Was waren die Forderungen der Jakobiner, ausser eine Republik und was ist eine Planwirtschaft mit Höchstpreisen?

1 Antwort

1. Auf ein zentrales Ziel, nämlich die Abschaffung der Monarchie, hast du ja schon selbst hingewiesen - interessanterweise war der "Oberjakobiner" Robespierre ursprünglich durchaus ein Vertreter der Monarchie, was die Dynamik der Bewegung und ihrer Mitglieder im Verlauf der Revolution zeigt.

2. Ebenso war Robespierre ursprünglich an sozialen Fragen nicht groß interessiert, die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit den Vertretern der Unterschichten, der Sansculotten, änderte auch das.

3. Allerdings waren die Jakobiner - anders als die Sc - nie bereit, auf die repräsentative Demokratie, also die Herrschaft eines Parlaments zu verzichten, in dem sie natürlich das Sagen haben sollten und wollten.

4. Als auch anfangs schon recht radikale Revolutionäre waren die Jakobiner gegen die Kirche und für die Verstaatlichung ihres Besitzes.

5. Gemeinsam mit den Sansculotten waren sie für Höchstpreise, also letztlich eine staatlich gelenkte Wirtschaft. Das ist dann von Planwirtschaft nicht mehr weit entfernt. Denn ein Unternehmer, der nicht den von ihm für nötig gehaltenen Preis erzielen kann, wird eine Produktion und den Verkauf ggf. unterlassen und muss dann vom Staat dazu gezwungen werden.

6. Im Rahmen der Radikalisierung sorgten die Jakobiner dann für die Hinrichtung des Königs und die Einrichtung dieser unsäglichen Revolutionsgerichte, wo Leute mehr oder weniger im Auftrag des Staates gelyncht wurden - denn einen fairen Prozess bekamen sie in der Regel nicht. Ziel war im Sinne Robespierres die Schaffung eines neuen, tugendhaften Menschen, wozu der Terror ganz offen dienen sollte.

7. Als die Jakobiner später auch Höchstlöhne einführten, entzogen die Sansculotten ihnen zunehmend die Unterstützung, was zu ihrem Sturz beitrug - dazu kam die verbesserte militärische Lage, die eine so radikale Ausübung der Staatsgewalt nicht mehr nötig erscheinen ließ.

8. Interessant ist, dass die Jakobiner auch nach ihrem Sturz noch längere Zeit eine linke (z.T. außerparlamentarische) Opposition betrieben.

9. Heute lohnt es sich, überall dort, wo mit Gewalt menschliches Verhalten geändert werden soll, darüber nachzudenken, ob das nicht Jakobinertum ist - das letztlich scheitern muss, weil das Denken und Handeln der Menschen auf das verengt wird, was der gerade herrschenden Gut-Menschen-Meinung entspricht. Das mit den "Gut-Menschen" ist hier keine Beschimpfung, sondern eine Übersetzung des Prinzips des Gemeinwohls (von Rousseau) und der Tugend (so die Umsetzung bei Robespierre). Damit zusammen hängt nämlich auch, dass nicht der Wille der Mehrheit zählt, sondern der Wille einer angeblich fortschrittsbewussten Elite.

Was möchtest Du wissen?