Was würden KANT oder andere Philosophen sagen?

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Ich trau mir nicht zu, da jetzt den kategorischen Imperativ anzuwenden, aber wenn du dich für die Thematik interessierst, könnte dich vielleicht Hans Jonas weiterbringen. Der hat in einem verantwortungethischen Ansatz den Kantschen Imperativ zum ökologischen Imperativ weiterentwickelt: "Handle so, dass die die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden"

Ich denke, das lässt sich relativ leicht auf AKWs anwenden.

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Vielen Dank! Das ist dann bestimmt ein Aspekt den ich bringen kann. Wenn jetzt noch ein paar mehr Philosophen, Weltreligionen oder Organisationen kommen, dann kann ich meine Arbeit darauf aufbauen :-)

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@PeterSchmidts

Ok, weil du irgendwie nicht so viele Antworten kriegst, schrieb ich doch nochmal ein bisschen mehr :) Ich denke, letztlich könnte man in der Hausarbeit so ein bisschen Verantwortungsethik gegen Gesinnungsethik stellen. Für Gesinnungsethiker ist Atomkraft als Brückentechnologie sicher vertretbar, weil es hier ja nicht so um die Folgen des Handelns geht, sondern vielmehr um die Gesinnungs, die dahintersteht - das bildet sich ja auch im kategorischen Imperativ ab, wo steht, dass man so handeln soll, dass die Maxime deines Handelns (also nicht die Handlung an und für sich) ein allgemeines Gesetz werden könnte. Ist die Maxime also zum Beispiel, dass die Stromverorgung sichergestellt werden soll, könnte man das gesinnungsethisch bestimmt ganz gut begründen.

Die Verantwortungsethiker fragen dafür eher nach den Folgen des Handelns, und da siehts natürlich schlecht aus für die Atomkraft.

Da du noch mehr Philosophen suchst, würde ich noch Max Weber empfehlen, der sich eben mit diesem Konflikt Gesinnungs vs. Verantwortungsethik beschäftigt hat und die Verantwortungsethik für die Politik wichtiger findet.

Ich würde ja jetzt gern noch einen Kommentar zum Thema "Atomkraft und Christentum" abgeben, aber da wird die Sache verzwickt - grade in Deutschland, wo die CDU/CSU das "christlich" mit im Namen trägt und die Grenzen zwischen politischen, finanziellen und religiösen Interessen oft verschwimmen. Vielleicht kannst du ja in deiner Hausarbeit diese Kontroverse ein bisschen rausarbeiten, mit Hinblick auf die unterschiedlichen Meinungen von katholischer und evangelischer Kirche. Außerdem könntest du vergleichen, wie die verschiedenen Gruppierungen argumentieren (Es gibt da echt alles, in einer Banbreite von "Wir schottern aus christlicher Verantwortung den Castor" bis hin zu "Die Atomkraft ist Teil von Gottes Schöpfung und deshalb dürfen wir sie benutzen").

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Eigentlich müßten wir auch mit AKWs nur gerecht umgehen, wie mit allem anderen.

Gerechtigkeit ist der zufriedenstellende Ausgleich partizipierender Interessen durch ein wahrheitsgemäßes Geben und Nehmen. Werden von Franzosen AKWs betrieben, die so nahe an der deutschen Grenze sind, müßten die wenigstens unser technologisches Know Ho nutzen, denn im Falle eines Falles belasten die viele Deutsche mehr als Franzosen in Paris.

Würden alle Gerechtigkeit praktikabel definieren können und wissen, was tatsächlich hinter meiner Definition steckt, ginge es auf der Welt insgesamt so viel gerechter zu, daß jede Menge Mißverständnisse und Reibungsverluste gar nicht mehr entstehen würden. Die meisten entstehen nämlich nur, damit die jeweils mächtigeren Partner gemeimsamer Bemühungen die jeweils schwächeren über den Tisch ziehen können. Natürlich nur ein bißchen, am besten so, daß man es nicht merkt ...

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