Was wurde vor Jahrhunderte eigendlich gegessen?

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7 Antworten

Feldfrüchte:

Getreide wie Gerste, Roggen, hafer und Weizen, ( Brei und Brot) Hülsenfrüchte wie Linsen und Ackerbohnen, Rüben und Kohl,

Klabs-und Schweinefleisch, mal ein Huhn, Eier, Milch, Fisch ( sofern die Pfaffen und der Adel was überig liessen) Wild war strikt dem Adel vorbehalten.

Obst aus garten, Feld und Wald, frisch oder getrocknet oder als Mus,

Pilze, Nüsse und andere Sammelfrüchte. Bucheckern und Eicheln wurden auch gegesssen, eingetlich alles, was man kauen konnte.

Tierfleisch. Fische, Beeren, Früchte und ganz Früher Samen, Kräuter usw. Fleisch und Knochen waren ja früher das wichtigste was die Menschen hatten, denn daraus konnten sie viel herstellen. Aus Knochen Suppen, Heilsachen usw.

Feldfrüchte, Kohl, Rüben, Wurzeln, "Salate", Käse, Milchprodukte, Brot (ganz viel Brot) Eier, Fleisch, Schwein, Rind, Fisch etc.

Wir Europäer aßen einfach alles. Europa war immer wieder von Hungersnöten bedroht und hat eine große Bevölkerungsdichte. Alle Einflüsse der Welt sind nach Europa geschwappt. Daher können Europäer auch so ungemein viel vertragen und die Nahrungsvielfalt ist so enorm.

Daher ist z.B. auch der Verzehr von Schweinefleisch, was in anderen Kulturen als Unrein gilt, hier völlig ok. Es gab Zeiten, da haben die Menschen einfach beinah alles essen müssen, um zu überleben.

Die Kartoffel ist für uns Europäer (ganz besonders Deutsche) ein wahrer Segen! Sie ist leicht anzupflanzen, hält viel aus, braucht sandigen Boden, ist ertragsreich, unglaublich vielseitig, schmeckt gut und beinhaltet alle lebenswichtigen Nährstoffe, die der Körper braucht. Ich lache immer darüber, wenn Arabs uns "Kartoffel" nennen. Bei den positiven Eigenschaften der Kartoffel, die MIllionen von Menschen das Überleben garantierte, werde ich gerne so genannt.

Kleiner Tipp: Nicht nur kartoffeln sind essbare lebensmittel. Man könnte schlicht und einfach Fleisch, Fisch, Gemüse etc essen. Wohl mit die wichtigste Beilage war allerdings das Brot oder insgesamt Cerealien-Produkte wegen den vielen Ballaststoffen

wollyuno 14.03.2012, 23:20

ballaststoffe waren zufalls produkt,das hätten sägespäne auch erfüllt,kartoffel auch nicht,den anbau musste erst der kaiser androhen,bei strafe,die kannten sie nicht und wussten auch nicht was man mit macht

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Grundnahrung waren zB Hirsebrei, Gerstengrütze, Hafergrütze. Brot war teuer, denn es kostete das Mahlen, den Transport und den Brennstoff im Backhaus, und außerdem hatte der Weizen noch lange nicht die Qualitäten wie heute, so daß nur ein sehr kleiner Teil davon überhaupt zum Backen geeignet war. Hühner gabs wenige, aber Ziegen, Schafe und Gänse waren weit verbreitet (in nahezu jedem Haus stand ein Spinnrad!), und Tauben waren ebenfalls beliebt (weil sie sich überwiegend selbst versorgen konnten). Eier wurden aber auch gesammelt (Kiebitzeier etc). Da lebendige Tiere immer verfügbar waren und nicht verschimmeln konnten wie Körner, die man ja nur ein einziges Mal im Jahr ernten konnte, gab es auch relativ viel Fleisch und Fisch.

Lederfusz 15.03.2012, 00:27

Sehr gute Antwort aber nur fast richtig. Brot konnte durch Mißernten zwar teuer werden, aber es zählte zu den Hauptbestandteilen der mittelalterlichen Gesellschaft. Gemüse wurde fast ausschließlich von der armen Bevölkerung gegessen, da die hohen Herren sich nicht mit solchen "niederen" Speisen begnügen wollten. Statt Kartoffeln wurden vielerorts Pastinaken angebaut. In England nie ganz vom Speiseplan verschwunden, machen diese Rüben derzeit bei uns eine Renaissance durch.

Hühner waren im Mittelalter sehr zahlreich anzutreffen (Allein in den überlieferten Kochbüchern wimmelt es von Hühnergerichten), obwohl sie ursprünglich weniger wegen der Eier und des Fleisches, als wegen der Hahnenkämpfe gehalten wurden. Das letzte habe ich mir mal sagen lassen, aber bei dieser Aussage bin ich mir nicht sicher, ob die wirklich stimmt, denn Hühner lassen sich vergleichsweise simpel halten und wachsen schnell. Es gab unglaublich viele Züchtungen und Rassen, die heute (aus Ertragsgründen) langsam verschwinden.

Fleisch stand nur relativ selten auf dem Speiseplan. Rinder, Schafe und Ziegen waren vor allem für die Milchwirtschaft wichtig. In einer mittelalterlichen Kloake in der Nähe von Riga fand man unglaublich viele Kirsch- und Pfaumensteine. Deswegen kann man davon ausgehen, daß Obst sehr beliebt gewesen ist.

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pecudis 15.03.2012, 09:38
@Lederfusz

Also bei den Hühnern muß ich Veto einlegen, das ist -sorry - so nicht richtig, auch wenn es immer wieder erzählt wird. Es gab nicht mal die Kenntnis der Mendelschen Gesetze, und "Rassen", oder jedenfalls das, was man heute als Rasse bezeichnet, gab es gar nicht, sondern Landschläge, bestenfalls einzelne Zuchtstämme (Inzucht), und die Römer haben zwar das Huhn weit nach Norden verbreitet, aber das beschränkte sich - genau wie die Kochbücher - auf Klöster und Fürstenhöfe. (Remember: es konnte kaum jemand lesen und schreiben, Kochbücher gab's bei Otto Normalüberleber nicht). Das in der Tierzucht Landschläge üblich waren, gilt btw für alle Tierarten.

Und Brot war nicht nur durch Mißernten teuer, sondern weil man dafür (btw wie für Brei auch) Land bewirtschaften mußte. Das war aber nicht überall möglich (im Vergleich zu heute a) auf viel weniger Fläche und b) mit viel weniger Ertrag). Schweine dagegen konnten in den Wald, Ziegen und Schafe fraßen am Wegrand und auf Ödland (das für Getreide gar nicht taugte), und nutzten Zweige und Laub, also Futter, das für Menschen nicht bzw nur im Notfall geniessbar war.

Die ersten nachweislich gezüchteten Hühner waren die Kräher, (Wettkrähen), dazu gibt's nicht nur eine Sage (hat ein Ritter auf dem Rückweg vom Kreuzzug aus Dankbarkeit einem Kloster geschenkt) sondern auch irgendwo Aufzeichnungen, Gänse und Enten waren häufig, weil das heimische Tiere sind, Hühner überlebten kaum ein Jahr und waren schwer zu vermehren, denn die können eben nicht - wie zB auch Tauben - ihr Futter selber suchen, die hatten eher den Status von Pfauen.

Womit Du recht hast, ist, daß die Tiere natürlich immer Zweinutzungstiere waren, also vorwiegend "nur" die überzähligen männlichen Tiere gegessen wurden (immerhin 50%!) und diejenigen weiblichen Lämmer / Kälber, die man nicht zusätzlich ernähren konnte. Da es aber über viele Jahrhunderte kaum Bestandsvergrößerungen gab, rechne mal ca 70% der weiblichen Tiere noch dazu, die ausschließlich zur Fleischnutzung dienten, bei Schweinen aufgrund der Vermehrungsrate natürlich mehr (über 90%). Nimm mal eine Sau als Beispiel - mit damals ca 6 Ferkeln im Jahr. Die Sau wird 3-4 Jahre alt, macht 24 Schweine wenn sich die Nachkommen nicht vermehren dürfen/können, eins behältst Du, der Rest wird gegessen. Bei Gänsen / Enten ist die Vermehrungsrate noch wesentlich höher (drum gab's davon auch mehr).

Eine reine "Haltung von Milchvieh" gab es also eher nicht, wie hätte das funktionieren sollen , auch dabei fällt ja immer mehr als 50% Fleisch an ???

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pecudis 15.03.2012, 09:41
@pecudis

Bei den vielen Kernen würde ich btw von Wein ausgehen, Kirschwein und Pflaumenwein, denn der war, im Gegensatz zu den Früchten selber, haltbar und weit verbreitet, und Weintrauben wachsen in Riga ja nun nicht...

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pecudis 15.03.2012, 09:51
@pecudis

Es gab unglaublich viele Züchtungen und Rassen, die heute (aus Ertragsgründen) langsam verschwinden

Da verwechselst Du die Zeit. Der "Boom" der Tierzucht, also die Zeit mit den "unglaublich vielen Rassen" liegt um ca 1900, nämlich genau da, wo sich die Mendelschen Gesetze als Gemeinwissen verbreitet hatten und die Ertragssteigerungen auf den Feldern eine erhöhung des Tierbestands möglich machte. Die höchste Zahl aller je beschriebenen Rassen liegt dann so ca 10 - 20 Jahre später, zu Beginn des 20ten Jahrhunderts.

Das, was man heute als "alte Rassen" bezeichnet, und was zgT damals aus Modegründen (und nicht aus Ertragsgründen) "erfunden" wurde, ist also eine "Modewelle", die gerade mal von 100 Jahren stattgefunden hat. Gilt für alle Tierarten, aber ganz besonders für Hühner (Erfindung der Brutmaschine!)

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Getreide, Fleisch,Fisch, Gemüse und Obst

Grütze, d.h. ein Brei aus Weizen..

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