Was will Rene Magritte mit "Der Verrat der Bilder" vermitteln?

 - (Bilder, Kunst, Philosophie)

5 Antworten

Hier eine gute Seite dazu:

https://www.swr.de/nie-wieder-keine-ahnung/malerei/html/epoche_surrealismus.html

Kannte das Bild unter dem Titel der Bildunterschrift. Magrittes Titel "Der Verrat der Bilder" war mir nicht geläufig.

Verrat ist ein Begriff, der eher aus der Ethik stammt. Bilder könnten schwer verraten, nur der Mensch, der das Bild erstellt, könnte es. Der Künstler vermittel hier eine Offenlegung an das Bewußtsein des Betrachters, er macht das unbewußte sichtbar, in dem er den Betrachter auffordert, sich klar zu machen, dass ein Bild an sich schon ein Verrat sein kann, denn es täuscht nur die Realität vor.

Nehmen wir typische akademische Bilder des 19. Jhdts. Im Zentrum steht nicht selten, dass bestimmte Persönlichkeiten auf eine sie begünstigende Art dargestellt werden. Der Betrachter wird in seiner Wahrnehmung verraten, denn seine Meinung zu der Person oder diesem Teil der Geschichte wird durch die Art der Darstellung gelenkt. Den Krieg verherrlichende Bilder z.B. gibt es nicht wenige. Sie beeinflussen unsere Meinung vom Krieg.

Ob Künstler den Krieg so darstellen würden, wenn sie an ihm teilgenommen haben, läßt sich leicht beantworten, denn die Bilder der Künstler, die als Soldaten am Krieg beteiligt waren, sind zumeist bedrückend, verstörend und nicht verherrlichend.

Die wunderschöne Pfeife, gut geformt und verarbeitet, gut in der Hand liegend, fordert zur Benutzung auf. Die Bilder, die uns heute durch den Kopf gehen, wenn wir an Tabakkonsum denken, sind anders ausgerichtet. Der schöne Gegenstand, nur ästhetisch wahrgenommen, täuscht darüber hinweg, dass umfangreicher Konsum von Tabak sehr schädliche Nebenwirkungen haben kann.

Magrittes Bildaussagen bekommt bei heutiger Rezeption eine sehr aktuelle Bedeutung.

In eine umfangreiche Bildanalyse würde ich noch Gedanken zum Gegenstand selbst, seiner Form und der Verwendung (hauptsächlich von Männern der damaligen Zeit) einfließen lassen. Natürlich sollte man auch Aussagen des Künstlers, weitere Werke und die zeitlichen Umstände untersuchen.

LG

Jo

"Dies ist keine Pfeife." Damit wird der Betrachter herausgefordert, sich zu überlegen, ob Magritte damit recht hat, und warum (nicht). Insbesondere, wenn dies keine Pfeife ist, was ist es dann?

(Als ein naturwissenschaftlich Denkender fällt mir dazu sofort das Verhältnis von "Realität" und wissenschaftlichem Modell ein)

Das Bild ist nicht dasselbe wie der abgebildete Gegenstand. Das ist eine Warnung für uns: Die Bilder, welche wir in unseren Gedanken von der Welt machen, sind nicht identisch mit den realen Gegenständen, und haben andere Eigenschaften. Wie in einer anderen Antwort treffend bemerkt wurde: Die abgebildete Pfeife kann man nicht rauchen . . . . .

Es ist keine Pfeife, sondern ein Bild einer Pfeife.

LG

Dass man eine abgebildete Pfeife nicht rauchen kann.

Ich finde das vor dem Hintergrund von Fake-News, Pseudo-Realität durch Medien(konsum) usw. sehr aktuell ...

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