Was würde Bismarck zu den heutigen politischen Zuständen sagen?

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9 Antworten

Um hier eine qualifizierte Antwort zu geben, müsste man erst einmal Bismark verstehen, den es ja doch im Laufe seines politischen Werdegangs "mehrfach" gegeben hat.

Beschränkt man sich auf den Friedenspolitker Bismark, wäre er mit dem aktuellen Zustand wohl hoch zufrieden. Entsetzt würde er sich über das zeigen, was seine Nachfolger in deutschen Namen angerichtet haben. Vorneweg das Unvermögen Wilhelm II den I. Weltkrieg zu verhindern, dessen Ende dann ja bekanntlich die Ursachen für den II. Weltkrieg in sich trug. Angenehm überrascht über das, was Willi Brandt als Sozialdemokrat und Diplomat zustande gebracht hat.

Vermutlich würde er sich in erster Linie ärgern. Weil Frauen auf einmal wählen dürfen. Weil man Sozialdemokraten nicht mehr einfach einsperren darf. Weil Frankreich und Deutschland auf einmal diplomatische Beziehungen mit einander führen. Weil schon viel zu lange Frieden in Europa herrscht und weil das Deutsche Volk viel zu wenig blinden Nationalismus mehr hat.

Und er würde sich wundern über die Probleme über die bei uns gejammert wird. Mit dem Masstab seiner Zeit: 70 Jahre Frieden in Europa, ein unvorstellbarer Wohlstand, selbst die Arbeitslosen müssen  nicht hungern und haben warme Wohnungen mit Zenralheizung, eigenem Bad ... 

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@juergen63225

nun gerade mal nicht gar zu sehr in nationale Besoffenheit, iss ja recht übel, welchen Lobgesang du auf Germany losläßt

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@voayager

ich rede nicht (nur) von Germany, ein bisschen Kenntnis der Lebenssituation im 19ten Jahrhundert wäre schon gut, bevor man sowas kommentiert. 

In seiner Zeit gab es Kaiser und Könige, Parlamente und Demokratie waren ihm wohl eher fremd. Und Meinungsverschiedenheiten wurden durch Kriege ausgetragen. An dem System hat er nie gezweifelt, darin war er gut. Ich denke er war ein sehr intelligenter Mensch, würde schnell verstehen, dass die Zeit der Monarchen vorbei ist, und dass Europa ohne Kriege ein besseres Europa ist heute. Den wirtschaftlich Fortschritt würde er auch sicher phantastisch finden wenn er das mit seiner Zeit vergleichen könnte. 

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Da hat wohl jemand keine Ahnung von Bismark ^^ 

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Jemand wie Bismarck würde in der heutigen Zeit gar kein politisches Amt mehr ausführen dürfen. Was an sich auch nicht schlecht ist.
Bismarck gehört zu den am meisten überbewerteten Figuren der deutschen Geschichte, was wohl auch seiner "Vergöttlichung" zu verdanken ist, die nach seinem Tod einsetzte.

Dass er die heutige politische Situation wohl nicht gutheissen würde, darin wird vermutlich jeder übereinstimmen. Vielleicht würde er versuchen, ein Bündnis innerhalb der EU zu schmieden, mit dessen Hilfe er Polen und Russland zur "Rückgabe" der ehemaligen Ostgebiete zwingen wollte.
Als allererstes würde er wohl das Grundgesetz außer Kraft setzen und die Hohenzollern wieder auf den Thron bringen. Ob wir damit wirklich gut bedient wären? Wohl eher nicht...

"Hach wie schön" würde er ausrufen, "die politischen Verhältnisse sind noch immer so, dass es ein Unten und ein Oben gibt, gewissermaßen ein genehmes Altdeutschland, ein Wintermärchen, wie es einst Heine sagte. Nur die Hohenzollern haben ausgespielt, überhaupt isses ziemlich vorbei mit dem Adel, ansonsten geht es doch ganz in meinem Sinne recht reaktionär zu. Ach ja, Kolonien gibt es allerdings nicht mehr. Was ich noch dazu lerne, dass ist der jetzt vorherrschende voll ausgerifte Imperialismus. Doch den erlebte ich zum Ende meiner Amtszeit ja auch, nur konnt ich damit nicht so recht umgehen. Was jetzt anders ist, als zu meiner Zeit ist die ausgeprägte Emanzipation der Frauen, die gab es zu meiner Zeit so garnicht, das ist für mich ziemlich gewöhnungsbedürftig. Was mich freut ist die völlige Systemanpassung der Sozialdemokratie, das gab es zu meiner Zeit so nicht. Erfreut bin ich über die seit Schröder und Fischer einsetzende Sozialdemontage, sowie der steten Aushöhlung der Demokratie".  


Vermutlich würde heute Bismarck zunächst nichts sagen. Er wäre wahrscheinlich extrem schockiert.

Nach einer Beruhigungsphase würde er wohl zugeben, daß die Deutschen viel zu gutgläubig waren im Kaiserreich. Die militärische Unterstützung für Österreich-Ungarn hätte er sicherlich kritisiert, so wäre kein erster Weltkrieg mit preußischer / deutscher Beteiligung entstanden.

http://www.fuerstbismarck-kornbrand.de/home.php

Und morgen kauf ich mir ‘ne Flasche!

Prost, Otto!

Sagen würde er nichts, sondern handeln. Wäre wahrscheinlich schon längst Präsident Europas mit Erweiterungsplänen Türkei und Syrien.

Auf jeden Fall würde er nicht sagen " Wir schaffen das "

Nichts.

Einem erzreaktionären Antidemokraten, Militaristen, Antisemiten, Nationalchauvinsten und Rassisten wie ihm bliebe schlicht der Mund offen stehen. Der würde noch nicht einmal sich bei der NPD heimisch fühlen...

Was er sagen würde?  "Früher war alles besser!"

Früher war nur alles viel früher.

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