

Bei nicht gemessenen Verbräuchen darf / muss ein Anteil von 15% der Kosten in Abzug gebracht werden (Heizungs- und Wassererwärmungskosten).

Einfach nur eine Betrag für diese Kosten einzusetzen, reicht nicht aus. Die Abrechnung ist deshalb rein formal gesehen unwirksam und quasi damit nicht erfolgt.

Fordere deshalb eine Korrekte Abrechnung ein.

Du magst keinen Wasserzähler in deiner Wohnung haben, aber das gesamte Haus hat garantiert einen. Davon ausgehend wird das dann auf die Wohnungen umgelegt, wahrscheinlich nach m². Der Verteilerschlüssel müsste in deinem Mietvertrag stehen. Wie das dann mit der Heizung läuft, weiß ich nicht. Wenn ich mich nicht irre, muss da teilweise nach Verbrauch abgerechnet werden.

450€ / Monat für 93 QM Wohnung

Wir haben unsere Nebenkostenabrechnungen 2013 erhalten. Wir sind im Jahr 2013 innherhalb des gleichen Gebäudekomplexes umgezogen, daher haben wir 2 Abrechnungen.

Erste Abrechnung: 450€ / Monat für 93 QM, das entspricht etwa 4,80€ / QM Zweite Abrechnung: 650€ / Monat für 155 QM, das entspricht etwa 4,20€ / QM

Wenn ich nach Vergleichswerten im Internet suche, dann finde ich Normalwerte zwischen 2€-2.5€. Das ist ja ein gewaltiger Unterschied zu dem, was wir zahlen sollen. Kann es wirklich sein, das so hohe Nebenkosten anfallen?

Der Gebäudekomplex befindet sich im Zentrum von München und wurde in den 90er Jahren erbaut.

Warmwasser soll z.B. angeblich 20,68€ / Kubikmeter kosten und 1 Megawattstunde 194.93€. Richtwerte für Warmwasser liegen wohl bei 5-10€ und für 1 MWh bei 50-80€

Vielen Dank für euer Feedback

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