Was würdet ihr tuen nach langer Einleitung?

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3 Antworten


An einer Präeklampsie oder auch Gestose erkranken 5-7% aller Schwangeren. Es handelt sich um eine Multi-Systemerkrankung, wobei nach der 20. SSW ein Hypertonus (Blutdruck >140 mm Hg systolisch und/oder >90 mm Hg diastolisch) neu auftritt, verbunden mit einer Proteinurie
(Eiweißausscheidung im Urin >0.3g/24h) und Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe). Letztere müssen nicht zwingend vorliegen.

Jedes Krankenhaus kann ein normales Gestose-Labor jederzeit durchführen (Blutbild, Hämolyse, Gerinnung, Leberwerte, Eiweiß), jedoch muss der Labormarker sFlt-1/PlGF-Quotient von einem Speziallabor ermittelt werden.

Die gefürchtetste Komplikation ist eine Eklampsie (tonisch-klonische Krämpfe).

Bei schweren Verläufen einer Gestose besteht die Behandlung in sofortiger Schwangerschaftsbeendigung (Einleitung oder auch Kaiserschnitt).

Bei einem länger andauernden Bluthochdruck ist der Stoffausstausch am Mutterkuchen und damit die Versorgung des Kindes nicht mehr optimal, dann kommt es zu Auffälligkeiten im CTG (Dezelerationen = Absinken der
kindl. Herztöne).

Nach dem Einleitungs-Marathon braucht deine Frau dringend eine längere Pause, damit sie mal den Kopf freibekommt.

Das Krankenhauspersonal ist in einer echten Zwickmühle - natürlich wären alle froh, wenn das Kind schon da wäre - aber die Zwerge lassen sich nunmal nicht rausprügeln.

Wenn das CTG, die Laborwerte, der Blutdruck und natürlich der Allgemeinzustand deiner Frau tolerabel ist (was ich vermute, da ja anscheinend bisher keine Veranlassung für einen Kaiserschnitt besteht), nimm sie mit nach Hause und macht euch ein schönes, entspanntes Wochenende.

Mindestens einmal am Tag sollte dann wohl ein ambulantes CTG im Krankenhaus geschrieben und der Blutdruck zuhause kontrolliert werden (Messgeräte kann man in der Apotheke ausleihen).

Sollte irgendetwas auffällig sein (mangelnde Kindsbewegungen, Kopfschmerzen, Oberbauchbeschwerden etc.) gehts halt zurück ins Krankenhaus.

Alles Gute für euch und eine schöne Geburt!


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Kommt mir irgendwie bekannt vor, denn so eine ähnliche Schlamperei wurde bei meiner Mutter abgezogen.

Der errechnete Termin für mich selbst war der 01.12.1996 . Die Ärzte haben immer wieder versucht einzuleiten, aber ich hatte anscheinend keine Lust auf die Welt kommen, weil meine Mutter einfach keine Wehen bekam. Nach etlichen Entleitungen, einer Schwangerschaftsvergiftung und schlechten Herztönen wurde ich am 16.12.1996 per Notkaiserschnitt in einer anderen Klinik geholt.

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Ich würde auf jeden Fall wechseln. Mich macht schon stutzig, dass sie lediglich mit gel einleiten wollen. Und mehrere Tage Hintereinander?! Mir scheint die Truppe nicht sonderlich kompetent zu sein.

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Kommentar von isebise50
03.03.2017, 21:33

lediglich mit gel

???

Es ist doch sowohl mit Prostaglandin-Gel, als auch wahrscheinlich mit Misoprostol (Tabletten) und Wehencocktail versucht worden.

Du vermisst doch wohl hoffentlich keinen Oxytocintropf...

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Kommentar von wurstbemmchen
04.03.2017, 08:21

Wenn über eine Woche an der Schwangeren rumgedoktert wird, wirkt das sehr inkompetent. Entweder soll das Kind geholt werden oder man lässt der Natur ihren Lauf. Aber nicht tagelang vergebens versuchen einzuleiten! Tropf wäre eine Variante. Weiß nicht was daran so schlimm sein soll. Odereine blasensprengung und dann kommen normalerweise sehr schnell Wehen.

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