Waschzwang, was kann ich tun,um meinem Freund zu helfen?

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Therapie

Für die Behandlung einer ernsthaften Zwangserkrankung hat sich die Kombination aus medikamentöser und psychologischer Behandlungsverfahren als erfolgreich erwiesen. Durch die medikamentöse Behandlung ist es möglich, den Betroffenen den Leidensdruck (resultierend aus den Folgen der Zwangserkrankung), relativ zeitnah zu nehmen und die Lebensqualität zu steigern. Durch die psychologische Behandlung wird ein Leben für die betroffene Person in ihrer Gesellschaft auf Dauer wieder möglich sein. Im Rahmen der psychologischen Behandlung lernt die betroffene Person langsam, wie sie mit ihrem zwanghaften Verhalten sowie mit den Zwangsgedanken umgehen kann. Ziel einer psychologischen Behandlung ist die dauerhafte Befreiung der betroffenen Person von ihren Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.

Bei dem hier beschriebenen Waschzwang können Zwangsgedanken auftreten, wie z.B. „Wenn ich mir jetzt nicht die Hände wasche, bekomme ich vielleicht gefährliche Krankheitserreger von anderen Personen“. Diese Gedanken können mittels Konfrontationstherapie behandelt werden. Die Personen sollen sich gedanklich in die gefürchtete Situationen versetzen (z.B. in einem Kaufhaus die Hände nach Berühren von Türklinken nicht waschen). Sie sollen sich so lange mit der Situation auseinandersetzen, bis die bestehenden Ängste kaum noch vorhanden sind.

Eine andere Möglichkeit stellt die kognitive Umstrukturierung dar. Die betroffenen Personen sollen sich unter anderem mit der Wahrscheinlichkeit auseinandersetzen, mit der das gefürchtete Ereignis auftreten könnte. Darüber hinaus lernen die Betroffenen in den Zwangssituationen Sätze zu formulieren mit denen sie das Zwangsverhalten / die Zwangsgedanken wieder loswerdenhttp://www.dr-gumpert.de/html/waschzwang.html

All dies hab ich schon vorgeschlagen. Wie bekomm ich ihn dazu eine Therapie zu beginnen? Er sagt immer nur, er ist nicht krank, er schafft es allein.

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@Sushi77

hoffe , du konntest ihn überzeugen...und vielen Dank fürs Sternchen ;)

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Hi, dieser thread ist zwar schon etwas älter, aber ich hoffe, dass meine erfahrungen noch hilfreich für dich sind ;) Ich war oder bin selbst waschzwängler.... das ganze fing bei mir im alter von 11 jahren an... erst kam es schleichend, aber im laufe der jahre wurde es dann immer stärker....die rituale haben sich immer mehr gefestigt, ich hab mich immer mehr gewaschen, bis zu meinem totalen absturz.....

nach dem abi hab ich in innerhab von 3 monaten eine enorme verstärkung meines zwangs verspürt, sodass ich gar nicht mehr in der lage war, nach draußen zu gehen, hab ichs mal gewagt das haus zu verlassen, war ein mind. 8 stündiger waschmaraton mit kaputter haut und blutenden händen die folge.... ich war sehr sehr unglücklich, weil der zwang mein leben völlig eingenommen hat und mich vollständig unter kontrolle hatte... ich konnte nicht mehr feiern gehen, meine freunde nicht mehr sehen, hab geburtstage verpasst, arbeiten war unmöglich, auch mein studium konnte ich vorerst nicht antreten und all die alltäglichen dinge, die für andere so selbstverständlich sind, wurden für mich zur qual...

meine mutter konnte meinen zustand schließlich nicht mehr länger mit ansehen und in meinen augen hatte das leben auch gar keinen sinn mehr.... also überredete sie mich , zu einem arzt zu gehen und eine therapie zu beginnen.... in den ersten monaten hat man nur schleppend fortschritte erzielt, aber das sollte einen auf gar keinen fall daran hindern, bis zum ende zu kämpfen.... für die therapie braucht man sehr viel kraft, denn man muss sich gezielt seinen ängsten aussetzten, wie z.b. den ganzen körper mit tüchern mit getrocknetem blut abtupfen, in mülltonnen rumkramen, bahnhofstoiletten mit den händen berühren oder das gesicht auf einen schäbbigen zugsitz legen. natürlich muss ich an dieser stelle erwähnen, dass die therapeuten einen zu nix zwingen, jede übung erfolgt freiwillig und ist individuell... man analysiert seine ängste und erarbeitet zusammen mit dem therapeuten ein konzept, um die angst zu kontrollieren... auch die übungen bespricht man im voraus und nachher intensiv...

doch ich konnte die kraft für die wirklich schweren übungen aufbringen und bin immer stärker geworden.... nach nur einem jahr war meine therapie beendet und ich konnte mit meinem studium beginnen.... nun bin ich 23 und die therapie ist ca. 2,5 jahre her.... mir gehts wirklich immer noch prima, denn die techniken, die man in der therapie gelernt hat, um seine angst zu überwinden, wird man nie wieder vergessen..... ich hab mein leben zurück und selbst meine besten freunde sind heute pingeliger als ich ;).... zum abschluss meiner therapie war meine therapeutin natürlich sehr stolz auf mich und immer noch fasziniert von meiner stärke, denn als sie mich das erste mal sah, hätte sie niemals gedacht, dass ich nach einem jahr wieder gesund sein würde... sie ist davon ausgegangen, dass es jahre braucht, um mich zu heilen... manchmal kommt es vor, dass ich hin und wieder mal verunsichert bin und etwas angst in mir aufkeimt, aber ich weiß jetzt, damit umzugehen...

für alle betroffenen ist eine therapie unumgänglich... entweder ihr zögert den "großen knall" nur heraus oder ihr habt euer leben bereits nicht mehr unter kontrolle... das leben ist zu schön, um es von einer angst bestimmen zu lassen.... ich freue mich, wieder unbeschwert nach draußen zu gehen und die frühlingsluft genießen zu können..... deshalb musst du deinen freund davon überzeugen, dass er auf jeden fall eine therapie macht, damit er sich sein leben nicht ruiniert.... denn es ist einfach zu kostbar....

Vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich bewundere es und freue mich wahnsinnig für Dich, daß Du es geschafft hast!

Die Therapie ist für ihn der einzige Weg. Es gibt niemanden, der etwas anderes sagt. Das Problem ist einfach, daß ein simpler Arztbesuch schon mit einer Vielzahl von Ritualen verbunden ist.

Bin immer etwas überfragt, aber gibt es immer einen Auslöser oder entstehen solche Dinge aus dem Nichts?

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@Sushi77

vielleicht gibt es einen Auslöser, vielleicht auch nicht... in meinem fall kann ich mir vorstellen, was für meine krankheit verantwortlich gewesen sein könnte, aber genau sicher bin ich mir da nicht .... man spricht mit dem therapeuten ebenso über persönliche Dinge und kaut quasi sein ganzes leben nochmal durch.... aber es ist primär nicht wichtig den auslöser zu beseitigen, sondern durch die therapie den umgang mit der kankheit zu erlernen ....

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@Maluwilz

Natürlich nicht den Auslöser beseitigen, aber doch auch die Krankeit zu heilen und nicht nur lernen mit ihr umzugehen, oder? Tust Du dann jetzt einfach andere Dinge anstatt Dich zu waschen? Frag mich nur, ob man es ganz los wird, oder ob man trotzdem irgendetwas tun muss, um sich nicht zu waschen?

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Du kannst ihm nicht helfen-dass können nur Profis. Dir würde ich raten, dich auf keinen Fall in seine Zwänge hineinziehen zu lassen, das bestätigt ihn nur. Sage immer wieder nein, dass tu ich nicht-wenn er aggressiv wird und dich bedroht- ich würde die Pölizei rufen, die ihn übrigens auch in eine Psychiatrie bringen können, bei Fremdgefährdung- da würde er auch richtige Hilfe bekommen- je eher umso besser.

Ich war schon so oft kurz davor die Polizei zu rufen. Es kostet aber wahnsinnig Überwindung dies zu tun. Hab ihn immer von seiner Familie abholen lassen. Dann gelobt er Besserung, die für einige Zeit auch tatsächlich eintritt. Aber dann ist wieder alles beim Alten, wenn nicht sogar noch schlimmer als vorher.

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@Sushi77

Klasse, dass du schon daran gedacht hast.Es hört sich vielleicht paradox an, aber du würdest ihm damit tatsächlich helfen.Hier sieht er genau, wohin sein Verhalten führt und, da er vermutlich in eine Psychiatrie gebracht wird, würde er richtige Hilfe bekommen.Denn es ist ja scheinbar so, dass er keine richtige Krankheitseinsicht hat und deine Beobachtung ist richtig-es wird schlimmer und immer schlechter behandelbar mit der Dauer! Also, wenn du ihm helfen willst-bleibt hart und rufe die Polizei!

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@PEJAR

Ich weiss... Es ist so schwer!

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(Ich kann kaum mal ins Wohnzimmer fernsehen weil der junge an seiner Playstation hockt Mit Kophörern abgeschirmt von der außenwelt und das zimmer zu seinem Revier gemacht hat *-*)...

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Danke

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Und wenn ich weiter in Therapie bin [bei der sich bisher eigentlich nichts getan hat, seit 2 Jahren hab ich die Erkrankung (und länger weil davor waren es andere Ängste und Zwänge) ] werde ich zwar immernoch die Hoffnung haben, das es sich iwann bessert und habe das Gefühl das ich ja was gegen die Ängste tu. Aber ich könnte dann meine Zukunft kaputt machen und würde nicht richtig Leben, da die Erkrankung mich sehr einnimmt... Soziale Kontakte hab ich auch keine mehr.

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