Was zählt, Testament, oder Grundbucheintrag?

6 Antworten

Meine Oma ist verstorben und hat ihrem Testament meine Mutter als Erbin ihres Hauses eingesetzt.

Das ist kein Erbe, sondern ein Vermächtnis oder eine Teilungsanordnung. Hierbei muß man unterscheiden ob es ein Vorausvermächtnis ist, bei den kein Ausgleich erfolgt oder ob der Wert ausgeglichen werden soll.

Bei einen notariellen Testament sollte man diesbezüglich eigentlich eine eindeutige Formulierung erwarten.

Erben sind Rechtsnachfolger und übernehmen die meisten Rechte und Pflichten des Erblassers also insbesondere auch Eigentum und Schulden. Das Erbe erfolgt dabei automatisch, d.h. es bedarf keinerlei Zustimmung.

Ein Vermächtnis/Teilungsanordnung ist hingegen ein schuldrechtlicher Anspruch gegen die Erben auf Erfüllung. 

Im Grundbuch stehen aber meine Mutter, meine beiden Tanten und ihre Kinder. Kann meine Mutter als Erbin das Grundbuch ändern lassen?
Könnten die Eingetragenen im Grundbuch einer Auszahlung widersprechen, wenn meine Mutter das Haus übernehmen möchte ?

Hier muß man zwei Dinge unterscheiden. Das Grundbuchamt ändert nur, wenn die im Grundbuch Eingetragenen explizit zustimmen oder ein rechtskräftiges Urteil dazu vorliegt. Letzeres heißt, das die Mutter erfolgreich klagen müßte.

Im Grundbuch steht meine Oma zu 1/2 und der Rest der Leute zu mehrfach ungeteilter Erbengemeinschaft zu 1/2, habe ich gerade nachgelesen.

Die Möglichkeiten von Vermächtnissen und Teilungsanordnungen sind recht weitreichend. So gibt es etwa das Verschaffungsvermächtnis nach §2170 BGB wonach der Erbe den Vermächtnisnehmer einen nicht im Nachlass befindlichen Gegenstand verschaffen muß. Das heißt im Klartext, der schuldrechtliche Anspruch auf Übertragung setzt nicht zwingend voraus, das das Haus vollständig zum Nachlass gehört. Ob tatsächlich ein Anspruch besteht kann man aber so pauschal nicht beantworten.

Ferner ist Folgendes zu beachten. Der mit den Vermächtnis beschwerte Erbe kann die Erbschaft ausschlagen und den Pflichtteil verlangen. In diesen Fall muß er das Vermächtnis natürlich nicht erfüllen. Außerdem kann das Vermächtis gekürzt werden wenn es der Nachlas unter beachtung der Pflichtteile wertmäßig nicht hergibt.


Wann wurde das Grundbuch geändert? Nach Testamentseröffnung oder vor dem Tod der Oma. Die Oma kann nicht etwas vererben was ihr gar nicht mehr gehört. Wenn die Grundbucheintragung länger als 10 Jahre alt ist ist diese Gültig. Ansonsten fliesst das Haus anteilig ins Erbe. Pro jahr 10 %.

Ist die übertragung z.b. 5 Jahre alt fliessen 50% Des Hauswertes ins Erbe und werden nach testament verteilt. Der rest bleibt wie im Grundbuch vereinbart.

Im Grundbuch steht meine Oma zu 1/2 und der Rest der Leute zu mehrfach ungeteilter Erbengemeinschaft zu 1/2, habe ich gerade nachgelesen.

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@AnniWan

D.h. deiner Oma gehörte nur noch das halbe Haus. Dann kann sie auch nur ihre Hälfte vererben. Die andere Hälfte gehört den eingetragenen Erben. Ich nehm mal an das sind die Erben vom Opa der schon früher verstorben ist?

Das ganze am besten von einem Anwalt auseinanderklamüsern lassen, wer wieviel besitzt und wer wen auszahlen muss.

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Offenbar konnte Deine Oma das Haus gar nicht vererben, weil sie im Grundbuch nicht als Eigentümerin eingetragen war. Sie hat das Eigentum am Haus wohl vorher schon übertragen. Nun müsste man wissen, was vertraglich geregelt war.

Im Grundbuch steht meine Oma zu 1/2 und der Rest der Leute zu mehrfach ungeteilter Erbengemeinschaft zu 1/2, habe ich gerade nachgelesen.

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