Was war von der Rote Armee Fraktion das Ziel bzw. welche Aurichtung hatten sie?

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4 Antworten

Die RAF glaubte, so etwas wie einen revolutionären Kampf zu führen. Tatsächlich ist sie von den Geheimdiensten am Nasenring durch die Manege geführt worden. Der Verfassungsschutz hat sich radikale, gewaltbereite Linke gesucht und über V-Leute und Agent Provocateurs wie Peter Urbach mit Waffen und Munition versorgt. Ähnlich dubios war z.B. die Rolle der Verena Becker beim Buback-Mord.

Praktischerweise konnte man so die 68er Protestbewegung delegitimieren, obendrein Bürgerrechte aushebeln (Radikalenerlaß, Berufsverbote) und das Waffenrecht 1972 drastisch verschärfen.

Über den Sinn der Strategie der Spannung kann man sich hier belesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Strategie\_der\_Spannung

Praktischer  Nebeneffekt: Man hatte für weitere, nie aufgeklärte politische Morde immer einen Sündenbock parat - siehe z.B. Herrhausen und Rohwedder.

Auch die auffälligen Parallelen zum vom Verfassungsschutz aufwendig betreuten NSU dürften kein Zufall sein. Daß auch Anis Amri V-Leute über seine
Pläne informiert hat und daraufhin nicht mehr überwacht wurde, verwundert dann auch nicht mehr.

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Ganz so 0815 wird es nicht gehen.
Die RAF erkannte zu spät, dass sie keinen politischen Arm hatte.
Sie selbst verstanden sich als Guerrilla, entstanden aus den Studentenunruhen der 1968er.
Die Radikaliesierung folgte dem Tod Rudi Dutschkes und Benno Ohnsorg (Gruppe 2.Juni, Berlin).

Intern verstand sich die RAF als marxistisch und maoistisch, mit der Vorstellung Kapitalismus und Großkapital zu bekämpfen.
Einmal im Untergrund folgte das Weitere wie auf einer Perlenschnur, Bankraub, Entführung, Mord, bewaffnete Anschläge.
Das machte sie zu Kriminellen.
Einmal vor Gericht gestellt träumten sie noch davon als Kriegsgefangene anerkannt zu werden.

Art und Umfang der Prozesse, bis hin zum Gruppenselbstmord, in der Isolationshaft ist Stuttgart Stammheim führte zu Legendenbildung und Symphatiebekundungen in der Bevölkerung.
Die Diskussionen liefen noch bis in die Zeit von Bundespräsident Köhler, als Christian Klar sein Gnadengesuch einreichte.

Die Politik dieser Zeit reagierte u.a. mit der Rasterfahnung, der Staat kam bis an die Grenze des Notstandes.

Kurz, der fehlende politische Arm (anders als bei der IRA), führte letztlich zur Ziellosigkeit der RAF.
Im Nachgang der Geschichte stellte sich heraus, dass einiger RAF'ler Zuflucht in der DDR fanden und dort ein recht einfaches Dasein fristeten.
Benno Ohnsorg war ein unschuldiges Opfer, eines Westberliner Polizisten mit Verbindungen zur SED und Stasi (DDR).

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Kommentar von voayager
08.02.2017, 21:10

Ich will mal deine Ausdührungen, die ich keinesfalls verwerfe ergänzen:

  • ob der RAF ein politischer Arm fehlte, sie dahingestellt. In dem Kontext wäre zu klären, wie der denn auszusehen hätte.
  • die RAF hatte keine Unterstützung in der Bevölkerung, von einigen Sympathisanten mal abgesehen, daher mußtwe sie scheitern. Alle Guerilla sind ohne Volksunterstützung nur ein bloßer Furz
  • og die RAF-Häftlinge einen kollektiven Selbstmord begingen bezweifle ich. Es ist nämlich nicht erkennbar, Wozu der zweckdienlich gewesen wäre. Diese Organisation hatte nämlich wie so viele linke Gruppen durchaus einen Anspruch.
  • Wer den Herrschenden den Fehdehandschuh hinwirft, ist stets ein Krimineller, egal ob er dies will oder nicht, seine Kontrahenten sorgen schon dafür.
  • kein wirklicher Systemüberwinder wird ohne die Etikettierung der herkömmlichen Herrschaft  als "Krimineller" auskommen können.
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Die Ausrichtung sollte doch schon durch den Namen klar werden.

Alles weitere gibts auf Wikipedia.

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