Was will mir meine Katze damit sagen?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Hallo JTR666,

Amy hat deine Zuneigung genossen und ist dann aber zum spielen übergegangen. Erst genießen und schnurren, Liebesbisse, Köpfchen an dich drücken und dann zack...wie Jakyll and Hide....Krallen raus, Beute fest halten, mit den Hinterpfoten eine verpassen...yeahhhh. So ist das mit den Katzen, machen meine auch. Alles ganz normales Katzenverhalten. Hat Amy denn einen Artgenossen zum spielen ?

Mal bisschen Allgemeininfo zum Thema Kommunikation:

Katzen haben ein wahnsinnig großes, für uns Menschen zum Teil vielleicht auch kompliziertes, Kommunikationssystem mit Hunderten von Vokalisierungen und verfügen über ein umfangreiches Repertoire. Die Kommunikation bei Katzen, besteht aus verschiedenen Ausdrucksformen.

Es gibt einmal die Lautsprache, dazu gehört Miauen, schnurren, Knurren, zischen, fauchen, schreien, schnattern/Keckern, gurren und so weiter.

Und die Körpersprache über Augen, Ohren, Schwanz, Nase, Schnurrhaare, Körperhaltung, Pfoten und beißen. Auch Unsauberkeit ist eine Kommunikationsform, mit der die Katzen versucht, dem Menschen etwas mit zu teilen.

Lautsprache:

Katzen miauen z.B. um zu Grüßen, oder Menschliche Aufmerksamkeit einzufordern oder wenn sie Wehklagen. Manche Katzen sind sehr gesprächig, andere miauen nur sehr selten.
Im weiteren ist die Lautsprache übrigens wie bei uns Menschen. Jede Stimme ist einzigartig ! So unterscheiden sich die unterschiedlichen Rassen in ihrem Ton deutlich voneinander. Siamkatzen sind zum Beispiel dafür bekannt, ein merkwürdiges und schrilles Heulen ertönen zu lassen.
Wenn eine ruhige Katze plötzlich zu miauen anfängt oder eine oft miauende Katze plötzlich ruhig ist - ihr normales Kommunikationsverhalten also umschlägt – sollte man bitte schnellst Möglichst zum TA. Denn dies ist ein Hinweis auf eine eventuelle Erkrankung.
Lautloses Miauen: Das ist eine Besonderheit unter Katzen und ist nicht wirklich lautlos, sondern bewegt sich im Ultraschallbereich. Katzenmütter benutzen es, um sich mit ihren Jungen zu verständigen. Menschen bekommen es eher selten zu "hören".

Schnurren
Katzen schnurren als aller erstes mal zur Kommunikation. Es ist ein angeborenes Verhalten. Fast alle Katzenarten schnurren, bis auf Ausnahme einiger Großkatzen. Die Katze äußert so ihr Wohlbefinden, ihre Zufriedenheit. Katzen schnurren beim Ein- und Ausatmen, beim trinken und fressen, kuscheln ect. ! Doch die Schnurrerei hat auch einen Haken. In Ausnahmefällen, wie z.B. massiver Stress, schnurrt die Katze um sich selbst zu beruhigen. Das Stress- und Schmerzschnurren kann man bei Geburtswehen, schweren Verletzungen oder auch im Moment kurz vor dem Tot einer Katze beobachten. Wie man sieht, dient das Schnurren einer Katze nicht ausschließlich der Kommunikation zum Ausdrücken von Wohlbefinden, sondern wirkt sich auch auf andere Situationen aus. Es hat also einen Biologischen Vorteil. Ein amerikanisches Forscherteam hat heraus gefunden, das schnurren sich direkt positiv auf die Heilung von Verletzungen auswirkt. Katzen mit Knochenbrüchen heilen unter schnurren besser. Schnurren ist heilsam für Körper und Seele. Das schnurren versetzt den ganzen Körper in Vibration und diese lösen Muskelverspannungen und stärken die Knochen. Ebenso kann Schlafstörungen mindern, Stress-Symptome verschwinden lassen und den Blutdruck senken.

Wie schnurren Katzen ? Ja, wie eigentlich. Da sind sich selbst die Forscher nicht wirklich eins. Die derzeitige herausragende Hypothese erklärt, dass der Schnurrakt aus einer subtilen Umleitung des Atemluftstroms resultiert, für die irgendwie die Anatomie des Kehlkopf eingespannt wird. Das schnurren entsteht durch Reibung der Atemluft am Zungenbein. Das Zungenbein ist ein U-förmiger Knochen unterhalb der Zunge, der durch Bänder und Muskeln aufgehängt ist und ganz, knochen untypisch, nicht mit dem Skelett verbunden ist, aber an den Kehlkopf. Und somit also zur Laut- und Stimmbildung beiträgt. Luft streicht beim Ein- und Ausatmen über die Stimmbänder hinweg. Der Luftstrom wird durch die Kehlkopfmuskulatur bis zu 30 Mal in der Sekunde unterbrochen. Der Zungenbeinapparat ist bei Klein- und Hauskatzen, sowie bei Geparden vollkommen verknöchert, was eben die Vermutung nahe legt, das es dadurch zum schnurren kommt.
Übrigens: Beim Schnurren einer Katze entstehen Vibrationen von 27-44 Hz Beim Einatmen rund 25-28 HZ, beim Ausatmen 27-40 Hz.

Knurren, Zischen, fauchen: dies sind meist Zeichen der Aggression oder auch Wut.
Schreien: Katzen die große Schmerzen leiden, können regelrecht schreien.
Schnattern/Keckern: dies hört man oft, wenn Katzen etwas sehen was sie fangen möchten, dies aber nicht in Reichweite ist. Bei reinen Wohnungskatzen fällt das oft auf, wenn sie auf der Fensterbank sitzen und draußen Vögel fliegen sehen.
Gurren: Es klingt wie ein gerolltes, leises Miau, mehr so „mrrrrau“ oder „mrrrrr“. Die Katze gurrt wie eine Taube.
Singen oder auch Jaulen: Es gibt sehr gesprächige Katzen. Sie singen ganze Arien, wenn sie viel zu erzählen haben. Da wird gebummt, gesummt, gegurrt, miaut. Aber auch bei der Paarungszeit gibt es bei Katern die sogenannten Katergesänge. Beim Autofahren, was oft unbeliebt ist, klingt es dann eher wie ein Jaulen. So ein ewig lang gezogenes „Aaaauuuuuaaaaa“

Körpersprache:

Der sogenannte und allen bekannte Milchtritt gehört z.B. zur Körpersprache. Den Milchtritt behalten ALLE Katzen ein Leben lang bei.

Mit dieser Instinkthandlung, durch tretelnde Bewegung an der Zitze, regen Kitten den Milchfluss beim säugen an. Daher der Name Milchtritt.
Wenn eine Katze sich wohl und Zufrieden fühlt, bearbeitet sie ihren Menschen oder einen Gegenstand mit diesen tretelnden Bewegungen. Der Milchtritt wird auch oft von lautem schnurren begleitet. Ein weiteres Anzeichen, das sich die Katze Sicher und geborgen fühlt.

Im weiteren dient der Milchtritt auch der Reviermarkierung. Mit den Duftdrüsen an der Pfoten Unterseite, gibt die Katze ihre Pheromone ab. So kennzeichnet die Katze z.B. ihren Menschen oder einen Gegenstand mit ihren Duftstoffen, um ihn als ihren Besitz zu markieren.

Mehr zum Thema Körpersprache bei Katzen:
http://www.diesunddas.de/Katze\_verhalten.htm

Alles Gute

LG


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Pharamio2
18.06.2017, 02:03

tolle Antwort - da kann ich nichts hinzufügen - besonders der "Milchtritt" ist toll erklärt - finde ich bei unseren Katzen (machen bei mir direkt nur 2) extrem süß :-)

1

Das ist der "Liebesbiss". Eine freundschaftlich-liebevolle, angedeutete Balgerei. Sie hat dich zum Fressen gern.

Wenn das wehtut, ruf gellend AU! und entziehe ihr die Hand. Sie wird das verstehen und dich in Ruhe lassen. Und beim nächsten Mal vorsichtiger sein.
Übrigens, meine 9-jährige Katze macht das genauso. Manchmal auch mein 13-jähriger Kater.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ganz normales Katzenverhalten - nicht mehr und nicht weniger. 

Da wir Menschen kein Fell haben, empfinden wir das halt als nicht so "toll". Ist aber kein Grund sich zu fragen, ob die Katze einen nicht "lieb" hätte. Und dass sie danach aufsteht und wegrennt ist auch total normal. Eine andere Katze würde ggf. hinterherrennen und sie würden gemeinsam noch weiter toben. 

Wie lebt die Katze? Allein? Freigang oder reine Hauskatze?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JTR666
18.06.2017, 08:55

Mit ihrer Tochter Mia.

Und im Freigang

0

Naja also das schnurren und Köpfchen in dich hinein drücken heisst gänzlich einfach nur dass ihr das gefällt und sie dich gern hat. Das leichte kratzen und beissen anschließend, ist ein Indiz dafür dass Katzen nunmal auch sehr verspielt sind :D Sie hat sich also erstmal ein bisschen an deinen Streicheleinheiten verwöhnen lassen und jetzt will sie spielen ;) Mach dir darüber keine Sorgen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JTR666
17.06.2017, 14:25

Aber sie ist ja dann einfach weggegangen xD
Also wirklich so: Ordentlich kratzen, aufstehen, wegrennen xD

0
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JTR666
17.06.2017, 14:13

Dass es den Liebesbiss gibt ist mir klar, nur das Kratzen/Weggehen deutet doch eher darauf hin, dass sie keine Lust mehr hat, oder? :/

0

Was möchtest Du wissen?