Was wenn nirgendwo Kommunismus geherrscht hätte?

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3 Antworten

Wie DrunkSquirrel schon beschrieben hat, hat das Prinzip des Kommunismus, wie Marx und Engels sich das vorgestellt haben, bisher noch in keinem Staat existiert. Das was du mit Kommunismus meinst, sind wohl die Staatsmodelle wie sie in der Sowjetunion, der DDR, China und einigen südamerikanischen Staaten geherrscht haben bzw. immer noch herrschen. Ob die Welt besser wäre, wenn es diese Modelle nicht gegeben hätte bzw. geben würde, ist nicht konkret zu beantworten.

Geht man mal von den Bedingungen der Menschen in den oben genannten Staaten aus, lässt sich klar sagen, dass die Menschen autoritär bzw. totalitär durch den sozialistischen Staatsapparat beherrscht und somit unterdrückt wurden. Das ist in sozialistischen Staaten automatisch der Fall, da es ja stets jemanden geben muss, der darauf achtet, dass überall Gerechtigkeit/Gleichheit herrscht. Dieser ist jedoch kein Gott und kein Allwissender, sondern ein Mensch. Deshalb entwickelt sich solch ein Modell, dass keine Gewaltenteilung und keinen demokratischen Pluralismus vorsieht, zu einer Diktatur, in der einzig die Ideologie der Gleichheit herrscht, deren Einhaltung von einer Person oder einer Gruppe überwacht werden muss, da es sonst zu Konkurrenz, Wiederstand etc. kommt.

Deine Frage ähnelt sehr der Frage, ob die Welt heute besser wäre, wenn es den 2.Weltkrieg nicht gegeben hätte. Meiner Meinung nach wäre die Welt so keineswegs besser. Menschen und auch Staaten können nur aus Fehlern lernen. Hätte es all das, was in der Vergangenheit vorgefallen ist, nicht gegeben, dann wären wir heute nicht auf dem Entwicklungsstand, auf dem wir sind. Die Menschen haben gelernt, dass sie soetwas wie den 2.Weltkrieg nicht mehr haben wollen, sie haben die Europäischen Gemeinschaften gegründet um ähnliche Gefahren vorzubeugen und viele weitere Dinge geschaffen, durch die solch ein Vorfall unterbunden werden soll. Den Jahrzehnte langen Frieden in Europa hätten wir heute nicht ohne dem Weltkrieg.

In Bezug auf die Idee des Kommunismus lässt sich jedoch auch sagen, dass ihr viele positive Errungenschaften zu verdanken sind. Beispielsweise waren es nach dem 1.Weltkrieg die Kommunisten (Arbeiter- und Soldatenräte, Spartakusbund, KPD), die überhaupt die Bildung einer Republik ermöglichten. Durch ihre Aufstände gegen die Weiterführung des Krieges und für die Bildung einer freien, sozialistischen Republik waren sie maßgeblich an der Etablierung der Weimarer Republik beteiligt und trugen damit zu einer großen Errungenschaft auch heute bei. Denn obwohl die Weimarer Republik letztlich gescheitert ist, war sie Vorreiter unserer heutigen Demokratie.

Wenn man jetzt mal die Spannungen betrachtet, die vor allem in der Zeit des Kalten Kriegs, zwischen der westlichen, kapitalistischen Welt und der sozialistischen im Osten herrschten, kann man sehen, dass diese sogar noch starke Auswirkungen auf die heutige internationale Politik haben. Spannungen zwischen Russland und den USA blieben noch lange erhalten und sind auch heute noch da. Jedoch haben diese nur noch sehr wenig bis gar nichts mit Ideologien zu tun, sondern sind vorwiegend wirtschaftlich bzw. politisch bedingt. Das kann man zum Beispiel sehr gut im Syrien-Konflikt erkennen. Außerdem ist Russland ja schon lange kein sozialistischer Staat mehr sondern spätestens seit Jelzin ein kapitalistisch geprägter.

Wie bei allen Ideen, Vorstellungen und Weltanschauungen lässt sich nicht sagen, ob diese nun "gut" oder "schlecht" sind.

Kommunismus hat, zumindest auf staatlicher Ebene, noch nirgendwo geherrscht.

Pit7889 24.06.2017, 15:10

UDSSR?

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DrunkSquirrel 24.06.2017, 15:11
@Pit7889

Das war Sozialismus, "Vorstufe" des Kommunismus. Es gibt aber einen großen Unterschied.

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Ja, aber die Menschen nicht. Solange das Tier im Menschen schlummert, klappt es nicht mit Gleichheit und Freundschaft aller Völker und der Beseitigung aller Ursachen für Kriege und Elend.

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