Was würdet ihr davon halten, wenn man Trampeltiere in Brandenburg auswildert?

Das Ergebnis basiert auf 17 Abstimmungen

Bilden eine Gefahr für heimische seltene Pflanzen 35%
Werden in Wohngebieten die Anwohner nerven 29%
Schön, eine Bereicherung der heimischen Natur 24%
Verfälscht das Landschaftsbild der heimischen Natur 12%
Die zahlreichen Wölfe werden ein leichtes Spiel haben 0%
Wird den Profit der Bauern auf dem Felde schmälern 0%
Werden Probleme haben und sich nicht fortpflanzen, weil... 0%

11 Antworten

Verfälscht das Landschaftsbild der heimischen Natur

Ich halte nicht viel davon Tiere in Gebiete zu bringen in die sie nicht gehören. Schon oft hat das fatale Folgen gehabt. Es gibt hier schon so viele eingeschleppte Arten Kaninchen, Fasan, Mufflon, Goldfisch, Manadrinente, asiatischer Marienkäfer, Bisam, Damhirsch, Nilgans, Regenbogenforelle, rote Wegschnecke, Kanadagans, Nutria , Halsbandsittich, Waschbär, Marderhund, Graskarpfen, Kartoffelkäfer, Nandu, Wollhandkrabbe, alles bei uns eingeschleppte Arten. Es braucht nicht noch mehr.

Solange sie aber nur eine unbesetzte Nische ausfüllen und von der Natur reguliert werden? Ich sehe nix in Brandenburg, was die Wüsten beweidet, man könnte sich so die Entbuschungsmaßnahmen sparen und die Trampeltiere weiden lassen. Allerdings weiß ich nicht, ob Wölfe die regulieren können oder sich dann der Jäger kümmern muss, wenn die Bestände zu groß werden.

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@Avatarez2

Und du glaubst, die Trampeltiere werden in der ihnen von dir zugedachten Nische bleiben? Das hat noch kein gezielt ausgewildertes Tier gemacht, denn Nischen funktionieren nur, wenn sich die Interaktion zwischen allen lokalen Arten eingependelt hat - bis dahin bleiben dann einige andere auf der Strecke.

Wenn man in Deutschland was bzgl grosser Wiederkäuer tun möchte, sähe ich eher eine Überprüfung und eventuelle Abschaffung der Rotwildbezirke oder Förderung der Wisentbestände.

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@SamaMoldo

Ja, Wisente wären auch ok, ich meine nur, weil das Kamel sich auch aus touristischen Gründen gut machen würde und weil es gute Lebensbedingungen hätte. Was würde denn das Trampeltier konkret gefährden, was glaubst du?

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@Avatarez2

Du sprichst von "Klein Sibirien", oder? Das sind 5 km². Du kannst auf einer derart kleinen Fläche keine überlebensfähige Trampeltierpopulation "frei" halten.

Warum überhaupt entbuschen?

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@Jekanadar

Weiß man nicht, aber man könnte noch mehr umliegenden Kiefernforst roden und die Fläche vergrößern und so ein Habitat für die Trampeltiere schaffen. So hätte man eine kleine Wüste in Europa und ein wertvolles Habitat für trockenheitsliebende Pflanzen und für Trampeltiere und die Touristen und Einheimischen freuen sich auch, müssen nicht nach Arabien, sondern nur ein bisschen in DE reisen. Win Win?

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@Avatarez2

Ich bleibe dabei. Nimm lieber einheimische Ziegen- oder Schafsrassen. Meinetwegen auch welche, die vom Aussterben bedroht sind.

Warum mehr Wüste schaffen? Einen ohnehin seltenen Lebensaum noch kleiner machen, um zwingend fremde Tiere anzusiedeln halte ich nicht für sinnvoll. Wenn Du was für die Trampeltiere machen willst, wende dich an Tier-/Naturschutzorganisationen in Kleinasien.

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@Jekanadar

Die Leute da begreifen das Konzept des Naturschutzes nicht und wollen die lieber ausrotten. Und von Rassen, also von menschlichen Züchtungen halte ich gar nix, die dürfen gerne alle sofort Raum machen für echte wilde Arten und Unterarten. Ich hätte auch kein Problem mit wilden Arten aus dem Himalaya, also Ziegen jetzt, am besten die mit den Langen Bärten.

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@Avatarez2

Du weißt schon, dass auch dein ach so geliebtes Trampeltier domestiziert ist?

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@Jekanadar

Es gibt wildlebende Bestände und aus die Domestikation lässt sich "auswildern".

Bei den "Rassen" hat man aber eine Wildart einfach vervielfältigt, in dem man diese selektiert hat. Solche kulturellen Schöpfungen halte ich für aussterbenswert. Denn sie sind nicht mit den in Jahrhunderttausend bis Millionen Jahren durch Evolution entstandenen Arten zu vergleichen, die, wenn einmal verloren sind, nie wieder gezüchtet werden können (analog Säbelzantiger, Mammuts)

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☑️ Andere Antwort

 

Was würdet ihr davon halten, wenn man Trampeltiere in Brandenburg auswildert?

Nichts.

Der Mensch hat schon mehrfach durch die Auswilderung hier nicht heimischer Arten in die Natur eingegriffen und im Normalfall "daneben gelegen", weil er die dadurch entstehenden Schäden / Probleme nicht oder nur unzureichend vorhersehen konnte.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich bin Jäger
Bilden eine Gefahr für heimische seltene Pflanzen

Auf GAR keinen Fall. Die Welt ächzt unter invasiven Arten, die wir mal eben in fremde Gebiete gebracht haben. Einige haben wir unabsichtlich in fremde Gebiete gebracht, wo Tier- und Pflanzenwelt mit nie gekannten Problemen zu kämpfen haben, aber viele haben wir ganz bewusst umgesiedelt - und immer haben wir es "gut gemeint". Und immer ist der Schuss nach hinten losgegangen.

Kurz: Es sollte reichen, um sich bewusst zu werden, dass "gut gemeint" noch lange nicht immer gut ist. Wenn ich an die ganzen Dromedare in Australien denke, wird mir geradezu schlecht - und da gibts zig Arten, die wir aus "guten Gründen" irgendwohin gebracht haben. Zahllose Pythons bedrohen das Ökosystem der Everglades, Raubtiere sterben in Massen durch die Aga-Kröte, Rotfeuerfische, Kaninchen, Katzen und viele, viele mehr - wir MÜSSEN einfach damit aufhören.

Außerdem finde ich es sowieso tausendmal besser, wenn wir uns auf heimische Tiere konzentrieren, die ausgewildert werden können. Mit Rückzuchten von Uren (Heckrinder) und Wildpferden (Noniks) hat man hier bereits gute Erfahrungen in Naturschutz und Landschaftspflege gemacht. WENN auswildern, dann die. Sie leben eh schon halbwild, auch wenn sie noch jemandem gehören.

Naturschutz und Landschaftspflege:

Zu Naturschutz und Landschaftspflege:

https://www.primigenius.de/aktuelles/aktuelles/

Auch mit Wisenten laufen Tests, aber da gibts ziemliche Probleme, weil sie nicht bleiben, wo sie bleiben sollen. Und dann wirds gefährlich, die können wirklich eine Menge Schaden anrichten.
Elche und Wölfe kommen sowieso, die Zahl der Wildschweine explodiert - sogar Bären schlägts mitunter nach Mitteleuropa. Sie kommen alle "nach Hause" und sie alle haben hier sowas wie "Heimrecht" - was um alles in der Welt sollen wir denn da mit Trampeltieren? Klar kann man sich hier Trampeltiere halten, aber auf GAR keinen Fall auswildern, wir haben mit sowas wirklich schon genug angerichtet. Das gilt in gleichem Maße für Wasserbüffel. Das sind echt tolle Tiere, die immer öfter gehalten werden - aber nicht zum auswildern geeignet.

Aber seien wir mal ehrlich: Es muss ja auch nicht sein.

 - (Tiere, Deutschland, Umfrage)  - (Tiere, Deutschland, Umfrage)  - (Tiere, Deutschland, Umfrage)

Ich liebe Wisente, es muss mehr davon geben.

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@Avatarez2

Ich finde sie auch toll, aber um sie auswildern zu können, müssen erst die noch anstehenden Probleme gelöst werden. Es geht, wenn sie in Gebieten gehalten werden, die zwar riesig und urwüchsig, aber eben auch eingezäunt sind. Gar nicht mal so wegen dem Schutz von Menschen, was natürlich auch eine Rolle spielt, sondern vor allem, weil sie ganze Wälder zerstören können, wenn sie im Winter an die Rinde gehen oder Bullen sie zum Markieren nutzen, was auch tödlich für Bäume sein kann. Die Versuche laufen ja, schaunmä mal wie es wird.

Wir müssen uns in Deutschland erst wieder umstellen, weil wir ja total verlernt haben, mit potentiell gefährlichen Wildtieren umzugehen. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber was bereits mit halbwilden Tieren gemacht wird, stimmt mich hoffnungsvoll - so langsam geht die Reise in Richtung "Leben lernen mit der Natur" und das finde ich groooßartig!

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Ich bin u.a. auch Fan von Island und natürlich auch von Islandpferden. Und ich finde, dass die Isländer das total richtig machen - die passen nämlich EXTREM auf, dass nix Fremdes auf die Insel kommt. So darf kein anderes Pferd auf die Insel - nichtmal Isländer, die auf Island geboren wurden. Wer die Insel einmal verlassen hat, bleibt weg.

Das gilt natürlich nicht nur für Pferde, sondern für alle potentiell invasiven Arten. So muss man dort eine Angelausrüstung amtlich desinfizieren lassen, bevor man sie benutzt - also besser dort mieten als von anderswo mitbringen. Gilt auch für Reithandschuhe, die darf man nicht nach Island mitnehmen - aber die haben genug vorrätig. Man muss sogar ohne Badekleidung duschen, bevor man die blaue Lagune aufsucht - eben weil dort null mit Chlor oder anderen Chemikalien gearbeitet wird.
Und ich finde all diese Maßnahmen extrem gut, weil so zumindest einigen Arten eine Invasion verwehrt wird. Natürlich nicht allen, man kann ja nicht wirklich jedes Schiff nach anhängenden Fremdmuscheln usw. untersuchen. Aber zumindest haben sie ziemlich gut im Griff, was AUF die Insel kommt.

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Werden in Wohngebieten die Anwohner nerven

Die würden in Freiheit zu große Schäden anrichten. Aber als Nutztiere wären sie sehr interessant. Man könnte sie zur Landschaftspflege einsetzen, ihr sehr feines Haarkleid nutzen und natürlich auch ihr Fleisch.

Absolut! Und wenn man will, kann man sie auch gerne halbwild halten, da wird ja auch schon viel gemacht (Strauße, Emus, Alpakas, Lamas, Dromedare, Wasserbüffel usw.) - nur nicht zum auswildern, völlig klar.

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@FeistNerowski

So sehe ich das auch. Man kann mit ihnen eine Menge Arten erhalten, für die man sonst sehr viel Aufwand betreiben müsste.

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