Was heisst, dass Bilder im Unterricht nicht mehr nur als İllustrationen dienen, sondern mit didakt. Funkt. in den philos. Gedankengang eingebunden werden?

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3 Antworten

Ich erinnere an die letzte Antwort zu "Bildkompetenz". Den Umgang mit Bildern auf den Kunstunterricht zu begrenzen, scheint angesichts der Bilderflut, mit der auch als philosophisch zu bezeichnende Inhalte transportiert werden, nicht mehr aktuell. Zu Bildern gehören doch heute auch Videoclips und Filme und wer hier auf GuteFrage mal nachliest, wie sehr Filme wie MATRIX das Weltbild der Kids prägen, der erkennt auch für den Philosophieunterricht erklärenden Handlungsbedarf.

Mir gefällt auch nicht die Aussage, dass Bilder im Unterricht nur als Illustration dienen. Unterricht ist immer verbunden mit einer pädagogischen Absicht! Dann sind auch Illustrationen nicht von der grundpädagogischen Absicht frei! Gemeint ist wohl, dass Bilder aller Art im philosophischen Unterricht über die untermalende Funktion hinaus in die Erkenntnisvermittlung eingebunden werden. Dazu müsste sich der Pädagoge aber im Klaren sein, dass das ein gefährliches Spiel ist. Schon mit vermeintlich klar formulierten Sätzen kann man missverstanden werden. Bilder aller Art lassen den Schülern einen viel größeren Interpretationsspielraum und es kann vorkommen, dass es danach mehr Zeit kostet, die eigene Vermittlungsabsicht unter den verschiedenen Interpretationen zusammenzuflicken, als sie verbal selbst rüberzubringen.

Mir ist das mal passiert, als ich nur den Begriff "Geist" zur Diskussion gestellt habe. Aus der ganzen Bandbreite von Vorschlägen, die ich erwartet hatte, kam gar nichts, dafür aber zu meinem Erstaunen die Offenbarung, wie viele Horrorfilme die versammelte Schar bereits im Kopf hatte, welch ein grauseliges Gemisch an verzerrten, alten mystischen Vorstellungen vorgetragen wurde, ohne dass die Schüler ahnten, aus welchen Quellen das verzerrend zusammengeklaubt wurde. Statt einer Stunde benötigte ich drei mit der Einsicht, dass manche Begriffe mit Vorstellungen vollgestopft sind, dass es ohne Klärung keinen Sinn macht, noch einen "unemotionalen Vernunftbegriff" obendrauf zu setzen. Man ahnt bei Bildern halt nie, welche Assoziationen bereits vorhanden sind. Wenn man diese erreichen und freischaufeln will, können Bilder helfen.

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Happiness88 09.03.2016, 15:34

Danke lieber Berkersheim 👍🏼👍🏼👍🏼👍🏼👍🏼

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Wenn im Philosophie-Unterricht auch Bilder eine stärkere didaktische Funktion bekommen sollen, entstehen Überschneidungen mit dem Kunstunterricht (der Oberstufe) und Abstimmungsbedarf der Fachlehrer.

In der Kunst-Oberstufe gehört eine tiefergehende kunsthistorische Interpretation von Kunstwerken zum Curriculum. Meistens wird das Interpretationsmodell von Erwin Panofsky aufgegriffen, in dem die philosophische Dimension vorgesehen ist ("Ikonologische Interpretation").

Siehe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Panofsky#Interpretationsschema

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Nicht nur hübsch zum angucken, sondern regt auch zum nachdenken an.

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