Was wenn ein Patient seinem Therapeuten eine Straftat beichtet?

4 Antworten

Der Therapeut darf immer dann die Schweigepflicht durchbrechen, wenn er ein höheres Rechtsgut schützt. Bei einer schwerwiegenden Straftat, die in der Zukunft liegt ist das sehr einfach. Um einen Mord zu verhindern, wird er Therapeut die Schweigepflicht durchbrechen. Bei einem bereits geschehenen Mord liegt die Sachlage schon etwas anders. Viele Therapeuten gehen dann so vor, dass sie mit der Person, die die Straftat begangen hat, darüber sprechen, wie sie diese offenbaren kann.

aber das ist ja gerade der Punkt, was wenn die Person das nicht will?

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@Theoretika

Diese Frage stellt sich dann nicht mehr ob der Patient das möchte oder nicht.

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Wenn der Patient eine Gefahr für sich (stark suizidgefährdet) oder andere (in den Keller einsperren) darstellt, kann man in eine Psychiatrie zwangseingewiesen werden, was aber auch Sinn macht.

Diplom-Psychologen unterliegen gem. § 203 Strafgesetzbuch (StGB) der Schweigepflicht. Kenntniserlangung von Straftaten entbindet grundsätzlich nicht. Gelegentlich ergeben sich aber Situationen, in denen Dipl.-Psychologen überlegen, ob sie ihre Schweigepflicht brechen dürfen oder gar müssen, insbesondere wenn sie von Straftaten erfahren. Dabei geht es nicht nur um Straftaten des Patienten bzw. Klienten selbst, sondern auch um Straftaten Dritter, von denen ein Diplom-Psychologe im Rahmen seiner Tätigkeit für seinen Patienten bzw. Klienten erfährt. Psychologen müssen klären, wo sie ihr weiteres Vorgehen auf der Skala »Schweigepflicht – Offenbarungsbefugnis –Offenbarungspflicht« einzuordnen haben. Ausnahme sind bestimmte schwere Straftaten Grundsätzlich bleibt bei Kenntniserlangung von Straftaten die Schweigepflicht bestehen. Eine Ausnahme sind nur bevorstehende Straftaten, die gem. § 138 StGB angezeigt werden müssen. Dies sind z.B. Hochverrat, Vorbereitung eines Angriffskriegs, Mord und schwerer Menschenhandel, aber auch Raub, räuberische Erpressung und Brandstiftung. In solchen Fällen besteht keine Schweigepflicht, mehr noch: Der Diplom-Psychologe muss Anzeige erstatten.

Amtsarzt Zoll mittlerer Dienst Verbeamtung mir früherer Depression und Klinik aufenthalt.

Hallo Leute, ich muss bald zur Amtsärztlichen Untersuchung und habe folgendes Problem:

Vor ca 3,5 Jahren ist meine Exfreundin gestorben und hatte nach diesem Schlag einige Probleme sowohl in ner Beziehung als auch Zuhause. Zu dem Zeitpunkt war ich 18 Jahre alt. In dieser Zeit bin ich in eine schwere Depression gefallen und war auch 3 Tage lang in einer Klinik, weil ich auch Selbstmordgedanken hatte. Zum Entschluss hatte ich eine endogene Depression. Mir geht es jetzt sehr gut und fühle mich Gesund. Es gibt also überhaupt keine Zweifel an meiner Leisung und etc. Vor kurzem habe ich auch meine Gesprächstherapie beendet. Ich war auch nicht oft wegen der Krankheit krankgeschrieben oder Arbeitsunfähig. Meine Angst ist jetzt was auf mich zukommt wenn ich zum Amtsarzt gehe und ihm alles erzähle? Natürlich habe ich auch da drüber nachgedacht es einfach zu verschweigen, dass ich depressiv krank war. Was sagt ihr dazu bzw was ist eure Meinung? Habe große Angst, dass ich als untauglich abgestempelt werde und ich meine Ausbildung nicht antreten darf. Ich muss auch die Schweigepflicht von der Krankenkasse und den Fachärzten entbinden. Ich kann mir aber schwer vorstellen, dass die Ärzte bei jedem einzelnen der untersucht wird, die Akte bei der Krankenkasse anfordert oder die überhaupt nachfragt bzw anschreibt. Bei dem Hausarzt genauso. Kann der Amtsarzt auch die Berichte oder Befunde was die Therapie angeht von meinem Therapeuten anfordern, also, dass lesen zu können was mein Therapeut in seine Blöcken geschrieben hat? Oder will der nur wissen wie viele tage ich Arbeitsunfähig war?

Über jede Meinung oder Erfahrung wäre ich sehr dankbar. Habe einfach eine sehr große Angst, was das verschweigen angeht und ob die Sachen anfordern usw.

Liebe Grüße

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