Was würde passieren wenn Zinsen abschafft würden?

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6 Antworten

Fangen wir mal "klein" an.:

Du als Sparer, der sein Geld bei der Bank einlagert, du würdest entsprechend kein Geld mehr fürs Sparen bekommen. Das würde dein Tagesgeldkonto und dein Festgeldkonto  betreffen, sowie deine Fonds wie Bausparverträge. - Demzufolge würde dein Bedarf an Fonds und Sparkonten wegfallen. 

Eigentlich würdest du nun nur noch die Bank nutzen um dein Geld (vermeintlich)  "sicher" zu deponieren.

Im nächsten Zug würdest du feststellen, dass du jetzt auf einmal mehr Geld abheben könntest, als du hast, da du keine Zinsen mehr zahlst. - Wodurch du dann nicht mehr der einzige wärst, und sich nun alle anderen auch gleichermaßen daran beteiligen würden. 

Hieraus folgt dann eine immense Inflation, da die Nachfrage nach Waren sofort um ein Vielfaches steigt.

Wie bei einer Inflation üblich: Passen Geschäfte entsprechend ihre Preise (hoch) an, um mehr Gewinn zu erzielen. 

Richtig fatal wird es dann erst für die Banken. Sobald es keine Zinsen mehr gibt, erwirtschaftet die Bank nämlich kein Geld mehr. - Dies führt dann dazu, dass Banken entweder auf sehr risikoreiche Geschäfte einsteigen um sich über Wasser zu halten oder gehen direkt pleite, wodurch dann der Steuerzahler die Banken-Rettung finanzieren darf.

Dann kommt das ganze letztendlich wie ein Bumerang zurück: Die Banken werden sich zudem nämlich nun weigern, Kredite zu vergeben, erheben hohe Kontoführungsgebühren. Erhöhte Steuern sind notwendig um das Bankenwesen am Leben zu erhalten. 

Neue Unternehmen werden aufgrund fehlender Kredite nicht mehr gegründet. Unternehmen mit einem einem Umsatztief drohen dann ohne Kredite Pleite zu gehen. - Wodurch entsprechend mehr Leute arbeitslos werden. Was dann wiederum zur folge hat, dass die Kassen fürs Sozialwesen stärker beansprucht werden, wodurch noch mehr Steuern eingefordert werden.

Dies wiederum führt dazu, dass das Gleichgewicht nicht mehr passt, was ein normaler Arbeitnehmer einnimmt, da er eine höhere Steuerbelastung hat: Wodurch er sich ggf. seine Miete nicht mehr leisten kann. Seine Lebensqualität wird eingeschränkt, da er sich keine Luxus-Artikel mehr leisten kann und letztendlich seine Verfassung angegriffen wird, wodurch er weniger Leistungsfähig ist und eher dazu tendiert krank zu werden.

Das wiederum löst ein Defizit im Gesundheitswesen aus, Die Kassen benötigen mehr Geld, sprich: Wieder Steuererhöhung usw. Bis eben alles zusammen bricht.

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Das kommt darauf an. Darauf, "was" man abschafft.

Würde man die 0,00 Prozent die wir aktuell in der Eurozone haben abschaffen, würde sich nicht wirklich viel ändern. Klar würde es eine noch höhere Überesparnis geben, aber das wäre mit gewissen Einschränkungen vlt. noch hinnehmbar. Auf jeden Fall aber wäre alles in Sachen Inflation und Wirtschaftswachstum "unabänderlich", da man ja nicht mehr mit einer Veränderung des Zinses reagieren könnte.

In Ländern mit hohen Zinsen ( z.B. aktuell Türkei ) hätte das nicht abzusehende , massive Auswirkungen, da der "Zins" ( nämlich Null ) soweit vom tatsächlichen Gleichgesichtszinses des Marktes abweichen würde. Das hätte auch massivste Auswirkungen auf den Wechselkurs. TRY würde ins Bodenlose ( also wirklich ins Bodenlose, kein so Kinderkram wie in den letzten Jahren immer wieder ) fallen, Inflation explodiert, Import versiegt usw usw usw...

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Dann würde eine neue Form erfunden, die man dann nicht mehr Zins nennt. Ob diese in der Handhabung günstiger ist als jetzt der Zins, ist offen. Wie wäre es damit: Jemand der ein Auto zu 10.000,- € kaufen möchte, für das er nur 2.000,- € hat, würde einen Verkaufsvertrag unterschreiben über 14.000,- € in 10 Jahren mit der Genehmigung, dass er nach Anzahlung von 2.000,- € monatlich 10 Jahre 100,- € überweist. In diesem Vertrag taucht nirgends das Wort ZINS auf, ähnlich wie bei den moslemischen Banken. Dennoch zahlt er 4.000,- € Zinsen auf 10 Jahre, auch wenn es nicht so genannt wird. Das wird aber große Autokonzerne begünstigen, da es dann ja keine Banken für kleine Leute und den Mittelstand geben wird. Was Du an Geld hast, kannst Du ausgeben. Überziehen ist passe. Es sei denn, man lässt sich auf neue Knebelverträge ein, die alle einen Nachteil haben: Sie sind unübersichtlicher. Das würde die Wirtschaft extrem ausbremsen ebenso wie den wirtschaftlichen Fortschritt. Es gab ja Zeiten, in denen offiziell der Zins verboten war. Effektiv hat das getarnte Wucherzinsen befördert und ganze Familien in die Sklaverei getrieben. Der offizielle Zins über kontrollierte Banken schafft einen Kreditmarkt, auf dem Wucherzinsen großenteils wegfallen und der Zins in Höhen des Produktionsfortschritts gedrückt wird. Immer wenn der Staat oder Monopole im Eigeninteresse in die Kreditmärkte eingreifen, kommt es zu Turbulenzen. Das war im Mittelalter so (als es offiziell keinen Zins geben durfte) und das ist heute so, wo künstlicher Niedrigzins wie eine Zusatzsteuer auf Vermögen wirkt.

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Dann hätten sich 80% aller Probleme dieser Welt mit einem Schlag erledigt. Wenn man mit Geld nicht mehr Geld machen kann, dann würde es kein arbeitsfreies Einkommen mehr geben und die ständige Umverteilung von Fleißig nach Reich hätte ein Ende. Es würde keine künstliche Verknappung von Reis und Getreide geben, damit man an der Börse den Preis hochtreiben kann und damit arme Menschen dem Verhungern preisgibt usw.

Damit würde Geld wieder zum neutralen Tauschmittel werden, wofür es auch genialerweise erfunden wurde. Leider werden nur 4% der heutigen Geldmenge für diesen Zweck verwendet. Alles andere sind fiktive Zahlen, die von einem Konto zum nächsten gebucht werden und real überhaupt nicht existieren.

Den Leuten fällt es nur nicht auf, weil keiner sein Geld in bar vom Konto holt. Würden das die Menschen tun, würde das Bankensystem an einem einzigen Tag kollabieren.

Wir brauchen ein Schwundgeldsystem, in dem es sich nicht lohnt Geld zu horten.

Früher gab es mal ein System in dem jedes Jahr die Münzen "verrufen", also für ungültig erklärt wurden. Jeder trug seine Münzen zum Schatzamt und bekam für 4 alte Münzen 3 neue. Die Differenz wurde "Schlagschatz" genannt und steltte die Besteuerung dar. Gerechter geht's nicht! Wer viele Münzen hatte, zahlte mehr Steuern, als einer, der nur wenige Münzen hatte.

Wir brauchen wieder ein ehrliches Geldsystem mit staatlichen Banken, die auch gern Kredite geben können. Dafür wird eine einmalige Bearbeitungsgebühr erhoben und dann zahlt jeder die Geldsumme zurück, der er geliehen hat. Staatliche Banken müssen nicht gewinnorientiert arbeiten, weil es keine Aktionäre gibt, die bedient werden müssen. Und so muß es mit allen Grundversorgungsbetrieben sein.

Die Privatisierung der einstmals staatlichen Betriebe wie Bahn, Post, Strom, Müll, Wasser und jetzt der Autobahnen nimmt dem Volk sein Vermögen fort und plündert es aus.

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Es gibt theoretische Bücher zu dem Thema ganz so schwarz würde ich es nicht sehen wie der erste antwortet. Aber unser derzeitiges system basiert auf ständigem Wachstum und Zinsen sind Einteilung davon.

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Mhhh, hätte wohl fatale Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, denn diese funktioniert mit Zinsen. Auch Kredite von deiner Bank würde es nicht mehr geben, womit die Nachfrage in den Keller sacken würde.

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Kommentar von Benadino
01.05.2016, 20:18

aber Zinsen sind doch das zentrale Problem unserer Wirtschaft

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