Was zählt unter Notwehr?

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21 Antworten

Hallo,

hier steht es gut erklärt, oft ist es auch so, wer die besseren Argumente hat, sprich seine Version besser verkaufen kann ... bissl lang der Text, aber offensichtlich hat die Geschichte noch ein Nachspiel, da sollte man gut informiert sein:

http://www.juraforum.de/lexikon/notwehr

  1. Allgemein

Notwehr ist gemäß § 32 Abs. 2 StGB die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

  1. Voraussetzungen

Die Notwehrhandlung ist bei Vorliegen der folgenden Voraussetzungen (Notwehrlage und Notwehrhandlung) gerechtfertigt:

Es wird ein Rechtsgut bedroht. Die Angriffshandlung steht unmittelbar bevor, dauert an oder ist noch nicht beendet. Die Angriffshandlung ist rechtswidrig. Die Notwehrhandlung ist zur Abwehr ist erforderlich. Der Rahmen der erforderlichen Verteidigung wird durch die gesamten Umstände bestimmt, unter welchen Angriff und Abwehr sich abspielen, insbesondere durch Stärke und Gefährlichkeit des Angreifers und durch die Verteidigungsmöglichkeiten des Angegriffenen.

Stehen mehrere Mittel zur Auswahl, ist das mildeste zu wählen, sofern damit der Angriff ebenso wirksam abgewehrt werden kann. Der Angegriffene darf dabei grundsätzlich das für ihn erreichbare Abwehrmittel wählen, das eine sofortige und endgültige Beseitigung der Gefahr erwarten lässt; er ist nicht genötigt, auf die Anwendung weniger gefährlicher Verteidigungsmittel zurückzugreifen, wenn deren Wirkung für die Abwehr zweifelhaft ist.

Der schmächtige A wird von dem ihm körperlich weit überlegenen B angegriffen. Eine Verteidigung des A mit einer lebensgefährlichen Handlung (ggf. unter Einsatz einer Waffe) ist hier auch dann zulässig, wenn er von B nur mit Fäusten angegriffen wird, er jedoch auf Grund seiner Unterlegenheit mit schweren Körperverletzungen zu rechnen hat (BGH 01.06.1994 - 2 StR 195/94).

Sofern sich ein Verteidiger in Notwehr mit einer Schusswaffe mit einem tödlichen Schuss verteidigt, hat er vorher die Anwendung der Schusswaffe anzudrohen und einen weniger gefährlichen Waffeneinsatz zu versuchen BGH 30.10.1986 - 4 StR 505/86.

Nicht nur Leib und Leben, sondern z.B. auch das Eigentum, die Ehre, der Besitz und das Hausrecht dürfen notfalls mit scharfen Mitteln verteidigt werden, wenn es sich bei dem Angriff nicht um eine Bagatelle handelt.

Hinweis:

Die private Notwehr ist gegenüber dem staatlichen Schutz grundsätzlich subsidiär. Kann also z.B. ein Polizeibeamter noch rechtzeitig zur Abwehr eines Angriffs herbeigerufen werden, dann ist eine eigene Verteidigung nicht erforderlich i.S. des § 32 StGB und daher auch nicht gerechtfertigt.

Kommt es im Rahmen der Notwehr zu mehreren Verteidigungshandlungen, so muss der Verteidiger beweisen, dass für jede einzelne Handlung die Voraussetzungen einer Notwehrlage gegeben waren (BGH 30.10.2007 - VI ZR 132/06).

  1. Irrtümliche Annahme der Notwehr

Der Irrtum über die tatsächlichen Voraussetzungen eines Rechtfertigungsgrundes (sog. Erlaubnistatbestandsirrtum) wird wie ein Tatbestandsirrtum nach § 16 StGB behandelt. Dies bedeutet, dass derjenige, der einen vermeintlichen Angriff abwehrt und dabei einem anderen Schaden zufügt, nicht wegen vorsätzlicher, wohl aber wegen fahrlässiger Tatbegehung bestraft werden kann.

Auch bei der irrigen Annahme eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs darf der Täter aber nicht mehr als der in wirklicher Notwehr Handelnde tun.

A geht abends im Park spazieren. Ihm kommt B entgegen, der in A einen Arbeitskollegen erkennt und daher zum Gruß seinen Spazierstock emporhebt. A erkennt auf Grund der Dunkelheit den B nicht und denkt, dass B mit dem Stock zum Schlag auf ihn ausgeholt hat. Um dem vermeintlichen Schlag zuvorzukommen, streckt A den B mit einem Faustschlag nieder. Obwohl der vermeintliche Angriff des B damit bereits erfolgreich abgewehrt ist, setzt der empörte A seinen Gegenangriff auf den am Boden liegenden B noch mit Fußtritten fort. Wegen der Fußtritte hat sich A wegen vorsätzlicher Körperverletzung strafbar gemacht.

Bei dem Irrtum über die rechtlichen Voraussetzungen der Notwehr, also beispielsweise über die Erfoderlichkeit einer Notwehrhandlung, handelt es sich um einen Erlaubnisirrtum, der den in § 17 StGB normierten Regeln des direkten Verbotsirrtums folgt und daher bei Vermeidbarkeit des Irrtums - was in aller Regel der Fall ist - nur strafmildernd berücksichtigt wird.

  1. Herausforderung des Angriffs

Wer in vorwerfbarer Weise einen Angriff auf sich provoziert hat, darf nicht bedenkenlos von seinem Notwehrrecht Gebrauch machen und sogleich ein lebensgefährliches Mittel einsetzen. Er muss vielmehr dem Angriff nach Möglichkeit ausweichen und darf zur Trutzwehr mit einem äußerst gefährlichen Mittel erst Zuflucht nehmen, wenn er alle Möglichkeiten der Schutzwehr ausgenützt hat (BGH 29.12.1987 - 1 StR 642/87).

Liebe Grüße

Taimanka

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Deine Abwehr war Notwehr, der Rest nicht mehr. Also die beiden Faustschläge. Bei dem zweiten Fall war so noch gar keine Bedrohung. Wenn er wirklich zum Schlag ausgeholt hätte und du dich in einem gewissen Rahmen verteidigt hättest, wäre es normal.

Aber ist das nicht etwas brutal? Tritt ans Kinn und Abwehr und zwei Faustschläge? Machst du Kampfsport? Habt ihr da keine Kodex?

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Kommentar von MustiLovesHaze
27.01.2013, 11:05

Ich hab ihn ja nicht aus Spaß weggetreten, er ist auf mich los gerannt. Nein, Kampfsport treibe ich nicht.

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juristisch betrachtet gebe es da noch den Notstand

Rechtfertigender Notstand

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

man beachte die Keywords wie z.B. wesentlich überwiegt, angemessen, etc

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Du hast dich mehr als gewehrt, das geht auf keinen Fall unter Notwehr.

Notwehr muss immer der Situation angepasst sein. Überreaktionen sind nicht erlaubt!

Du bist ein Schläger das ist alles!

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notwehr ist ein heikles thema.

wichtig dabei ist u. a. die "verhaeltnismaessigkeit". d. h. wenn jemand dir eine schelle geben will und du erschiesst ihn (beispielsweise), dann ist das keine notwehr.

damit man von notwehr reden kann, muss auch erstmal "not" bestehen, also eine konkrete schwere bedrohung vorliegen. wenn du "todesangst" nachweisen kannst, dann koenntest du damit durchkommen. aber die duerfte bei einer schelle wohl eher nicht im spiel gewesen sein.

gegen schellen wuerde ich generell lieber defensives verhalten empfehlen, also abwehr, nicht gegenangriff.

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Kommentar von Reiswaffel87
27.01.2013, 15:48

Um in Notwehr handeln zu dürfen bedarf es keinesfalls einer Todesangst. Ein rechtswidriger Angriff auf ein geschütztes Rechtsgut (z. B. Leben, Körper, Gesundheit, Eigentum, persönliche Freiheit oder Ehre) reicht aus.

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Notwehr ist eine Verteidigungshandlung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff auf ein geschütztes Rechtsgut von sich oder einem anderen abzuwenden.

Zwei Dinge muss man bezüglich deiner Geschichte diskutieren.

  1. Ein Angriff gilt als gegenwärtig, wenn er unmittelbar bevorsteht, noch andauert oder gerade stattfindet. Wenn der andere also auf dich zugeht und zum Schlag ausholt darfst du dich bereits verteidigen. Du musst den Treffer also nicht abwarten. Die bloße Ankündigung dich verhauen zu wollen ohne dir zu nahe zu kommen wird also keine Notwehr rechtfertigen. Gleiches gilt, wenn der Angriff bereits vorüber ist und kein neuer Schlag droht
  2. Erforderlich ist eine Verteidigungshandlung dann, wenn es kein milderes Verteidigungsmittel gibt, das mindestens genau so gut zur Abwehr geeignet wäre. Wenn Wegschubsen funktioniert darf man den Angreifer also beispielsweise nicht abstechen.

Fazit: Ob das in deinem Fall Notwehr war hängt vom ganz konkreten Sachverhalt ab. Grundsätzlich kann es sich dabei durchaus um Notwehr gehandelt haben. Kann man über das Internet aber nur schwerlich beurteilen.

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§ 32 Notwehr

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig. (2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden

Das ist nur oberflächlich.

Solange du den Angreifer, als dieser dann nichts mehr ausrichten konnte, weiter attackiert hast, ist das keine Notwehr mehr.

mehr Infos: http://www.jura.uni-tuebingen.de/professoren_und_dozenten/kinzig/mitarbeiter/natalie-richter/Notwehr.pdf

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Natürlich war das notwehr !!! Der lehrer hat anscheinend keine ahnung... Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden. (vgl. § 227 Abs. 2 BGB, § 32 Abs. 2 Strafgesetzbuch, § 15 Abs. 2 OWiG). Zugegeben der tritt ins kinn war vll ein bisschen zu viel aber er hat dir ja auch noch gedroht !

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Für Notwehr muss die Abwehr "verhältnismäßig" sein. Eine Ohrfeige mit einem Tritt ans Kinn zu beantworten ist nicht mehr verhältnismäßig.

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Kommentar von Reiswaffel87
27.01.2013, 15:46

Notwehr muss nicht verhältnismäßig sein. Sonst könnte man sich in vielen Konstellationen gar nicht adäquat zur Wehr setzen. Die Handlung darf nicht völlig außerhalb jeder Angemessenheit liegen (z.B. auf Äpfel-klauende Kinder mit einer Waffe schießen). Einen Schlag mit einem Tritt zu beantworten verstößt aber nicht gegen die Angemessenheit.

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konterte mit 2 Faustschlägen

das ist rache, keine notwehr.

notwehr ist: gewalt gegen sich selbst oder andere verhindern. meistens MUSS man dem anderen keine ballern, um sich zu schützen.

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Also 1 Fausthieb wär okay, soll ich etwa mit der flachen Hand kontern? Aber nur 1 möglichst und erst wenn man am Boden liegt.^^ (Ironie oder?) Aber gegen Stimulans, das Kreislauf oder Temperament anregt, je nachdem, ob es den Magen oder die Nase trifft dürfte drin sein.

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§ 32 StBG

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Natürlich muss die Gegenreaktion im Verhältnis zur "Bedrohung" stehen. Wenn jemand dich nur anschreit finde ich es ein bisschen überzogen, ihm gleich ins Gesicht zu treten. Außerdem kannst du ihm nicht einfach zweimal mit der Faust schlagen, nur weil er dir eine Schelle geben will.

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Kommentar von Ichbineinfachso
27.01.2013, 11:10

Das ist nicht "überzogen," das ist Körperverletzung!

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Als Notwehr bezeichnet man eine Handlung, die im Verhältnis zum Angriff steht, um eigenen Schaden von Leib und Leben abzuwehren. Entscheidend dabei ist die Verhältnismäßigkeit, die muss halt angemessen sein. Sie wie du das schilderst, sage ich mal aus der Ferne, dass du leicht überzogen hast.

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Kommentar von Reiswaffel87
27.01.2013, 15:47

Falsch, bei Notwehr ist überhaupt keine Rede von Verhältnismäßigkeit, sondern von Erforderlichkeit. Das hießt, dass es kein milderes Mittel zur Abwehr geben darf, das den Angriff genau so gut beendet.

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Nein, aber wenn du so weitermachst, wird dir ein Richter bald mal erklären, was Notwehr ist und was nicht.

Darüber nachdenken kannst du dann bei deinen Arbeitsstunden, in denen du Bettpfannen leerst.

Ein Definition von Notwehr findet sich durchaus im Netz, das nur nebenbei.

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Nein, das ist keine Notwehr.

Der andere hat dich schlagen wollen. Er hat dich also noch nicht geschlagen. Also ist es keine Notwehr. Und deine Aggression war unverhältnismäßig.

Auch im zweiten Fall hast du unverhältnismäßig aggressiv gehandelt. Die Abwehr der Schelle hätte genügt.

So hast du dich strafbar gemacht.

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Kommentar von fragerechtlich
27.01.2013, 11:10

Wichtig ist ob der zweite sein Rucksack ausgezogen hat und auf dich zugerannt ist oder nur gegangen. Hatte er seine Fäuste oder dergleichen gehoben oder nicht. Es kommt auf die Details an.

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notwehr ist nur das was du tust um dich zu schützen. Z.b den anderen weg schubsen aber doch keine faustschläge

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Du hast Dich eindeutig viel zu heftig gewehrt. Das war keine Notwehr mehr, das war Körperverletzung (Tritt ans Kinn).

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hättest ihn besser auf den boden gelegt ;) aber man kann nix sagen solche leute gehören vermöbelt!!!!

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Du hast dich gewehrt, meiner Meinung nach angemessen.

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"Ich ficke dich" Muahahahah was für 'ne Drohung :'D

Aber zur Frage: Ihm nochmal unters Kinn zu treten (Wie auch immer du das gemacht hast) war eig. nicht mehr angemessen, nur weil er dich anschreit.

lg, couka

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Kommentar von MustiLovesHaze
27.01.2013, 11:01

Ich hab ihn nicht deswegen getreten, er ist auf mich los gerannt....erst dann hab ich ihn weggetreten.

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