Was wenn Jesus nicht gekreuzigt worden wäre?

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Es war von Ewigkeit vorherbestimmt, daß Jesus, als Sohn Gottes sein Leben zur Vergebung der Sünden freiwillig am Kreuz hingibt.

In Matthäus 10, 17-18 sagte Jesus: "Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich's wieder empfange. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu empfangen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater".

Der Teufel hat das auch gefördert, weil er dachte damit über Gott zu triumpieren, wenn Jesus getötet wird. Aber es ist genau das Gegenteil geschehen. Durch den Tod Jesu und seine Auferstehung von den Toten hat er den Tod, die Sünde und den Teufel besiegt (Johannes 3,16). Und jeder, der das im Glauben für sich persönlich annehmen kann, ist erlöst und ein Kind Gottes geworden.

Diese Frage hört in den Bereich der Spekulation...

Bereits im Alten Testament wurde Jahrhunderte vor Jesu Geburt prophezeit, dass der kommende Messias (Jesus Christus) leiden und sterben wird:

"Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden" (Jesaja 53,5).

"Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen [Sohn], und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen" (Sacharja 12,10).

Ohne das Einverständnis Pilatus' hätte es auch keine Kreuzigung gegeben. Rom hatte die Oberherrschaft in den Provinzen Judäa und Samaria und Pilatus als Prokurator (Statthalter) Roms und war bekannt dafür, dass er in dieser Eigenschaft sehr darauf achtete, dass seine Rechte von den Klientelkönigen, in diesem Fall Herodes der Große, nicht angetastet wurden. Diese Rechte bezogen sich in erster Linie auf den Oberbefehl der römischen Truppen, die Verhängung von Todesurteilen sowie das Eintreiben von Steuern.

Ohne Kreuzigung wäre Jesus einer von vielen Wanderrabbis, Wundertätern und Messiasen geblieben, die zu jener Zeit durch Judäa zogen, vor dem nahen Weltende warnten und das Judentum reformieren wollten. Das war außerbiblischen Quellen zufolge damals so eine Art Modeerscheinung. Alle anderen, die keinen spektakulären Tod vorweisen können, sind mittlerweile im Dunkel der Geschichte verschwunden und kommen heutzutage allenfalls noch in der religionsgeschichtlichen Fachliteratur vor. Durch sein überaus spektakuläres Ende am Kreuz war Jesus aber der einzige, der so viel Aufsehen erregen konnte, dass er zunächst im mündlich überlieferten Volksglauben, der dann durch die Evangelisten niedergeschrieben wurde und später durch die Pauluschristen, die basierend auf dieser Kreuzigung eine Kirche aufbauten, bis heute in Erinnerung geblieben ist

Mit spektakulärem oder nicht-spektakulärem Tod hat die Bedeutung von Jesus nichts zu tun. Kreuzigungen waren damals nicht eine überaus besondere Art der Hinrichtung. In der Bibel steht auch, dass, außer ein paar Frauen, seine Anhänger geflohen sind.

Die Bedeutung von Jesus kann nur mit seiner Auferstehung begründet werden. Es gibt nichts, was man als Tatsache sonst feststellen könnte, dass aus furchtsamen Anhängern, wie zum Beispiel Simon Petrus, plötzlich überaus mutige Verkündern des Evangeliums werden lies.

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@Bodesurry

@Bodesurry: Sehr richtig! Ich habe viele Jesusbücher von Atheisten gelesen, teils auch mit großem Gewinn an historischen Einsichten. Aber in einem Punkt waren alle sprachlos: Die Wirkung der Auferstehung auf seine Jünger und Jüngerinnen. Darüber ging man hinweg oder ließ es bei einem matten "Die Auferstehung hat sich in ihren Köpfen vollzogen". Völlig unglaubwürdig!

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@Bodesurry

Natürlich gibt es ein Ereignis welches stark zur Verbreitung des Christentums beitrug. Der Tod von geschätzt 500 000 Juden, die Zerstörung Jerusalems. Und ein zerstreutes, verfolgtes - jüdisches Volk welches keine andere Erklärung für ihr Elend hatte, wie das schon wieder der Zorn Gottes zu ihrem Untergang führte!

Neben den Aposteln waren zu dieser Zeit ja auch noch ZIG andere Messias und jüdische von Gott auserwählte Führer auch bewaffnet unterwegs! Und sie verloren ständig gegen die Römer!

Israel ist der Sohn Gottes! Dieses jüdische Selbst-Verständnis wurde im Kern zerstört. Da erstaunt es nicht das Paulus (Als ehemaliger Pharisäer) und seine Nachfolger so einen schnellen Zulauf hatten. Auch die Bereitschaft zum Märtyrertod ist nach so einem Ereignis weit verständlicher!

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@Bodesurry

"Mit spektakulärem oder nicht-spektakulärem Tod hat die Bedeutung von Jesus nichts zu tun."

"Die Bedeutung von Jesus kann nur mit seiner Auferstehung begründet werden."

Beides hängt untrennbar miteinander zusammen. Die Inszenierung des Kreuzestodes zusammen mit der Inszenierung der scheinbaren Auferstehung entstammen einem zusammenhängenden Plan, dem grundsätzlich eine alte philosophische Idee zugrunde liegt, die auch von den Essener gepflegt wurde und in der Gnosis weitergeführt wurde. Diese Idee besteht darin, sich von der Körperlichkeit zu lösen, um dem Geist zu ewigem Ruhm/ewigem Leben zu verhelfen. Für solch spirituellen Betrachtungen hatten die materialistisch denkenden Pauluschristen allerdings noch nie viel übrig. Allerdings muss ich zugestehen, dass in jüngerer Zeit in der katholischen Theolgie mehr und mehr von der Idee der leiblichen Auferstehung sowie der Vorstellung, Himmel und Hölle seien reale Orte, abgewichen wird.

Es gibt nichts, was man als Tatsache sonst feststellen könnte...

Ob die Auferstehung eine Tatsache ist, kann man zurecht anzweifeln. Es kann ja noch nicht einmal als Tatsache festgestellt werden, dass Jesus tatsächlich tot war. Selbst die Details in den kanonischen Evangelien sprechen eher dagegen als dafür.

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@RudolfFischer

Die Wirkung der Auferstehung auf seine Jünger und Jüngerinnen.

Die Wirkung ist unbestritten, die hält ja bis heute an und genau das war die Absicht dieser Inszenierung. Aber ob Jesus tatsächlich klinisch tot war und tatsächlich von den Toten auferstanden ist, daran gibt es berechtigte Zweifel, die selbst durch die Details innerhalb der Evangelien eher genährt als ausgeräumt werden.

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Pontius Pilatus war nicht Prokurator sondern Präfekt und dem syrischen Großmotz Vitellius mit dem ehrfurchtgebietenden Titel "Legatus Augusti pro praetore" unterstellt. Dies weiß man bereits seit 1961, seit eine Steinplatte in Caeseraea gefunden wurde, die darüber Auskunft gibt. Siehe hierzu zum Beispiel Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Pontius_Pilatus

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