Was würde passieren, wenn ein Teil der Atmosphäre von einem Gammablitz zerstört werden würde?

8 Antworten

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derklugi,

was alles passiert, hängt natürlich ganz empfindlich davon ab, wie weit entfernt der Gammablitz entsteht und ob wir voll getroffen werden. Man geht ja durchaus davon aus, dass die Erde in ihrer Geschichte schon von GRBs getroffen wurde.

Ein GRB ist zum Beispiel das als am wahrscheinlichsten angesehene Szenario für das Massenaussterben vor 450 Millionen Jahren, bei dem alle Trilobitenarten ausstarben. Diese Tiere lebten hauptsächlich in den flachen, also oberflächennahen Bereichen der Ozeane. Dort wäre der Anstieg der UV-Belastung nach dem GRB erheblich schwerwiegender gewesen als in der Tiefsee.

Tatsächlich können Gammastrahlen wie Du es beschreibst die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre, vor allem der hohen Atmosphäre (Stratosphäre) verändern.

Man hat z.B. berechnet, was passieren würde, wenn WR 104, ein sogenannter Wolf-Rayet-Stern in einer Entfernung von 8 000 Lichtjahren einen GRB erzeugen würde, der die Erde für 10 Sekunden trifft.

Das Ergebnis war, dass dadurch etwa 25% der Ozonschicht unmittelbar zerstört würden. Und das hätte dann natürlich die entsprechenden Langzeitfolgen, weil die Ozonschicht ja wiederum als Schutzschild für andere kosmische Strahlung langfristig geschädigt ist. Das heißt also, dass Massenaussterben und Zerstörung von Nahrungsketten sowohl unmittelbar als auch langfristig vorprogrammiert sind: Strahlungstod von Lebewesen und Pflanzen sind zwar auf die Seite der Erde, die den Gammablitz unmittelbar abkriegt, beschränkt, aber die Schädigung der Ozonschicht wirkt sich auf die gesamte Erde aus, also auch auf die Seite, die dem GRB abgewandt war. Über diese längerfristigen Schädigungen kann ein GRB die von Dir genannten chemischen Reaktionen von Sauerstoff und Stickstoff, etc. und damit den sogenannten "photochemischen Smog" verursachen, der dann ähnlich wie ein Impact-Ereignis Sonnenlicht abschotten und so zu einer Abkühlung führen würde.

Grüße

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Diplom in Physik, Schwerpunkt Geo-/Astrophysik, FAU

Danke für das Sternchen! Ich freue mich sehr!

=)

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also, wir hätten massive Probleme denn, die massive Gammastrahlung würde in dem getroffenen Bereich sämtliches Leben zerstören, das Ozon würde sich auch auf dem Boden bilden in enormsten Mengen die auch noch dazu beitragen würden, das das Leben sterben würde. Sonst haste glaub ich alles erwähnt

Gruss Spelesim

Am Boden passiert mit der Atmosphäre gar nichts. Du mußt nicht damit rechnen, daß Du rotbraune Schwaden von NO₂ atmen mußt.

Natürlich kommt mehr Strahlung durch. Das dauert ein paar Jahr­hunderte bis Jahr­tausende, und dann hat sich das Zeug regeneriert. Diese Zeit sollte man in Höhlen oder am Meeres­grund verbringen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Chemiestudium mit Diss über Quanten­chemie und Thermodynamik

Gammablitze, die vom Rand des sichtbaren Universum (mehrere Mrd Lichtjahre) sind unter Umständen mit dem bloßem Auge sichtbar...

Gammablitze von sagen wir mal der Andromeda Galaxie (2 Mio LichtJahre) würden mit der ein millionenfachen Energie hier auftreffen...

Gammeblitze aus unserer Galaxie (100.000 LJ) mit der 100 Millionenfachen Energie...

Gammablitze aus 1000 Lichtjahren Entfernung würden mit der 10^12 fachen Energie auf die Erde treffen.

In dem Fall wäre die Ozonschicht unser geringstes Problem ;-)

Ein Gammablitz, der die Erde "voll" trifft, würde nicht nur einen Teil der Atmosphäre vernichten, er würde die gesamte Atmosphäre hinwegfegen, trotz des irdischen Magnetfeldes. Die Energien, die so einem Gammablitz innewohnen, sind mit herkömmlichen Erfahrungswerten gar nicht zu vergleichen.

Es bedarf dann gar keiner UV-Strahlung durch unsere Sonne mehr, um alles Leben auf der Erde zu vernichten, denn ohne Atmosphäre ist eh alles Leben in null komma nichts dahin.

Glücklicherweise ist die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis geringer als fünf Lottogewinne hintereinander. Hypotetisch eine schöne Frage, doch braucht man sich deswegen keine Sorgen zu machen. Und sollte sich trotz aller Wahrscheinlichkeitsrechnung so eine Katastrophe ereignen, hättest du nicht mal genügend Zeit, dich darüber zu wundern.

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