Was würde sich verändern, wenn man das Wirtschaftswachstum "stoppen" würde?

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9 Antworten

Der Kapitalismus basiert auf eine erweiterte Reproduktion. Fällt die weg, dann werden im Nu Firmen geschlossen, mit der Folge dass die Arbeitslosigkeit weiter ansteigt, dem Staat Steuern fehlen, das geringe Sozialsystem weiter abgebaut wird. In diesem System ist Wirtschaftswachstum erforderlich, damit die Massen nicht verelenden. All dies geschieht dann natürlich auf Kosten der Natur und der Gesundheit.

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Kommentar von Imago8
12.03.2016, 15:08

damit die Massen nicht verelenden

Meinst du mit verelenden, dass man dann auf riesige Fernseher, fette Autos und das neueste Smartphone verzichten müsste?

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Wirtschaft ist ein "fast organischer" Prozess, der nicht einfach zu stoppen ist. Er kann durch politische Eingriffe abgebremst, umgelenkt oder positiv angeregt werden. Doch politische Eingriffe sind immer Eingriffe in einen Prozess, der je nach Eingriff flexibel darauf reagiert. Durch die Komplexität der Verknüpfungen ist es der Politik noch nie wirklich gelungen, einen wirtschaftlichen Prozess zu lenken. Prognosen sind fast immer begrenzte Modelle, an deren Scheitern man beurteilen kann, welche Eingriffe wahrscheinlich falsch oder wirkungslos waren. Leidet das Zusammenspiel der ökonomischen Verflechtung Schaden, wird immer jemand darunter leiden müssen: Nach aller Erfahrung immer die sowieso Ärmsten uns Schwächsten - bei der versuchten politischen Steuerung in Europa sind das wahrscheinlich die künftigen Generationen, denen gewaltige Schuldenberge aufgehäuft werden.

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Kommentar von Imago8
12.03.2016, 11:44

Leidet das Zusammenspiel der ökonomischen Verflechtung Schaden

Verstehe nicht ganz, was damit gemeint ist. Wann ist es ein Schaden?

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Kommentar von berkersheim
12.03.2016, 12:18

Ökonomie bedeutet immer, mit Kosten Güter zu erstellen, die dem Wohlstand der Menschen dienen. Ein funktionierendes Zusammenspiel führt im besten Fall zu einem guten Verhältnis von Kosten zu Güterausstoß. Leidet dieses "gewachsene" Zusammenspiel durch willkürliche Eingriffe, steigen die Kosten (und damit die Preise) oder fällt der Güterausstoß. Beides reduziert ein gegebenes Wohlstandsniveau. Über den Mechanismus von Kredit und Schulden können die steigenden Kosten solcher Eingriffe auch auf künftige Generationen verschoben werden.

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Dann senkt die EZB mit Herrn Dragi die Zinsen auf Minus 1.5 % . Die Sparkonten würden abgehoben falls vorhanden. Plötzlich würden viele Menschen Kopfkissen kaufen.

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Kommentar von Imago8
12.03.2016, 15:04

Den Zins umkehren...interessante Idee...

Dann wäre es von Nachteil, Geld anzulegen. Und Erschaffung von Geld aus dem nichts würde aufhören.

Kopfkissen?

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Es würde uns besser gehen, wenn wir uns vorbereiten und richtige Alternativen wählen. Schau dir The Venus Project (ist nur im ENG), damit du mich verstehst.

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Peng, das war es mit den Kapitalismus. die Banken gehen pleite, das einzige Gute daran ist das die Milliardäre auch pleite gehen.
Der Staat muss mehr Schulden aufnehmen und muss sich überschulden, weil seine Einnahmen schrumpfen.
Naja ist eine Kettenreaktion, weil alles hängt im Kapitalismus miteinander zusammen.

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Kommentar von berkersheim
12.03.2016, 12:25

Alles hängt nicht nur im Kapitalismus zusammen! Und schau zurück in der Historie, z.B. in das Zeitalter der Renaissance - Florenz. Die Medici waren damals reich und sind es heute noch - gestorben sind die anderen, die damals schon arm waren - also nur keine falschen Hoffnungen.

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Das stoppt irgendwann von ganz alleine. Man muss es nicht stoppen, denn immer weiter ansteigender Wachstum ist nicht möglich. Und genau das ist auch das Dilemma unseres Kapitalistischen Systems. Es ist zum Untergang verurteilt.

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Kommentar von Imago8
12.03.2016, 00:50

Mal angenommen, wir wollen nicht darauf warten, dass es alleine stoppt und stoppten es sofort. Was wären die ersten Veränderungen?

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Schau nach Frankreich, Italien und Japan, dort stagniert die Wirtschaft. Die Situation ist nicht erfreulich, bedeutet aber auch nicht gleich den Untergang.

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Bei wachsender Bevölkerung käme es zu einer Verarmung bzw. Wohlstandsminderung.

Umverteilungen innerhalb der Gesellschaft wären schneller sichtbar, da der Schaden sofort sichtbar würde und der Nutzen auch.

Bei steigender Produktivität, je nach dem wie und wem der Produktivitätsfortschritt "gezahlt" wird, ggf. auch zunehmende Arbeitslosigkeit.

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Kommentar von Imago8
13.03.2016, 00:25

Verstehe nicht den Zusammenhang zwischen steigender Produktivität und zunehmender Arbeitslosigkeit.

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Stetiges Wachstum führt unweigerlich in die Katastrophe. Es gibt nur ein System in der Natur, das ungehindert wuchert. Der Krebs.

Um die gewünschten 3 % Wachstum zu erzielen, müßte sich die Wirtschaftleistung ca. alle 25 Jahre verdoppeln. Doppelt so viel Konsum, doppelt so viel Verbrauch von Ressourcen. Dabei ist der Anstieg der Population noch nicht berücksichtigt.

Das kann nur vor die Wand fahren.

Wirtschaftswachstum ist der Sargnagel der Menschheit.

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Kommentar von berkersheim
12.03.2016, 12:21

Stetiges Wachstum führt unweigerlich in die Katastrophe.

Man stelle sich vor, diesen Satz in den Mund eines Neandertalers gelegt - wir hätten die Steinzeithöhlen nie verlassen dürfen!

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Kommentar von Abahatchi
12.03.2016, 22:26

Um die gewünschten 3 % Wachstum zu erzielen, müßte sich die Wirtschaftsleistung ca. alle 25 Jahre verdoppeln.

Darum wäre ein rechnerisches Wachstum angebracht, welches man durch Inflation erreichen kann. Dann bliebe der Verbrauch an Ressourcen gleich und es gäbe dennoch Wachstum.

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