Was waren die Folgen des französischen Eingreifens in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg für Frankreich?

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3 Antworten

Frankreich hat mit den USA am 6. Februar 1778 einen Freundschafts- und Handelsvertrag abgeschlossen und die 13 nordamerikanischen Kolonien im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 – 1783) gegen Großbritannien unterstützt, was zum Sieg der Amerikaner erheblich beigetragen hat. Etwas langfristiger betrachtet haben die hohen finanziellen Kosten für Frankreich starke Auswirkungen geghabt und König und Regierung in Schwierigkeiten gebracht.

Folgen des französischen Eingreifens für Frankreich

  • Anstieg der Schulden Frankreichs, ein wichtiger Faktor für den Ausbruch der Französischen Revolution 1789: Durch französische Unterstützung der 13 nordamerikanischen Kolonien im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 – 1783) gegen Großbritannien entstandene hohe Kriegskosten – Peter Claus Hartmann, Ludwig XVI. (1774-1789/92). In: Französische Könige und Kaiser der Neuzeit : von Ludwig XII. bis Napoleon III. ; 1498 – 1870. Herausgegeben von Peter Claus Hartmann. 1. Auflage. München : Beck, 2006 (Beck'sche Reihe ; 1724), S. 294 gibt Kriegskosten in Höhe von 1 - 1,3 Milliarden Livre an, Angela Taeger, Ludwig XVI. : (1754 - 1793) ; König von Frankreich. Stuttgart : Kohlhammer, 2006 (Kohlhammer-Urban-Taschenbücher ; Band 610), S. 97 Kriegskosten in Höhe von mehr als 2 Milliarden Livre) haben die Staatsschulden Frankreichs stark erhöht und die Probleme mit einem drohenden Staatsbankrott und die Frage der Steuern waren einen wesentliche Ursache der Französischen Revolution.
  • Friedensvertrag von Versailles am 3. September 1783 zwischen Großbritannien und Frankreich mit nur geringfügigen französischen Zugewinnen:


a) Erlaubnis des Wiederaufbaus der Festungswerke und des Hafens von Dünkirchen (der Frieden von Utrecht 1713, der für sie den Spanischen Erbfolgekrieg beendet hatte, und der Frieden von Paris 1763, der für sie den Siebenjährigen Krieg beendet hatte, hatte das Schleifen der Festungswerke und Zuschütten des Hafens bestimmt; zum Achtgeben auf den Vollzug der Bestimmungen war ein englischer Kommisar in Dünkirchen eingesetzt wurden, der dann 1783 wegkam)

b) Antillen-Insel Tobago (Antillen: Inselgruppe in der Karibik)

c) einige Handelsniederlassungen und Land im Gebiet des Senegalflusses (Afrika)

  • Beschluß des Kongresses der USA am 11. Mai 1784, keinem Volk günstigere Handelsbedingungen zu geben als den Franzosen (auf die Dauer brachte dies weniger für Frankreich als erhofft; die USA schlossen später auch mit Großbritannien einen Handelsvertrag und der wirtschaftliche Austausch zwischen den USA und Großbritannien war der Menge nach deutlich umfanbgreicher)
  • Konsularabkommen zwischen Frankreich und den USA vom 11. September 1784: Die Staaten schlossen ein Abkommen über Konsuln und Vizekonsuln (Interssenvertreter in einem anderen Staat) und ihre Rechte.
  • kurzzeitig erhöhtes Selbstwertgefühl und Stolz aufgrund eines Sieges der Amerikaner mit Hilfe Frankreichs gegen den alten französischen Gegner Großbritannien
  • leicht ansteigendes Prestige/interrnationales Ansehen Frankreichs
  • Erfahrungen von Franzosen mit den Vorgängen in Amerika und Beeinflussung durch dort vertretene Gedanken: Viele freiwillige Soldaten waren von den Erfahrungen und den Gedanken beeindruckt. Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette (Lafayette), eine wichtige Person in der Französischen Revolution, fuhr als Freiwilliger nach Amerika und kämpfte dort.
  • Bestärkung und Ermutigung aufgeklärten Denkens durch praktische Umsetzung von politischen Gedanken der Aufklärung: In Amerika wurden Menschenrechtserklärungen und Verfassungen beschlossen und politisch verwirklicht. Dies konnte gleichartige Bestrebungen von Franzosen bestärken.
  • Kontakte und Freundschaften zwischen Personen der Amerikanischen Revolution und der Französischen Revolution: Zwischen Amerikanern und Franzosen entstanden enge und rege persönliche Kontakte und Freundschaften. Benjamin Franklin war bis 1785 Botschafter der USA in Frankreich. Thomas Jefferson hegte Sympathien für die Revolutionäre und unterstützte sie im Rahmen seiner diplomatischen Stellung (1785 – 1789 Botschafter der USA in Frankreich). Er beteiligte sich an der Erörterung und Ausarbeitung eines Entwurfs zur Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, den Lafayette der Nationalversammlung vorlegte. Thomas Paine, ein nach Nordamerika ausgewanderter Brite und bedeutender Intelektueller, hat sich für die Unabhängigkeit mit Veröffentlichungen eingesetzt, wurde 1792 in Frankreich Abgeordneter der Nationalversammlung, war von Dezember 1793 – November 1794 inhaftiert. In den Revolutionskriegen blieben die USA neutral.
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Ich denke es hat den Krieg zugunsten von den amerikanischen Unabhängigkeitskräften besiegelt.

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Der franz. Staat verschuldete sich so immens, mit einer der Gründe, die dann zur Franz. Revolution führte.

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